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Full text : Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer

BLANO-EXPERTENKREIS  MUNITION  IM  MEER  -  JAHRESBERICHT  2015

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WWW.MUNITION-IM-MEER.DE

Dokument,  wird  u.a.  darauf  aufmerksam  gemacht,
dass  zwischen  1999  und  2013  mehr  als  4.300  Vorkommnisse ­
  {„encounters“)  mit  Munition  an  OSPAR
gemeldet  wurden.  Da  2.700  dieser  Funde  aus  dem
Zeitraum  seit  2008  stammen,  davon  865  allein  aus
dem  Jahr  2013,  läge  dies  sogar  eine  stark  ansteigende ­
  Zahl  von  Funden  nahe.  Ziel  des  Diskussionspapiers ­
  ist  es,  mögliche  Handlungsoptionen  aufzuzeigen, ­
  die  eine  Vertragspartei  nutzen  könnte,  falls
in  der  Folge  Management-Maßnahmen  erforderlich
sein  sollten.  Bereits  während  der  Sitzung  gab  es  erste
Kommentare  zum  Dokument.  So  kündigte  Schweden
für  EIHA  2016  ein  Papier  über  diesbezügliche  Aktivitäten ­
  bei  HELCOM  an.  Angemerkt  wurde  ferner,
dass  es  im  Falle  von  räumlich  weit  verteilten  Munitionsvorkommnissen, ­
  im  Gegensatz  zu  solchen  in
bekannten  Einbringungsstellen,  wohl  nicht  möglich
sein  wird,  Management-Maßnahmen  durchzuführen.
Vorgeschlagen  wurde  darüber  hinaus,  chemische  und
konventionelle  Munition  getrennt  zu  betrachten,  wegen ­
  möglicher  zusätzlichen  Auswirkungen  bei  chemischer ­
  Munition.  Im  Ergebnis  einigte  sich  EIHA
darauf,  dass  das  Dokument  weiter  entwickelt  und  in
der  EIHA-Sitzung  in  2016  wieder  aufgegriffen  werden ­
  soll.  Der  Entwurf  einer  deutschen  Stellungnahme
soll  den  Vertretern  des  BLANO-Expertenkreises  vor
Abgabe  an  Irland  zur  Zustimmung  vorgelegt  werden.
Im  Gegensatz  zu  HELCOM  pflegt  OSPAR  seit
2004  ein  Meldeverfahren  der  Vertragsstaaten  zu  Funden ­

  und  Vorfällen  mit  chemischer  und  konventioneller
Munition.  Die  Vertragsstaaten  berichten  der  OSPAR-Kommission
  hierfür  einmal  im  Jahr  Vorkommnisse
mit  Munition  im  Meer,  welche  sich  im  Vorjahr  in
den  jeweiligen  Meeresgebieten  der  Nordsee  und  des
Nordost-Atlantiks  ereignet  haben. 45  Um  eine  möglichst ­
  vollständige  und  fehlmeldungsfreie  Datenabgabe ­
  zu  gewährleisten,  erfolgt  die  Meldung  mit  achtmonatigem ­
  Versatz  zum  Berichtsjahr  in  einem  vorgegeben ­
  Listenformat.  Die  systematische  Dokumentation
der  Funde  soll  unter  anderem  zur  fortschreitenden
Erkennung  von  Belastungsschwerpunkten  dienen. 46
Seit  2014  basieren  die  deutschen  Meldungen  auf
den  Daten  der  Zentralen  Meldestelle  für  Munition  im
Meer  (siehe  Kapitel  1.1),  die  vor  Abgabe  nochmals
mit  den  beteiligten  Behörden  abgestimmt  werden.
Für  das  Jahr  2014  wurden  94  Fundereignisse  an
OSPAR  gemeldet.  Der  überwiegende  Teil  dieser  Ereignisse ­
  entstand  im  Rahmen  von  Offshore-Projekten.
Unter  den  insgesamt  im  Küstenmeer  und  in  der  AWZ
gefundenen  etwa  2.400  Kampfmitteln  waren  größtenteils ­
  Artilleriegranaten  und  Geschosse  (Kaliber  2
bis  28  cm),  aber  auch  53  Stück  maritime  Großmunition ­
  (Seeminen  und  Torpedos)  und  19  Bomben.
Die  entdeckten  Munitionskörper  wurden  größtenteils
umweltgerecht  an  Land  entsorgt.  Bis  zu  66  maritime
Großmunitionskörper,  Bomben  und  Artilleriegranaten
wurden  gesprengt. 47

45 OSPAR-„Assessment  Sheets“  zu  „encounters"  -  http://www.ospar.org/assessments
46 http;//www.ospar.org/documents/dbase/decrecs/recommendations/10-20e_munitions.pdf
47 Berichtskategorien  „destroyed"  und  „destroyed/blasted"
            
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