Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 1924. Heft 3.
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Tabelle 17 enthält die durchschnittliche Anzahl von Tagen mit verschiedenen Niederschlagsstufen
und die Wahrscheinlichkeit des Eintritts derselben, bezogen auf den betreffenden Jahresabschnitt. Nur
die Hochsommermonate, Juli und August, haben Niederschläge über 50 mm, sie überwiegen bei weitem
auch in der Häufigkeit der anderen hohen Stufen von mehr als 5.1 mm, unter 5 nun stehen dagegen
die kalten Monate obenan, besonders der Dezember und März. Bei der Zusammenfassung in Stufen
gleich bzw. größer als 0.1 und gleich bzw. größer als 1 mm zeigt der Dezember in der ersteren, der
August in der letzteren die größte Anzahl. Die Sommerregen sind demnach bei weitem ergiebiger.
Die Stufen 0 bis 10 mm umfassen rund 50% aller Tage der betreffenden Zeitabschnitte, etwa 2% haben
in den kalten Monaten November bis April mehr Niederschlag und etwa 5% in den wärmeren Monaten
Mai bis Oktober, im Juli sind sogar 9% Tage mit ergiebigeren Niederschlägen.
3. Regen- und Trockenperioden.
Eine genaue Darstellung von Regen- und Trockenperioden von mindestens 3 Tagen Dauer ist
in Tabelle 18 gegeben, und zwar nach Jahreszeiten und Jahr getrennt. Hierbei ist ebenso wie bei den
Frost- usw. Perioden verfahren worden; als Trockenperioden ist die Folge von solchen Tagen an
gesprochen worden, an denen überhaupt kein Niederschlag gewesen ist, während als Regentage solche
von mindestens 0.5 mm Niederschlag gezählt sind. Durch diese Grenzfestsetzung erklären sich ein
zelne kleine Unterschiede gegen die anderen Tabellen.
Bei dem Niederschlag weist der Sommer die größte Anzahl, nämlich 49.6% auf; er ist demnach
nicht nur ertragreicher, wie vorher gezeigt, sondern hat auch längere Regenperioden als die anderen
Jahreszeiten. Dies beweist weiter die in den Schlußspalten gegenübergestellte Aufrechnung der Pro
zente an Niederschlagstagen von weniger als 3 Tagen, die hier nur 9.3% betragen. Im Winter und
Frühjahr dagegen besteht ein umgekehrtes Verhältnis; sie zeigen weniger Prozente der längeren Perio
den und größere der kürzeren Perioden. Das Frühjahr hat das geringste Maß der langdauernden
Perioden, es ist daher auch die trockenste Jahreszeit wie Spalte 7 zeigt, fast 27% aller Tage sind
nämlich langdauernde Trookenperioden. Diese Gegensätze spiegeln sich wieder in den einzelnen Pe
rioden, wo ¡mit wenigen Ausnahmen bei den Niederschlagsperioden der Sommer überwiegt, dagegen bei
den Trockenperioden das Frühjahr. Die höchsten, im allgemeinen in den einzelnen Zeitabschnitten ge
ringe Unterschiede aufweisenden Prozentzahlen treten in den 3- und 4tägigen Perioden auf. Ueber
1% sind noch 14tägige Niederschlagsperioden, aber nur Otägige Trockenperioden. Die geringste Anzahl
von Trockenperioden hat der Winter mit noch nicht 20%, also kaum Vs aller Tage, während 'A aller
Tage des Sommers langdauernde Trockenperioden sind und im Frühjahr etwas mehr als %.
Niederschlagsperioden von 15 bis 24 Tagen, Trockenperioden von 10 bis 17 Tagen sind mehrfach
in dem betrachteten Zeitraum aufgetreten, längerePerioden nur je einmal. Diese sind beobachtet:
a) Niederschlagsperioden zu 25 Tagen im Dezember 1901
30 „ „ Juli-August 1891
31 „ „ Dezember 1919
33 „ „ Juli-August 1907
' 34 „ „ Januar-Februar 1897;
b) Trockenperioden zu 19 Tagen im Juni 1889
21 „ „ April 1881
22 „ „ Februar 1889
32 „ „ Oktober-November 1920.
Ueber besonders starke Regengüsse liegen keine Registrierungen vor, auch sind nur vereinzelte
Angaben über andauernden Niederschlag an folgenden Tagen gemacht worden: 7. 4. 15; 18. 4. 16; 6.
5.15; 13.5.15; 6.6.16; 12.6.16; 17.7.03; 12.7.16; 23. 9. 19 (Tag und Nacht); 8. 11. 04; 29. 12. 05.