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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1905 No. 1 —
8) Tafel zur Reduktion auf den Mittelfaden. Mit den Werten der Tafel 2 sind für die ein
zelnen Seitenfäden die Beträge zu berechnen:
Reduktion auf den Mittelfaden
= f. sec cp cosec A
85
wo f die Entfernung des betreffenden Seitenfadens vom Mittelfaden in Zeitmaß bezeichnet. Die Tafelwerte
sind dann von 10' zu 10' zu interpolieren. — Bei dieser Reduktion auf den Mittelfaden ist vorausgesetzt
worden, daß die Sterne während des Durchgangs durch das Fadennetz eine gleichförmige Geschwindigkeit
in Zenitdistanz besitzen. Diese Annahme ist freilich nicht strenge richtig, es pflegt aber der Fehler, weil
im Osten und im Westen die gleiche Anzahl Zeitsterne beobachtet w r erden, sich fast immer wieder voll
ständig aus dem Ergebnis der Zeitbestimmung herauszuheben.
Wünscht man bei der Reduktion auf den Mittelfaden eine größere Genauigkeit inne zu halten, so ist
der numerische Wert des zweiten Gliedes für die Reduktion nach der folgenden Formel zu berechnen:
2 te5 Glied = (5.561-10). / 2 — A (tg 9 + cotg z cos Ä) 86
Es genügt, wenn man die Rechnung von 4° zu 4° (in Deklination) dreistellig ausführt und für f den Mittel
wert der Entfernungen der beiden äußersten Fäden vom Mittelfaden einsetzt. Das zweite Glied für die
beiden inneren Seitenfäden beträgt ^ des Wertes, welcher für die äußeren Fäden erhalten wird. — Die
Formel 86 läßt sich für die Zonen 1, 2, 5 und 6 in folgender Weise noch etwas vereinfachen.
Zone 1.
Z = cp
2 I0S Glied =
< 5 ' 561 W \L, r
Zone 2.
II
CD
O
0
1
^5
2 tes Glied =
(6.260 10)/*>» . "tA
cos cp s m 1 A
Zone 5.
= 90°+ cp
2 tcs Glied =
(5.260 IO)/*-
>J COS cp COS 1 i A
Zone 6.
Z = —cp
2 tes Glied =
(5.561 10) ■ C0S :\{tg l cp cos A)
sin cp sin A A * J
Das Vorzeichen, mit welchem der numerische Betrag des zweiten Gliedes an den numerischen Wert des
ersten Gliedes (N0. 85) anzubringen ist, ergibt sich durch folgendes Schema.
A
Breite
11 ö r d 1 i ch
Breite
s ii d 1 i ch
Fd. (1) u. (2)
Fd. (3) 11. (4)
Fd. (1) 11. (2)
Fd. (3) u. (4)
1. Quadrant
+
—
—
+
2. »
—
+
+
—
3. »
—
+
+
—
4.
+
—
—
+
Beispiel. Ost-Turm der Deutschen Seewarte in Hamburg: cp = +5.3°32'82. Universal-Instrument
C. Bamberg N0. 7866; Entfernungen der Seitenfäden vom Mittelfaden (vergl. § 7, Beispiel):
(1) — (3) = 24?753
(2) —(3) = 12.393
(3) — (4) = 12.347
(3) — (5) = 24.700
Zur Berechnung des 2 ten Gliedes:
Mittelwert der Entfernungen der äußeren Fäden vom Mittelfaden — 241726.