accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 42, 1924

llr. 11. Seil kauf ii. Dr. 0. Stüvo: HüheinvitiiflUVSMiugeii auf ilrm Nofitad. Ozean u. im «ioif v, Mexiko. j’JiJ. ‘¿5 
In jedem der sieben Fälle stellt die Wetterverschlechterung in Zusammenhang mit dem Vor 
übergang einer Tiefdruck rinne oder eines Tiefausläufers. An Hand der Wetterkarten des mexikani 
schen Wetterdienstes und vom Weather Bureau in Washington läßt sich die Entwicklung der Tief 
druckrinne verfolgen. Sehr häufig findet man über Mexiko einen Ausläufer des tropischen Tiefdruck 
gürtels, häufig in Form eines Teiltiefs. Erscheint dann im Nordwesten der Vereinigten Staaten ein 
Tief, so entsendet es vielfach — etwa im Raume zwischen Sierra Nevada und Rocky Mountains — einen 
Ausläufer südwärts. Auf dessen Vorderseite drehen die Winde auf südliche Richtungen und verfrach 
ten warme Luftmassen vom Golf her nach Norden, während auf der Rückseite kalte Luft südwärts 
flutet. Die Temperaturgegensätze verschärfen sich: Das mexikanische Teiltief entwickelt sich nord 
wärts und gewinnt Anschluß an den nordischen Tiefausläufer, mit dem es schließlich eine' Tiefdruck 
rinne bildet. Sie wird vom Strömungssystem der über den Vereinigten Staaten ostwärts ziehenden 
Depression ostwärts mitgeführt. Da jedoch das Haupttief über der einheitlichen Festtandsmasse des 
östlichen Amerika meist rascher wandert, als sein Ausläufer über Mexiko, wird die Rinne häufig süd- 
west-nordostwärts geneigt; ihre Konvergenz- und Troglinie geht schließlich etwa von der Florida 
straße zur Südwestecke des Golfs. Bei der vorletzten beobachteten Wetterverschlechterung (VI) zieht 
das Haupttief rasch nordostwärts ab, ohne den Ausläufer mitzuführen. Auf der Wetterkarte vom 8. IV. 
ist der Zusammenhang mit der Hauptdepression noch gewahrt, am 9. ist der Ausläufer als selbstän 
diges Tief über Mexiko zurückgeblieben, wo es bis zum 12. verweilt. Erst als am 18. eine tiefe Depres 
sion von NW her zum Mississippibecken vordringt, wird es wieder als Ausläufer erfaßt und am 14. und 
15. ostwärts geführt, als die Kaltluftmassen der Rückseite des nördlichen Tiefs in seinen NW-Quadran- 
ten einströmen. In der Zeit vom 9. bis 11. hatten wir trotz der Nähe des Tiefs heiteres Wetter mit Cu- 
Bewölkung, die sich fast allabendlich zu Ferngewittern steigerte. Vom 12. an ist die Witterung bereits 
oben skizziert. — In allen Fällen erfolgt der Bewegungsantrieb von einer nördlichen Depression her. 
Bemerkenswert ist, daß die Wetterverschlechterung (starke Bewölkung niedriger Wolken St, St- 
Cu, Ni, teilweise Regen, auffrischender N-Wind erst eintritt, wenn der Kälteeinbruch erfolgt. Die Er 
scheinung des Aufgleitregens, des Kursregens aus A-St (A-Ni) wurde im Gebiet des Golfs und der 
Karibischen See nicht beobachtet. Daß die Wetterverschlechterungen, die Nordlufteinbrüche meist mit 
etwa ötägiger Periode aufeinanderfolgten, ist schon in der Einleitung ausgeführt worden. 
Die Höhenwindmessungen ergeben auf der Vorderseite der Tiefdruckrinne in mittleren Höhen hei 
Oberwinden zwischen SSE bis WzN deutlich südliche Winde (zwischen SzE und SSW). Die Schicht 
mit Südwinden beginnt in um so größerer Höhe und hat anscheinend um so größere Mächtigkeit, je 
weiter nach SE der Beobachtungsort liegt: 
Dort, wo das aus Passat und Urpassat be 
stehende Strömungssystem der äquatorialen Ost 
winde mächtig entwickelt ist, drehen somit bei An 
näherung der Tiefdruckrinne die Winde in der Ur- 
passatschicht auf Süd, während in den untersten 
Schichten der in langen Trägheitsbahnen heran 
wehende Passat zunächst nicht beeinflußt wird. Die Vorderseite der Tiefdruckrinne tritt somit erst ober 
halb des Passats in Erscheinung. Im Westen und Nordwesten des Golfs (Aufstiege Nr. 63 und 70) hin 
gegen, wo der Passat bedeutend schwächer entwickelt ist, wird er bei Annäherung der Tiefdruckrinne 
vollkommen unterdrückt; schon in den untersten Schichten reagiert das Strömungsfeld mit Rechts 
drehen auf das Nahen des Tiefausläufers. 
13. III. Havanna Aufsti 
20. III. nördl. Cuba „ 
23. III. Oienfuegos „ 
27. III. OamptVlie - Bank 
27. III. „ 
11. IV. Minattilan „ 
17. TV, wcst.1.Florida,, 
28, Südwinde von 1 - 4 
km 
36, 
„ IG-8 
11 
41b 
,, 3 1 i km 
an 
47, 
1n£ 
ic~ 
1 
CO 
km 
48, 
„ 2 -7 
11 
63, 
„0-3 
11 
70, 
„0 - G 
11 
(lern 
Auch auf der zweiten Fahrt wurde der Witterungsverlauf zeitweise durch das Auftreten von Nor- 
gestört. Die während dieser Zeit ausgeführten Aufstiege des Typus B von Mey*) zeigen über 
*) A, Mey, a. a, O. S. 31.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.