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Full text: 42, 1924

Dr. IT. S e i T k o p f \i. Dr. G. Stftve: Höhen windiiicssungcn auf dein Nordatl. Ozean u. im Golf v. Mexiko. 1923. 23 
Winde die für Kältoeinbrüche charakteristische Linksdrehung hatten. Die typischen Süd west 
windgruppen III und IV der Ausreise zeigen gleichmäßige Rechtsdrehung mit der Höhe. 
Auch hei der Mittelbildung der Passatgruppen dürften besondere W ilterutigsverhäituisse, wie wir 
sie in den häufigen Einbrüchen kalter Luftmassen antrafen, störend gewirkt haben. Die Einzel- 
gruppen des Passatgebiets zeigen kein einheitliches Bild. Von den dem eigentlichen Passatgebiet an* 
gehörigen Gruppen V b, VI n und Vis hat Vb bis 1150 m, Vis bis 1500 m Linksdrehung, während bei 
VI n l)is 2750 m Rechtsdrehung herrscht. 
Die Reibungstiefe des Passats 1 ) läßt sich somit aus den Winddrehungen kaum ermitteln. Nach 
der mittleren vektoriellen und skalaren Geschwindigkeit sowie nach dein Verhältnis beider, der pro 
zentischen Beständigkeit, ergeben sieb jedoch folgende Werte für die Höhen des eigentlichen Passats: 
In der Gruppe Vb ist eine Scheidung von Pas 
sat und Urpassat noch nicht möglich, da die Grenze 
zwischen westlichen und östlichen Winden bereits 
in 1500 m Höhe liegt. Auch bei B ist die Tren 
nung von Passat und Urpassat schwer; nach der 
mittleren Richtung scheint sie bei 750 m zu liegen. 
(Trappe 
VI11 
1 
VI s 
A 
B 
C 
nach der akt.Geschwindigkeit 
1250 
2250 
1250 
X 
1250 
nach derskel. Geschwindigkeit 
1250 
2000? 
1250 
X 
1750 
nach der proz. Beständigkeit] 
1250 
2250 
1250 
A 
1250 
5, l)ie Abhängigkeit der Höhenwinde von der Wetterlage.*) 
A. Wegen er und Kuhlbrodt') haben bei der Bearbeitung der Ergebnisse der ersten Fahrt eine 
Beziehung der Höhenwinde 5m Passatgebiet zur Luftdruckverteilung am Boden gefunden: Bezogen auf 
das Druckgefälle am Boden sind die oberen Winde nach links (entgegengesetzt dem Uhrzeiger) gedreht; 
die Ablenkungswinkel liegen teils zwischen 60° und 110°, teils zwischen 150° und 170°. Die Linksablen 
kung des Oberwindes in Bezug auf den unteren Luftdruckgradienten zeigt sich nicht nur bei westlichen 
bis nordwestlichen, sondern auch bei südwestlichen und nördlichen Oberwinden. Die Beobachtungen 
der zweiten Fahrt durch Mey 2 ) konnte diese Beziehung nicht bestätigen, wenigstens nicht bei oberen 
Südwestwinden., 
Bei den höheren Aufstiegen der dritten Fahrt ergibt sich folgendes: 
Tag 
i3.m. 
14. 
18. 
20. 
23. 
26. 
26. 
27. 
27. 
1. IV. 
2. 
9. 
11. 
13. 
19. 
22. 
Nr. des Auf 
stiegs 
28 
29 
34 
36 
41b 
45 
46 
47 
48 
53 
54 
60 
63 
64b 
74 
78 
Luftdruckge- 
gefalle aus. . 
IiNE 
NzW 
NE 
NNW 
NE 
NzE 
NzE 
NEzE 
NEzE 
NEzE 
NE 
SWzS 
SSE 
SW 
NNW 
NE 
Oberwind aus 
W 
WSW 
N 
SW 
SSE 
SWzS 
W 
SWzW 
SW 
WzS 
W 
WzN 
w 
w 
WNW 
NWzW 
Keclitsablen- 
kung 
-158° 
I 
O 
0 
-45° 
-113° 
-¡113° 
-158° 
-101° 
+180° 
+169° 
-135° 
-135° 
+67° 
+113° 
45' 
-45° 
-101° 
Vergleiche Tafel 4, Nr. 1 bis 12. 
Auch hier tritt eine Gruppe von Aufstiegen hervor mit einer Linksablenkung von einem halben 
bis einem Rechten etwa (—45 bis —113°): Nr. 29, 34, 36, 46, 74, 78. Eine zweite Gruppe bat Ab 
lenkungswinkel zwischen —136 0 bis -158°: Nr. 28, 45, 53, 54. Sie dürfte der Aufstiegsreihe mit —150° bis 
—170° Ablenkungswinkel der ersten Fahrt entsprechen. Somit bestätigt die Mehrzahl der Aufstiege 
der dritten Fahrt die von A. Wegener und Kuhlbrodt gefundene Beziehung. Daneben zeigt sich 
aber eine dritte Gruppe mit positiver Rechteablenkung: Nr. 41b, 48, 66, 63, 64 b. Bei diesen Aufstiegen 
*) Bearbeitet von H. Seilkopf. 
0 A. W c g e it e r u. K vi h l 1) r « il t, a. a. Ö. S. 3(5. 
*) A. W ege n e r u. E. K u U 1 b r o d t, u. n. 0., S. 42. 
2 ) A. M e y, a. a. 0., S. 32, 33.
	        
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