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Volltext: 65, 1937

Kleinere Mitteilungen. 
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auf S. 134 sind die Werte für Windstärke 6 in Form einer Windrose dargestellt, 
Der Radius des Kreises stellt den Mittelwert aus Tabelle 1 dar, 
Noch deutlicher zeigt aber die Abhängigkeit des Gradienten von der Wind- 
richtung Tabelle 2, in der mehrere Windrichtungen zusammengefaßt sind: und 
zwar NNE bis E (als Winde, die 
von der freien Ostsee kommen), 
ESE bis WSW (als ablandige 
Winde) und W bis N. 
Bei allen hier aufgeführten 
Windstärken (Windstärke 10 und 
mehr sind so selten beobachtet 
worden, daß sie hier nicht berück- 
gichtigt wurden) zeigen die ab- 
landigen Winde den größten, die 
Winde aus dem NE-Quadranten 
den geringsten Druckgradienten, 
Ablandige Winde sind also 
schwächer. 
Da es unwahrscheinlich ist, 
daß sich bei „Adlergrund“- 
Feuerschiff, das etwa 100 km von 
der Küste entfernt liegt, noch eine Abdeckung durch das Land bemerkbar macht, 
dürfte der Grund für den gefundenen Unterschied bei anderen Faktoren liegen, 
Zunächst ist einmal der Unterschied zwischen Warm- und Kaltluftmassen zu 
berücksichtigen. In Warmluftmassen ist die Windgeschwindigkeit geringer als 
in Kaltluft (bei gleichem Gradienten), oder bei gleicher Windstärke der Abstand 
der 5-mb-Isobaren in Warmluft kleiner als in Kaltluft. Als Kriterium für Warm- 
luft oder Kaltluft kann der Unterschied zwischen Lufttemperatur und Wasser- 
temperatur angenommen werden, Diese Temperaturdifferenz ist in den Tabellen 
unter T, — Tw aufgeführt. 
Die Werte zeigen aber, daß hiermit der gefundene Unterschied allein nicht 
erklärt werden kann; denn bei Stärke 6 und 7, denen die größte Anzahl von 
Beobachtungen zugrundeliegen, ist die Temperaturdifferenz gerade bei ablandigen 
Winden am größten. (Tabelle 2.) Daß aber bei dem verarbeiteten Material der 
Abstand der 5-mb-Isobaren in Kaltluft größer ist als in Warmluft, zeigt Tabelle 3, 
in der diese Abstände in Beziehung gesetzt sind zur Temperaturdifferenz, ohne 
Berücksichtigung der Windrichtung. [Es sind nur die Werte für Windstärke 6 
wiedergegeben!).] 
Tabelle 3. 
Ty—Tw@O) +39 +29 419 0° 19° 20 3° 4° _5° 6° 70 „8° „9° 
d (km) ..... 230 186 176 194 196 216 218 270 176 210 250 — 200 
Neseesemnnn 1 5 11 133 27 10 8 1 3 1 3 0 1 
Mit Hilfe dieser Werte ist für Windstärke 6 der Isobarenabstand auf eine 
Temperaturdifferenz von 0° reduziert worden (letzte Zeile der Tabelle 2), und 
man sieht, daß die Abhängigkeit des Gradienten von der Windrichtung sogar 
noch deutlicher in Erscheinung tritt. | 
Diese Abhängigkeit muß also andere Ursachen haben. Wesentlich dürfte 
die verschiedene Isobarenkrümmung sein. (N—E-Winde bei antizyklonaler, 
S—W-Winde bei vorherrschend zyklonaler Isobarenkrümmung. Es scheint, 
daß es sich hier aber auch um Fehler in der Schätzung der Windstärke handelt. 
Die Windstärke wird nach dem Seegang geschätzt, und es ist klar, daß bei Winden 
aus dem Nordostquadranten der Seegang stärker ist als bei Winden der übrigen 
Richtungen. G. Pogade, Hamburg, 
1) Bei einigen Einzelwerten kommt die Abhängigkeit des Gradienten von der Luftmasse deutlich 
zum Ausdruck, z. B. bei den Werten für NE- und N-Winde (Stärke 6) in Tabelle 1, Auch in 
Tabelle 2 sind die Differenzen im Abstand der Isobaren zwischen NNE/E und ESE/WSW bei 
SS größer als bei Stärke 6 und 7, da bei der höheren Windstärke die ablandigen Winde 
„wärmer‘‘ sind,
	        
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