104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1937.
kurzen Aufenthalt erfolgende Beobachtung auffälliger Oberflächenformen, durch
kurze stichwortartige Niederlegung des Beobachteten, Anfertigung einer kleinen
schematischen Skizze und wenn möglich einiger Aufnahmen könnte oft Material
von hohem Wert für den Geographen gesammelt werden.
Im ganzen gesehen, zeigen die hier geschilderten Wattbildungen der nord-
norwegischen Küste neben vielen Ähnlichkeiten in den Oberflächenformen und
der Ausbildung im einzelnen eine andere Entstehung als unsere Nordseewatten,
Die Umwertung und Umlagerung des Moränenmaterials erfolgt in zeitlich und
räumlich völlig anderen Ausmaßen, durch Untergrund und Tiefenverhältnisse sind
von selbst tiefgreifende Unterschiede bedingt, und endlich spielt das grobe Ge-
röll eine bedeutende Rolle. Die Steinwälle und das Kalksandwatt sind Bildungen,
die besondere Aufmerksamkeit verdienen, Besonders über die Entstehung der
Steinwallbildungen wären Mitteilungen von orts- und sachkundigen Norwegern
arwünscht.
Eine Nachprüfung der Emden - Tiefe.
Von Hans Maurer,
(Hierzu Tafel 19 mit Karte und Abb. 3.)
Die niederländische Snellius-Expedition hat im Mai 1930 in derselben
Gegend, in der der deutsche Kreuzer „Emden“ im April 1927 die bis jetzt be-
kanntgewordene größte Meerestiefe, die Emden-Tiefe, gefunden hat, auch ihrer-
seits Tiefen über 10000 m aufgefunden, und zwar nicht nur wie die „Emden“
mit Hilfe des Echos, sondern auch durch eine Drahtlotung, In dem Werke „The
Snellius-Expedition“, Vol. II, Part 2, Chapter I, Depth Determinations, Utrecht 1935,
S. 50, wird auf der Station Nr, 262 für die Drahtlottiefe die Ablesung 10257 m und
nach Anbringung von Verbesserungen wegen Meßrad und Drahtdicke 10097 m
und an derselben Station als Echotiefe nach dem Atlaslot 10029 m angegeben. Der
Ort der Station ist nach demselben Werk Vol. VI, Biological Data, Leyden 1936,
8, 20, 9° 40,5’N, 126° 50,5’ E und liegt nahe bei der Insel Mindanao, deren Nord-
spitze auf 9° 48’ N, 125° 26’ E liegt, während ihre Nordostspitze auf 9° 19’ N,
126° 10’E nur etwa 45 Seemeilen von jener von „Snellius“ mit dem Draht ge-
loteten Tiefe entfernt ist. (Auf einem früheren Kärtchen, Zeitschrift der Ge-
seilschaft für Erdkunde zu Berlin, 1932, S, 214, findet man die Station Nr. 262
auf 9° 41,9’ N, 126° 50,5‘ E; vermutlich gilt aber die Ziffer nicht für einen be-
stimmten Punkt, sondern für eine Fläche von etwa 3 bis 4 Quadrat-Seemeilen.) Zu-
gleich mit der Drahtlotung haben die Holländer auch die dortige Verteilung von
Temperatur und Salzgehalt bis in diese größten Meerestiefen hinab ermittelt, so
daß sich nun auch die Raumschallgeschwindigkeit (durchschnittlich für die ganze
Tiefe von der Oberfläche bis zum Boden) genau berechnen läßt, während sie für
die früher angegebene Emden-Tiefe noch unter etwas willkürlichen Annahmen
für Temperatur und Salzgehalt der tiefsten Schichten gegißt werden mußte,
Eine Umrechnung der Höchstzahl der Emden-Tiefe scheint auch auf der neuen
großen Tiefenkarte der Snellius-Expedition (Vol. II, Part 2, Chapter II, Utrecht
1934) im Maßstab 1:2 500 000 schon geschehen zu sein. Auf ihr finden sich im
Mindanso-Graben drei Tiefen > 10000 m, nämlich 10160, 10170, 10830, von
lenen die letzte offenbar die nach einer etwas größeren Schallgeschwindigkeit
umgerechnete Emden-Höchstzahl 10790 m aus der Ztsehr. d. Ges, f. Erdkunde
zu Berlin 1928, S. 248 und Karte I, ist. In demselben Kartenheft des Snellius-
Werkes zeigt das Spezialkärtchen Nr. 14 des Mindanao-Troges im Maßstab
1:150000 die folgenden Orte mit Tiefen X> 10 000 m.
Nordbreite 99.4 |42' 28" |42 12” |42' 3" 41' 54" Al 45" 41' 34" 4) 109/30 0,37 0
Ostlänge 126°4 [51 44 |51 44 |51 20 |51 45 150 50 |51 40 |51 40 50 56 153 20
ı Tiefe 10000 +| 160 | 40 | 110 | 20 830 | 40 50 | 170 110
Dies alles hat mich, nachdem mich Prof, Wüst auf die neueren Veröffent-
lichungen der Snellius-Expedition aufmerksam gemacht hatte, veranlaßt, meine