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Volltext: 28, 1905

W. Knoche: lieber (lie räumliche und zeitliche Verteilung des Wärmegehalts der unteren Luftschicht. 
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ein Herabziehen, der Wenersee eine Ausbuchtung zur Folge zu haben. (Man vergl. z. B. die Station Skara 
am Wettersee mit der Station Karlstad am Wenersee.) Letztere zeigt diese Temperaturerniedrigung nicht, 
wohl aber einen höheren Wasserdampfgehalt; hieraus erklärt sich das Emporsteigen der 39°-Kurve. (Im 
übrigen s. Anlage IIb.) — Die Differenz der Extreme ist geringer als im Winter, die der äquivalenten 
Temperatur größer als die der Lufttemperatur. 
Ae T. 
Maximum 40?7 
Minimum 23?8 
Amplitude 16?9 
(Ort) 
t 
(Ort) 
(Växjö) 
17?7 
(Linköping) 
(Vardö) 
8°6 
(Vardö) 
9?1 
Im Vergleich zu der Juli-Karte des nordatlantischen Ozeans soll hier erwähnt werden, daß Bodö am 
Saltenfjord (67°17'N, 14° 24'E) ebendieselbe äquivalente Temperatur (AeT. = 30?6) hat wie das Fünf 
gradfeld 45°—50° N, 45°—50° W (Ae. T. == 31?4); sowohl die Temperaturen (12?6 und 11?8) als auch der 
Temperaturzuwachs (18?0 und 19?6) unterscheiden sich wenig, obwohl Bodö fast 20 Breitengrade nördlicher 
liegt. Neben dem Einfluß des Golfstromes kommt hier natürlich die stärkere sommerliche Erwärmung des 
benachbarten Landes in Betracht. 
Ueber die Kurven äquivalenter Temperatur im Jahresverlaufe (s. Karte IIc) ist wenig zu sagen. Wie bei 
den Isothermen ist auch hier der Wintertypus vorherrschend; selbstverständlich sehr gemildert. Die Aus 
buchtung der Kurven ist flacher, ihre Richtung auf der Westseite nicht so ausgesprochen der Küste folgend, 
wenn der Einfluß des Golfstroms auch unverkennbar ist. Die winterliche Kälteinsel ist in der 14°-Kurve 
noch angedeutet. Der sommerliche Charakter zeigt sich vor allem an den Seen. Auch hier haben wir wieder 
eine nördliche Ausbuchtung am Wenersee, eine südliche am Wettersee. Die Amplitude der Extreme ist im 
Jahresdurchschnitt noch etwas geringer als im Sommer. 
AeT. 
(Ort) 
t 
(Ort) 
Maximum 
21?7 
(Lund) 
7?4 
(Skudesnes) 
Minimum 
7?6 
(Karesuando und Sydvaranger) 
—1°4 
(Karesuando) 
Amplitude 
14?1 
8?8 
* * 
* 
Um die Darstellung der Wärmeverteilung durch Kurven äquivalenter Temperatur über ein größeres 
Gebiet zu geben, bedurfte es zunächst des geeigneten Beobachtungsmaterials, das im einzelnen zusammen 
zustellen und nach verschiedenen Richtungen hin zu reduzieren, eine äußerst schwierige Aufgabe gewesen 
wäre. Trotzdem wurde dieser Versuch für Deutschland als auch Europa unternommen, mußte aber als 
unausführbar fallen gelassen werden, da es unmöglich schien, einmal die absolute Feuchtigkeit einwandfrei 
zu reduzieren und vor allem zweitens, für diese Elemente genügend Stationen von gleicher Beobachtungs 
periode aufzufinden; die absolute Feuchtigkeit ist ja von jeher unter allen übrigen meteorologischen Elementen 
recht stiefmütterlich behandelt worden. Als trotzdem unter Außerachtlassung der eben erwähnten Mängel 
Kurven für Deutschland und Europa nach allen denkbaren Schematis bald mit sehr zahlreich eingetragenen 
Orten, bald mit nur wenigen, im gleichen Niveau, bald in weiteren, bald in engeren Abständen der Tempe 
raturen gezeichnet wurden, stellte es sich heraus, daß der Einfluß obiger Fehler ein derartig großer war, 
daß Veränderungen des Bodenreliefs in Einzelheiten, wie ursprünglich gehofft wurde, keineswegs Aenderungen 
der äquivalenten Temperatur entsprachen. Sie wurden vielmehr verdeckt durch phantastische Ausbuchtungen, 
die aus der Ungleichheit der Beobachtungsperioden resultierten. Da ich mir sagte, daß es schließlich bei 
einer hauptsächlich rekognoszierenden Betrachtung des hier behandelten Stoffes zunächst nur darauf ankäme, 
einen allgemeinen Ueberblick zu gewinnen, schien es mir von Vorteil zu sein, die Angaben des 1900 er 
schienenen „Atlas Climatologique de 1’Empire de Rnssie“ zu benutzen, der nicht nur eine einheitliche Dar 
stellung der Temperatur und der Luftdruckverhältnisse über ein ausgedehntes Gebiet gibt, sondern auch 
— für mich von allerhöchster Wichtigkeit — Kurven gleichen Dampfdrucks auf das Meeresniveau reduziert. 
Die Mängel, welche diesen Kurven anhaften (sehr geringe Anzahl der Stationen, besonders im nördlichen 
und östlichen Sibirien!) haben sich natürlich auf meine Karten verpflanzt und müssen mit in Kauf genommen 
werden. Um die Angaben des Luftdrucks, des Dampfdrucks und der Temperatur zu gewinnen, wurde so
	        
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