Maurer, H.: Eine Nachprüfung der Emden-Tiefe,
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frühere Bearbeitung und Veröffentlichung der Emden-Tiefe einer Nachprüfung
zu unterziehen. Dies erscheint um so mehr erforderlich, als der der größten
auf „Emden“ beobachteten Echozeit von 14.0 Sekunden entsprechende Echo-
abstand, da er eine Rekordzahl auf der Erde darstellt, nicht nur in die Wissen-
schaft, sondern sogar in den Schulbetrieb mit der Zahl 10790 m (oder auch
10830) als größte Meerestiefe der Erde übergegangen ist, die man jetzt wegen
genauerer Kenntnis der Raumschallgeschwindigkeit noch etwas zu erhöhen ge-
neigt sein wird.
Die im Snellius-Werk angegebene Tiefenzahl 10 830 m würde bei der von
der „Emden“ angegebenen Echozeit 14.0 Sekunden, eine Schallgeschwindigkeit
10830: 7 = 1547,1 ergeben, was mit der im Snellius-Werk angegebenen Tabelle
der Raumschallgeschwindigkeiten noch nicht völlig übereinstimmt. Diese lautet:
[ kehoabstand .............., m | 9000 | 9200 ‚9400 | 9600 | 9800 | 10000}
Raumschaligeschwindigkeit .... | 15373 | 1538,9 | 1540.6 1512.2 | 15439 | 15455 |
Nach ihr erhält man folgenden Zusammenhang zwischen Echozeiten t bis auf
Zehntelsekunden (so sind sie von der „Emden“ nach der Stoppuhr angegeben),
Echoabständen E und Raumschallgeschwindigkeiten v:
f“
&
4
E
*
12.5 9641 1542,6
12.6 9723 43.2
| 12.7 9804 . 43.9
| 128 | 9885 445
' 129 9967 45.1
12.0 10048 45.8
' 451 | 10129 |, 464
ı 13.2 10211 47.0
Somit würde also nach den Beobachtungen der „Snellius“ über Temperatur
und Salzgehalt einer Echozeit von 14.0 Sekunden eine Schallgeschwindigkeit von
1551.6 m/sec und ein Echoabstand von 10861 m zuzuordnen sein.
Die Ausführungen im Snellius-Werk geben aber Veranlassung, das Beobach-
tungsmaterial der „Emden“ noch in zwei anderen Hinsichten einer Nachprüfung
zu unterwerfen, nämlich einerseits bezüglich der Genauigkeit der einzelnen nur
mit der Stoppuhr erhaltenen Einzelwerte der Echozeiten und andererseits mit
Bezug auf die Möglichkeit überhaupt, an Hand der aufeinanderfolgenden Echo-
zeiten das Profil des Meeresbodens zu ermitteln.
Hinsichtlich der letzteren Frage ist zunächst klar, daß aus der Echozeit,
auch bei genauer Kenntnis der Raumschallgeschwindigkeit, zunächst nicht un-
mittelbar die Tiefe, sondern nur ein Echoabstand erhalten wird, d.h. die Ent-
fernung zwischen dem Echolot und der den Schall zurückwerfenden Stelle des
Meeresbodens, der Echostelle, die ja nicht senkrecht unter dem Schiff, ja nicht
einmal in der Vertikalebene des Schiffskurses zu liegen braucht. Bei meinen
früheren Ausführungen über diese Frage bin ich von der Vorstellung ausge-
gangen, daß die Echostelle die dem Echolot zunächst gelegene Stelle des Meeres-
bodens sei, Hierin liegt die stillschweigende Voraussetzung, daß dort eine aus-
reichend große Fläche eine so große Schallenergie zum Schiff zurückwirft, daß
der Echoempfänger sie anzeigt. Diese Voraussetzung faßt nun der Geologe der
Snellius-Expedition, Dr. Kuenen, nach besonderen Erfahrungen auf diesem
Schiff als häufig nicht erfüllt auf, da die Schallstrahlen nur von einer zu ihnen
selbst senkrechten Fläche in entgegengesetzter Richtung zurückgeworfen werden
könnten. Es wird also diffuse Zurückwerfung des Schalles entweder für nicht
vorhanden oder doch jedenfalls als zu schwach für die Empfängererregung an-
gesehen und nur spiegelnde Reflexion als echoerregend anerkannt, wie es ja für
hohe Töne gelten dürfte. Man kann sich dem von Dr. Kuenen angeführten
Argument, daß man sonst auch von ebenem Meeresboden doch kein scharfes Echo
bekommen könne, wenn jeder Teil des Bodens ein Echo zum Schiff zurückwerfe,
Ann, d. Hydr. usw. 1937, Heft III
5994 © 15837.3
9075 38.0
9155 38.7
9236 39.3
9317 40.0
9398 | 40.6
9479 | 413
9560 41.9