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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1937,
Das Niederschlagskollektiv. Es mögen vielleicht von mancher Seite
Bedenken über die Berechtigung des von mir gewählten Sommerregenfall-
kollektivs — den Raum von der Themsemündung bis Niederösterreich um-
fassend — vorliegen; trotz der Verschiedenheit der Sommerregenmengen — deren
langjährige Normalsumme (VI bis VIII) etwa zwischen 17 cm bis 22 cm bei den
Flachlandstationen liegt, während die beiden nordalpinen Stationen Kremsmünster
etwa 39 cm, Alt-Aussee 76 cm aufweisen, — besteht doch eine sehr hohe gleich-
zeitige + Korrelation zwischen den Stationen des Nordens und jenen im Nordalpen-
vorland. Unter Einschluß sechs weiterer Stationen in Südbayern erhalten wir:
Korrelationskoeffizient der Sommerniederschlagsänderungen von Jahr zu
Jahr (1879-—80 mit 1934—35: 56 Jahre): Gruppe I mit II (gleichzeitig) r: 0.61,
wobei Gruppe I den Norden: Berlin + Frankfurt a. M. -+ Utrecht 4 Greenwich,
Gruppe II den Süden: Alt-Aussee + Kremsmünster -+ Wien + Passau + Regens-
burg + Augsburg + Lindau i. B, + Rosenheim -+ Landshut -+ Zürich umfaßt; die
Kollektivbildung hat daher Sinn, da r >> 0,50 £ür mehr als 50 Jahre.
Sommertemperaturkollektiv: Ähnlich dem Niederschlag, ist auch die
Sommertemperatur in dem gleichen Gebiet gleichzeitig recht einheitlich. —
Absolut unzulässig wäre es jedoch, bei der Kollektivbildung der Sommertempe-
ratur Mitteleuropas Stationen im Raume östlich des 18° Meridians und nördlich
vom 53, Breitengrad mit einzuschließen, denn Ostpreußen—Nordpolen— Litauen
usw. stehen mit der Sommertemperatur irgendeiner Station in Süd-Deutschland,
Österreich, Schweiz, Frankreich usw. praktisch in keiner positiven, meist sogar
schon negativen (mit Litauen, Estland, Finnland) Beziehung. Deutschland
stellt somit im Sommer hinsichtlich der Temperatur keine makro-
meteorologische Einheit dar; eine Kollektivbildung etwa: Königsberg
-+ Karlsruhe wäre völlig sinnlos, denn der absolut charakteristische Tempe-
raturtyp sehr heißer mitteleuropäischer Sommer, z.B, 1904, 11, 28 usw. würde
zumeist kompensiert, denn letztgenannte Sommer, vor allem 04 und 28 waren
in Ostpreußen ausgesprochen kühl; geht man von den sehr trocken-warmen
mitteleuropäischen Sommern 1935, elf rückwärts verfolgend aus, so erhalten wir
z. B. für Karlsruhe folgenden Temperaturverlauf in der 24jährigen Periode
(1839, 63, 87, 1911, 35 == warm bzw. relativ warm zum Vorjahrssommer und dem
darauffolgenden):
1838 39 40 62 63 64 86 87 88 1910 11 32 1934 35 36
Karlsruhe 17.6 19.318,33 18.018.517.4 17.718.917.0 17,7 20.117.7 18,9 20.0 18.4
At: +17 — 1.0 AL05—11 +12 —1,9 +24 — 2.4 +11 —16
Der Kkf. für die gleichzeitige Änderung von t VI—VIII 1875 auf 1876 bis
1934 auf 1935 (60 Jahre) von Königsberg mit Zürich beträgt 0.00, mithin absolute
Beziehungslosigkeit.
Jährlicher Gang der 24jährigen Temperaturperiode. Änderungen
60 Jahre: 1851—52 bis 1910—11 mit 1875—76 bis 1934—35; Winter: 1852—53
bis 1911—12 mit 1876—77 bis 1935—36.,
Frühling Sommer Herbst Winter
Wien r: 0.02 0.435 — 0.35 — 0.05
Karlsruhe r: — 0.38 u
Obir r: — 0.40 —
In Zentraleuropa zeigt sich mithin nur im Sommer die 24jährige Tempe-
raturperiode,
Mitteleuropa: Sommer: 24jährige Periode der Wechselwirkung von n, p und t.
Änderungen. 1854—55 bis 1910—11 bzw. 1878—79 bis 1984—235 (s. Tab. II auf S. 121),
Reihe 1: n= Niederschlag YI—VIII sieben Orte (s. oben).
p = Wien + Sulina,
= Zürich + Obir } V1—VIL
p = Utrecht,
a = Niederschlag (wie oben),
bt Kremsmünster -+- Wien + Utrecht + Frankfurt + Karlsruhe +
Zürich.