accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : 20, 1897

48

Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1897  No.  4  —

m

Bei  Entwicklung  der  Exponentialfunktion  kann  man  wegen  der  Kleinheit  von  p  selbst  für  ziemlich
hohe  Werthe  von  v  die  Reihe  bei  dem  zweiten  Gliede  abbrechen  und  erhält

P,

=  1

mr

oder  Pi  =  P 0  4

mv z

2P  1  2
wenn  man,  was  innerhalb  der  Grenzen,  für  welche  die  abgekürzte  Entwicklung  gilt,  erlaubt  ist,  P 0

P  setzt.

Hieraus  erhält  man

P-Pi

p  m  v z

als  Ausdruck  für  die  Druckverminderung  in  der  Spitze  des  Rohres,  wobei  P—P a  durch  die  Manometerablesungen ­
  gegeben  ist.
Die  Druckverminderung  im  Saugrohr  ist  also  bei  den  Versuchen  mit  dem  Rotationsapparat  nicht  wie
im  freien  Winde  unmittelbar  durch  die  manometrische  Differenz  gegeben,  sondern  auch  durch  die  absolute
Geschwindigkeit  des  Rohres  bedingt,  während  für  die  Saugwirkung  natürlich  nur  die  für  den  Mitwind  korrigirte
  Geschwindigkeit  in  Betracht  kommt.
Man  hat  also  bei  der  Prüfung  in  der  Gleichung
v  =  CVP^Pt
für  v  die  korrigirte  Geschwindigkeit  und  für  P—Pf  den  durch  die  Gleichung
P—P\  =  P—P 0 —mv 2
erhaltenen  Werth  zu  benutzen.  i
Zur  experimentellen  Prüfung  dieser  Ergebnisse  und  zur  Vergleichung  eines  Aspirationsanemometers
mit  einem  Robinsonschen  Instrument  wurden  von  Dr.  v.  Hasenkamp  Versuche  angestellt,  die  in  folgender
Weise  angeordnet  waren.  An  der  vertikalen  Stange  des  Rotationsapparates,  auf  welcher  das  Anemometer
Zschau  No.  113,  das  nach  je  500  Umdrehungen  des  Schalenkreuzes  einen  Kontakt  giebt,  in  der  üblichen
Weise  angebracht  war,  wurde  parallel  zu  derselben  in  einer  Entfernung  von  14.1  cm  ein  in  eine  feine  Spitze
auslaufendes,  oben  und  unten  offenes  Rohr  befestigt.  Das  Ende  desselben  war  durch  einen  Kautschukschlauch ­
  luftdicht  mit  dem  Bleirohr  vorbunden,  das  in  den  über  der  Axe  des  Rotationsapparates  befindlichen, ­
  durch  Wasser  abgesperrten  pneumatischen  Kessel  führt,  der  seinereits  durch  ein  Bleirohr  mit  dem
inneren  Niveau  des  Recknagelschen  Differentialmanometers 1 )  verbunden  ist.  Die  Aiehung  desselben  geschah
nach  der  von  Recknagel  angegebenen  Methode  mit  Hülfe  gewogener  Mengen  von  Petroleum.  Für  einen
Theilstrich  des  Skalenrohres  ergaben  sich  dabei  folgende  Werthe  in  Millimetern  Wasserdruck:
Intervall  40.3—130.5:  0.06263
»  28.5—127.5:  0.06287
*  12.5—124.5:  0.06278
»  30.5-123.5:  0.06270
Mittel:  0.06274

Die  Versuche  mit  dem  Rotationsapparat  sind  für  vier  verschiedene  Stellungen  des  Saugrohres  ausgeführt; ­
  bei  zweien  war  die  Verbindungslinie  zwischen  demselben  und  der  Anemometeraxe  radial  gerichtet,
das  Rohr  also  innerhalb  und  ausserhalb  des  Anemometers;  bei  den  beiden  andern  war  die  genannte  Verbindungslinie ­
  normal  zum  Arm  des  Apparates,  das  Rohr  also  vor  und  hinter  dem  Anemometer.  In  jeder
dieser  Stellungen  befand  sich  die  Spitze  des  Saugrohres  einmal  in  der  Höhe  des  Schalenkreuzes,  einmal
9  cm  unter  demselben.
Sämmtliche  Versuche  wurden  für  beide  Rotationsrichtungen  gesondert  angestellt.  Das  Verfahren  dabei
war  folgendes.
Ehe  der  Apparat  in  Gang  gesetzt  wurde,  bestimmte  man  den  Nullpunkt  des  Manometers,  sowie  den
Barometerstand  und  die  Lufttemperatur.  Alsdann  wurden  in  der  gewöhnlichen  Weise  die  zur  Bestimmung
der  Geschwindigkeit  und  der  ihr  entsprechenden  Kontaktzahl  des  Anemometers  dienenden  Beobachtungen
ausgeführt  und  endlich  von  10  zu  10  Sekunden  der  Stand  des  äusseren  Niveaus  des  Manometers  abgelesen.
Das  Mittel  aus  30  solchen  Ablesungen  wurde  als  Einstellung  des  Niveaus  angenommen.  Zum  Schluss  wurden
der  Nullpunkt,  Barometer-  und  Thermometerstand  nochmals  kontrollirt.  Die  Versuche,  bei  denen  das  Rohr

')  G.  ßecknagel,  Manometrische  Methode  zur  Bestimmung  des  spezifischen  Gewichts  der  Gase.  Wiedemanns  Ann.
Bd.  238  (N.  F.  2),  291.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.