De. H. S e $ 1 k » ]t i u. J)r. 0. S I ü v u: liöjteuwiudlltessiiilgcii auf dem Norilatl. Ozean' u. im (JoJf v. Mexiko. 1923.- 15
Die Tabelle der häufigsten Windrichtungen zeigt in den Gruppen I und II überwiegend Winde
aus den nördlichen Quadranten, in III-sind in den unteren Schichten südwestliche, von 2 km an nord
westliche Winde am häufigsten, in IV herrschen nuten westliche, von 2 km an nordwestliche Winde
vor. ln den Passatgruppen V, VI und VII, namentlich in VI, wo das Häufigkeitsmaximum ganz regel
mäßig von E über SE, S, SW auf W dreht, ist der Übergang der unteren Ostströmung in die obere
Westströmung entsprechend der Grenze zwischen positiven und negativen östlichen Komponenten zu
erkennen; nur in Gruppe V, wo diese Grenze im Mittel bereits in der untersten 500-m-Sehicht Hegt,
treten zwischen 500 und 2500 m wieder östliche Winde gleich häufig mit westlichen auf.
Vergleicht man die Ergebnisse dieser Zusammenstellung mit den entsprechenden der ersten Fahrt
von A. Wegener und Kuhlbrodt 1 )» die ebenfalls im Frühjahr stattfand, so welchen zunächst die mitt
leren E-Komponenten in I und II voneinander ab. Während sie dort negativ sind, sind sie hier posi
tiv, jedoch liegen hier nur Höhenwind Messungen der Rückfahrt vor. In V und VI steigt die Grenze
zwischen E- und W-Winden dort schwächer nach Süden an als hier und hebt sich in VII noch weiter,
während sie hier zwischen V und VI sehr stark ansteigt, um sieh in VII wieder zu senken. Die nörd
lichen Komponenten, die bei der ersten Fahrt in I überall, in II und III oberhalb einer von Nord nach
Süd ansteigenden Grenze, in den Passa(gruppen V, VI, und VII oberhalb 1.8 bis 8 km positiv sind,
sind hier in den Gruppen I bis IV fast überall positiv, während sie in den Passatgruppen oben stark
zurücktreten, in VI überhaupt nicht Vorkommen. Die skalaren Windgeschwindigkeiten sind in den
meisten Höhenstufen hier größer als auf der ersten Fahrt, in jeder der drei Gruppen V, VI und VII
werden im Antipassat 30 nips. überschritten. Und in den Westwindigruppenj III und IV sind hier bereits
oberhalb 4 bezw. 3 km die Geschwindigkeiten im Mittel größer als 20 nips., während auf der ersten
Fahrt im Westwindgebiet nur in IV d:as Skalarmittel oberhalb von 4 km größer als 20 nips. ist.
Verglichen mit den Ergebnissen .der zweiten Studien fahrt 2 ) weisen die Gruppen IV, V und VI
sehr ähnliche Züge auf mit den Gruppen IVw, Vw und VIw, unter denen Mey die winterlichen Auf
stiege dieser Fahrten zusammengefaßt hat: Bei IV und V westnordwestlicher, bei VI südwestlicher Ober
wind, bei VI allerdings erst von 10 km Höhe an.
Die völlig verschiedenen Witterungsverhältnisse auf dem Ozean bei A,us- und Heimreise — aus
gehend Südwestwinde, heimkehrend nördliche Winde — die sich bei der ¡Bildung der Gruppenmittel
störend bemerkbar machten, drängten dazu, die Ergebnisse der Aus- und Heimreise getrennt zu bear
beiten. Hierzu kommt, daß hei Gruppe V auf der Rückreise alle, auf der Ausreise dagegen nur die
Hälfte der 'Aufstiege am Passatgebiet liegen, da dde Grenze des NE-Passats am Boden auf der Ausreise
erst unter 27J4 ° N-'Br., auf der Rückreise unter 29^4 ; N-Br. geschnitten wurde. Die Zusammenfassung
aller Aufstiege der Gruppe V verwischt daher charakteristische Züge für das Gebiet südlich und nörd
lich der Passatgrenze und führt beispielsweise dazu, daß die mittlere Resultante in den untersten Schich
ten nur außerordentlich geringe Windgeschwindigkeiten und die prozentisohe Beständigkeit nur sehr
geringe Beträge aufweist. Es sind infolgedessen im folgenden die Aufstiege der Gruppe V,- die auf der
Ausreise noch im Westwindgebiet stattfanden, also die Aufstiege zwischen 27° und 30° N-Br., von den
übrigen Aufstiegen der Gruppe im Passatgebiet getrennt worden: Gruppe Va: Ausreise 27)4—30'-’,
Gruppe Vb: Ausreise 25—27’/2 7 Heimreise 25—30° N-Br. Die Aufstiege der Gruppe Vb unterscheiden
sich auf Ausreise und Heimreise nur sehr wenig; jahreszeitliche Einflüsse sind nicht erkennbar, so daß
ihre Zusammenfassung in Vb unbedenklich ersehei nt.
Man gelangt so zu einer neuen Unterteilung, indem man die Windmessungen der Ozeanüber-
querungen getrennt nach Ans- und Heimreise bearbeitet, wobei die Gruppe V a zur Ausreise liinzu-
genomen, während V b den Passatgruppen zugerechnet wird:
Oz-ea«: Ausreise I, II, III, IV, Va,
Heimreise I, II, III, IV.
*) A. W e äi e n e r 11. E. K u ]i 1 !i r <> <1 t, a. a. O. S. 32—39.
a) A. Mey, », a. O. S. 22—38.