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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1037.
B-Funktionen, aus denen sich mittels (1) dieselbe 3-Funktion ergibt, Da es zu
jeder B-Funktion Entwürfe gibt, so gibt es Netze, die bei ungleicher Flächen-
verzerrung gleiche Zonenverzerrung aufzuweisen haben, Zwei Funktionen, die
für irgendein bestimmtes Netz das Flächen- und das Zonenverhältnis sind, die
sich also durch eine Gleichung von der Form (1) aufeinander beziehen lassen,
heißen „miteinander verträglich“ und gelten als zusammengehörig.
Für die Ermittlung von Netzen mit vorgeschriebener Zonenverzerrung ist
es von einiger praktischen Bedeutung, %-Funktionen zu bestimmen, die mit der
vorgegebenen 3-Funktion verträglich sind. Das kann, wenn 3 eine Funktion
von @ oder eine positive endliche Konstante ist, auf folgende einfache Weise
geschehen:
Verfahren: Man wähle zwei innerhalb des Kartenbereiches stetige
Funktionen a (1, @), b (2, @) willkürlich aus, für die die beiden
Gleichungen
alz,g) —8(— z,g)=2a; bir, g)=b(i— =, g)}
erfüllt sind und der Ausdruck a; 3 +4 b, im Kartengebiet eine wert-
positive Funktion von einer oder beider Veränderlichen 4, @ oder
eine Konstante ist. Dann setze man
2?) a, 3b, =B.
Der Nachweis, daß 3 und ein aus (2) bestimmtes % zusammengehören, kann
30 geführt werden: Als V-Funktionen kommen nur Ausdrücke in Frage, die im
Kartengebiet wertpositiv sind, Dieser Bedingung ist mit der Vorschrift a1 3 -+bı >= 0
genügt. Ferner erhält man aus (2)
“
1 fe ‚P)—8(— m, b(a,g)—b(—Rı
A
nr
= 3), WW. 2. W,
Die für 3 vorgegebene Funktion ist selbst eine zu 3 gehörige ®-Funktion.
Ist 3 = co vorgegeben, so setze man
Ra) b, =— BB,
Dabei werde die innerhalb des Kartengebietes stetige Funktion b (g@, A) so
gewählt, daß b (x, #) — b (— x, #9) = co, bı wertpositiv ist.
Wird nicht für 3, sondern für 3 eine bestimmte Funktion oder Konstante
vorgegeben, so verlieren a (A, #), b (4, 9) in (2) bzw. (2a) den Charakter der will-
kürlichen Wählbarkeit, Denn mit ® ist durch (1) auch 3 bestimmt, a;, bı hängen
demnach voneinander ab usw, Die Gleichungen (2), (2a) gelten also in dem an-
gegebenen Sinn, daß a, b beliebig wählbar seien, nur dann, wenn 3 und nicht %
vorgegeben ist,
Beispiele zu @C) (2a). 1. Vorgegeben sei 3 = EZ cos. Wir wählen a = 2, b= (2 sin — 22) "COS.
Die Bedingungen für a, b sind erfüllt. Es ist nämlich a (x) — a(— x) = 22; biz,g)—bi(— z, g)
= (0— 0) cos # = 0; a, b sind ferner im Kartengebiet stetig. Nun ist a, =1, b,= (008-5 — z)eose.
Somit erhält man mit % = 008 9 008-3 ein mit 3 verträgliches %, Ein zugehöriges Netz ist in Bei-
spiel 1 angegeben (0 = 3) .
2, Vorgegeben sei 3=1. Wir wählen a = 2, b = ksin 4 (k = const. > — 1) und erhalten
a, = 1, b, = k)kcos A; B=1-+kcos4. Ein zugehöriges Netz siche Beispiel 2.
) z z 2 x 80
3. Vorgegeben sei 3 = co. Wir wählen b{Ä, g) = cos p tg, Dann ist ® = b, zei
ein mit 3 == oo verträgliches Flächenverhältnis, #
Wenn man darauf ausgeht, zu vorgegebenem 3 auf dem Weg über eine zu-
gehörige B-Funktion Entwürfe zu ermitteln, so ist es nützlich, sich eine Tafel
von brauchbaren a-, b-Funktionen anzulegen, Wenn das Netz meridiansymmetrisch
sein soll, so müssen a, b so gewählt werden, daß a, für + i denselben Wert er-
gibt und ebenso b;. Für Äquatorsymmetrie muß BR so vorgegeben und a, b so