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Full text: 65, 1937

30 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1937. 
sich rechtwinklig. Für die Netze besteht Meridian- und Äquator-Symmetrie, d. h. Zweispiegel- 
ireue. Sie haben für das ganze Erdgebiet dann und uur dann Meridiane, die dem Mittel- 
meridian überall die hohle Seite zukehren, wenn n>0, mı >0 ist. Damit das Verhältnis Aquator; 
Mittelmeridian ungefähr gleich 2:1 wird, sind die Konstanten m und n so zu wählen, daß tür sie 
die Gleichung x = (zn 4-2 m} (m + no) annähernd erfüllt ist, 
Somit steht die Wahl von k und einer der Konstanten n,m noch frei. Für k = 0 werden die 
Netze flächentreu, für k-0 nur noch zonentreu, Damit sich das Längenverhältnis auf dem Äquator 
nicht zu stark ändert, ist |k |< 0,2 (etwa) zu nehmen. Für positiv konstantes k nimmt das Längen- 
verhältnis des Aquators nach den Grenzmeridianen zu beständig ab, für negatives k beständig zu. 
Das Längenverhältis L = n -4 m cos g des Mittelmeridians nimmt nach den Polen zu beständig ab, 
Um auf diesem eine ziemlich gleichmäßige Einteilung durch die Breitenlinien von gleichem Breiten- 
anterschied zu bewirken, müssen m,n s0 bestimmt werden, daß n>m ist (z.B.2n = 3m). Wählt 
man die Konstanten k, m, n innerhalb des noch reichlich vorhandenen Spielraums, so erhält man eine 
sehr große Zahl von neuen brauchbaren zoönentreuen bzw. fFlächentreuen Erdkartennetzen, 
In den Abb. 1, 2, 3 ist n=0,7, m= 0.4 gesetzt, im ersten k= —0.2, im zweiten k = Ö, im 
dritten k == + 0,2, Alle drei Netze stimmen in den Grenzmeridianen und den Breitenlinien überein, 
Sie sind zonentreu, das zweite darüber hinaus flächentreu. Im ersten Netz liegen die eingezeichneten 
Meridiane nach der Mitte hin, im dritten Netz nach den Grenzmeridianen zu dichter; das zweite 
Netz ist abweitungsgleich, Das erste Netz hat etwas günstigere Verteilung der Winkelverzerrung. 
Die runden Werte n = 0,7, m = 0.4 sind gewählt, um die Rechnungen zu vereinfachen. Bessere Werte 
sind n = 0.65, m = 0.43, Auf die Ermittlung von Werten m,n,k, die noch günstigere Erdkarten 
‘jefern, kann hier nicht eingegangen werden, Die gegebenen Abbildungen dienen nur als Anhalts- 
punkte und zum Vergleich. Die Zahlenwerte für die Koordinaten der Schnittpunkte der Netzlinien 
sind am Schluß des Aufsatzes angegeben, Auch für 3 (g) A const., 3 (g) = 3 (— 9) bekommt man 
aus (1) zweispiegeltreue Netze, z.B. für 3 = cos {r g), 1 <7 5 8 =1+4-m sing; m, n,r= const. Bei 
geeigneter Wahl der Konstanten und (A, #) gehen praktisch brauchbare Netze hervor. 
Die Vorgabe der Zonenverzerrung ([3) läßt für die Vorschrift noch anderer 
Karteneigenschaften reichlich Spielraum, So lassen sich zur Gewinnung neuer 
Netze mit vorgegebenem 3 (@) die folgenden beiden sehr einfachen Verfahren 
mit Vorteil verwenden, 
Verfahren: Wenn die bezifferte Breitenlinienschar eines Entwurfs 
durch eine Gleichung von der Form y=q (x,g) und das Zonenverhältnis 
als Funktion von @ allein oder als endliche positive Konstante vor- 
gegeben ist, so erhält man die zugehörigen Netze, indem man das 
Gleichungssystem: 
(4) Y=gix, 9) So, 0x = aldi e)B(gp)cosp + DA, 9) 
hach x, y auflöst. Dabei bedeuten | das konstantenfreie Integral und 
a (4,9), w (4, g) willkürliche, im Kartenbereich stetige Funktionen, für 
die die Gleichungen a (x, g) — a (— x, g)= 2x, m(z, g)=D(— x, g) erfüllt 
m 
sind und der Ausdruck a; 3 + a im Kartenbereich wertpositivy ist. 
Anmerkung, Ist 3 für alle g-Werte gleich co, so muß das System y = (x, PS g„ dx 
= w(A.g) nach x, y aufgelöst werden, m ist 60 zu wählen, daß w (x, 9} — w(— x, g) = 0 wird, 
Beispiel: Für die sämtlichen Netze mit parallellinearen Breitenlinien kann man y «= giz, 9) 
= g(P),g'(p)>0 setzen, Dann haben für a = 4 die Netzfunktionen der Netze (3 + co) dieser Art 
die Form: 
2 cos ww (2, 
AN hr D y= glg a (>00, w(— Ag) = — wg) wie, = 0. 
Bei passender Wahl von 3 (g), vo (A, 7), g(g) erhält man eine sehr große Zahl neuer brauchbarer 
Netze, Für B = 00 ist x =D zu setzen und m (1, >) so zu wählen, daß jo (x, #) — w(— #, @) 
=cO wird, Letztere Netze sind jedoch für geographische Zwecke unbrauchbar. 
Verfahren: Ersetzt man in den Netzfunktionen x (1,@), y (4, g) 
eines flächentreuen Entwurfs die Veränderliche 2 durch a (4, g) 3 (g) 
+ w (4,4), So erhält man die Netzfunktionen X (A,@), Y(A,@) von Netzen 
mit derselben bezifferten Breitenlinienschar und dem vorgegebenen 
Donenverhüältnis 3 (m), Dabei sind die willkürlichen Funktionen a (2, 9), 
m (4, 9) so zu wählen, daß die Gleichungen a (x, g) — a(— x, g)=2xm, 
m (x, 9) = m (— x, g) erfüllt sind und der Ausdruck a; 8 (9) + ww, im Karten- 
gebiet wertpositiv ist, Bezeichnet man die geographische Länge oder 
den Längenunterschied zum Mittelmeridian im flächentreuen Aus- 
gangsnetz mit A, so haben die neuen Netzfunktionen die Form 
5) X =xig Yo = y(A, 9) A = 8(4, 9) 3 (9) + wg).
	        
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