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3924. Heft 2.
Ans. dem Archiv der Deutschen Seewarte. —
zwischen östlichen und westlichen Winden, etwa wie es dem Resultate A. Wegeners und Kublbrodts ent
spricht. In Tafel 3, Nr. 6 sind die Ergebnisse unserer Wester wähl fahrt* *) mit denen von A. Wegener-
Kuhlbrodt und Mey verglichen.
Die Abweichungen zeigen, daß diese Grenze den Störungen der Zirkulation auf der Nordhemi-
sphäre, der allgemeinen Wetterlage in erheblichem Maße unterworfen ist. Aus verhältnismäßig weni
gen Beobachtungen abgeleitete Ergebnisse können daher zufälligen Charakter tragen.
Stellt man auf Grund des Ostwestschnitts A, B, C und des Nordsüdschnitts V b, VI n, Vis die
mittlere Höhenlage der Grenze zwischen östlichen Winden (Passat und Urpassat) und westlichen Win
den (Antipassat) durch Isohypsen dar, wie dies in Tafel 3, Nr. 5 geschehen ist, so tritt das Ansteigen
dieser Trennungsfläche nach SE klar hervor. Auf der „Sachsenwald“fahrt hatten die Isohypsen einen
mehr west-östlichen Verlauf, das Zurückweichen nach Süden über dein Golf und über Mexiko ist weni
ger stark ausgeprägt,
Bei den mittleren N-Komponenten des Schnittes (V a, VI», VI s) tritt beim 25° N-Br. eine deut
liche Grenze zwischen nördlichen und südlichen Winden hervor. Zwischen 25° und 30° N-Br. haben
wir allenthalben nördliche Windkomponenten, südlich vom 25' N-Br. meridionale Luftversetzung von
niederen nach höheren Breiten. Auffallend ist, daß nach den Untersuchungen A. Peppiers 1 ) eine ähn
liche Grenze zwischen südlichen und nördlichen Winden über dem östlichen Nordatlantik im Sommer
über dem 30° N-ßr. erkennbar ist: von 2 km Höhe an nördlich davon nördliche, südlich davon südliche
Komponenten. Bei den Beobachtungen A. Wegen ers und Kublbrodts ist eine entsprechende Grenze bei
25—30' N-Br. nicht zu erkennen, vielmehr herrschen im ganzen Passatgebiet in größeren Höhen nörd
liche Komponenten vor, die als obere Monsunströmung vom nordamerikanischen Festland© her anzu
sprechen sind.
In den Mitteln der vektoriellen und skalaren Geschwindigkeit und der prozentischen Beständig
keit ist in V a, VI n, VI s das Ansteigen des Passat- und Urpassatregimes nach Süden hin ebenfalls
deutlich zu erkennen. Auch hier, wie in A, B, C haben alle drei obigen Größen Minima, die in den
oberen Schichten der östlichen Winde bezw. an der Grenze zwischen Ost- und Westwinden liegen.
4. Die lteibiiug in den untersten Hohenkiloinctern.
Faßt man, wie es A. Wegener-Kuhlbrodt und Mey getan haben, die Westwind- (Ozean-) Gruppen
einerseits und Ostwind- (Passat-) Gruppen andererseits zusammen, um Unterschiede im Einfluß der
Mittlere Resultante
HOlic
Ozean
Passatgebiet
km
1. H.
III, IV, Va
Vb, VI.
VII
4—5
308°
18.7
124°
0.4
3—4
301
14.1
145
1.6
2.5—3
302
11.9
132
1.2
2—2.5
301
9.7
129
1.4
1.5—2
297
7.1
114
2.2
1—1.5
292
5.3
100
2.3
0.5—1
303
4.2
91
4.1
0-0.5
303
3.5
84
4.5
Boden
319'
3.0
12'
4.3
Reibung in den untersten Höhenkilometern festzu
stellen, so zeigen beide Hauptgruppen entgegen
gesetztes Verhalten: die Ozeangruppen weisen bei
der dritten Fahrt entgegen den Ergebnissen der
ersten und zweiten Fahrt bis 1.5 km Höhe Links
drehung und erst darüber Rechtsdrehung auf,
während die Passatgruppen bis 4 km hinauf Rechts
drehung zeigen. Die Linksdrehung in den unteren
Schichten der Ozeangruppen wird hervorgerufen
durch die abweichenden Witterungsverhältnisse auf
der Heimreise, auf der die ausschließlich nördlichen
*) Es sind nur dir Urup|№iuiüttcl VI». Yln, A ls berücksichtigt. um dir durch besondere klimatische Verhält
nisse beeinflußte Gruppe VII aiiszuselmlteu. Bei der Darstellung der Ergebnisse der 3. und 2. Fahrt sind ans ähn
lichem Grunde die Werte der Gruppe VII ciugeklamineri.
*) A. P e p p 1 e r, n. ¡1. O. S.33—55.