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Dr. H. Bauschelbach: Harmonische Analyse der Gezeiten des Meeres. I. Teil.
(Spalte 6) dem unter log a hinzugefügt, so läßt sich aus dieser Summe [log (ab) in Spalte 7] an
geben, in welchem Größenverhältnis die gebildeten Seichtwassertiden etwa zueinander stehen werden.
Zur besseren Übersicht werden die Logarithmen (ab) um den Logarithmus des größten Koeffizienten
(KO.,: 9.286) vermindert, so daß die Zahlenwerte dieser Unterschiede in Spalte 8 angeben, wie groß
sich die einzelnen Verbundtiden im Verhältnis zur größten (= 1) ergeben würden, wenn die Ver
hältnisse der Amplituden der für einen Ort vorliegenden Grundtiden den Verhältnissen der rechnerisch
aus den fluterzeugenden Kräften ermittelten Amplituden genau entsprächen. In der Tabelle 12 sind
alle Seichtwassertiden vernachlässigt, bei denen der Wert in Spalte 8 kleiner als o. 10 herauskommt.
Vier von den entstehenden Seichtwassertiden, darunter die drei größten, entsprechen den
Grundtiden K 2 , M 2 , S,, N 3 . Die Tide O, (2377) hat nahe die gleiche "Winkelgeschwindigkeit wie
die Grundtide 2 N 2 (2379); beide lassen sich aus Beobachtungen eines Jahres nicht voneinander
trennen; daher ist eine Verbundtide 0 2 nicht einzuführen, vielmehr sind die harmonischen Konstanten
für 2N 3 als veränderlich anzusehen. Die Verbundtide OP a ergibt sich zu fast einem Drittel der
größten Verbundtide KO,, so daß es geraten erscheint, die Tide OP, als Verbundtide neu einzuführen;
dagegen soll die Verbundtide OQ 3 wegen ihrer geringen Größe hier vernachlässigt werden.
Es sollen jetzt die dritteltägigen Verbundtiden erster Ordnung betrachtet werden, deren Winkel
geschwindigkeiten ¿v sich als Summe der Geschwindigkeiten einer halbtägigen und einer eintägigen
Grundtide ergeben (Tabelle 13).
Tabelle 13. Dritteltägige Seichtwassertiden erster Ordnung.
Tide
Entstehung
Tiden zahl
»V
log a
log b
log (ab)
a fix
ab jik.
Bemerkungen
1
2 .
3
4
5
6
7
8
9
Mk',
M 2 Kj
3577
O
44-03
9.6S3
0.167
9.850
1.00
M0 3
M s + 0,
3377
42-93
9-534
0.156
9.690
0.69
(=2 MR,)
MP,
M, + P,
3557
43-94
9-202
0.166
9.368
0.33
V MP ;i -v V so.
MQ 3
M 2 + Q,
3278
42.38
8.816
0.150
8.966
0.13
V MQ 3 *
SK s
s» + K,
3757
45-04
9-351
0.177
9.52s
0.48
SO Ä
+ 0,
3557
43-94
9.202
0.160
9-368
0-33
SP 3
S, + P,
3737
44.96
8.870
0.176
9.046
0.16
V SP 3 *
NK 3
N s + K,
3478
43-48
8.965
0.161
9.126
0.19
V NK„ — G M 3 ,t
N0 3
n 2 + o,
3278
42.38
8.816
0.150
s.966
0.13
V NO, ->V MQ 3
K 3
k 2 + K,
3777
45-12
8.786
0.177
8.963
0.13
V K 3 *
Es lassen sich zehn dritteltägige Verbundtiden mit größerer Amplitude bilden. Die Tiden
zahlen in der dritten Spalte der Tabelle 13 sind wieder gleich der Summe der Tidenzahlen der
Grundtiden vermindert um 777; die andern Spalten ergeben sich aus ihren Überschriften. Zwei
der dritteltägigen Verbundtiden haben die Winkelgeschwindigkeiten einer andern Verbundtide:
MP ;S = S0 3 und N0 3 = MQ 3 . Da beide Paare von Tiden im gleichen Größenverhältnis auftreten,
können die Amplituden der SO s - und MQ 3 -Tiden in doppelter Größe wie angegeben herauskommen.
Die NKj-Verbundtide kommt in ihrer Winkelgeschwindigkeit der M 3 -Tide sehr nahe, die statt ihrer
ausgewertet werden soll. Als neue, bisher nicht ermittelte Tiden sind zu nennen: MQ S , SP 3 , K 3 .
Die M0 3 -Tide ist bisher als 2MK ä -Tide bezeichnet worden 2 ).
In ähnlicher Weise ergeben sich zehn eintägige Verbundtiden, deren Winkelgeschwindigkeiten iy
gleich den Unterschieden aus den Winkelgeschwindigkeiten einer halbtägigen und einer eintägigen
Grundtide sind.
*J Bedeutung der Abkürzungen: O = Obertide; V = Verbundtide; G = Grnndtide; —*■ — ■ • wird gleichzeitig erhalten mit
der — ist verwandt der • * 'ist neu eingeführt; f = bleibt unberücksichtigt.
2 Vgl. S. 19, 20.
12*