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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Auf der inneren Barre, Tablazo genannt, in der Lagune ist eine flache Stelle, 
welche bei Hochwasser nur 3.£ Meter unter der Meeresfläche liegt. Die Loot- 
sen kommen mit einen kleinen Schooner über die Barre, müssen aber dann mit 
Booten abgeholt werden.“ Danach stimmen mithin die Angaben in den Sailing 
Direetions, sowie die Karten mit diesen neueren Ergebnissen nicht mehr überein. 
Selbst die von dem Capitain der Venezuelanischen Marine Pocaterra in 
grossem Maassstabe verfertigte und in New York herausgegebene Karte des 
Golfs von Maracaybo, welche sehr richtige Lothungen haben soll, ist in Bezug auf 
Grösse und Lage der Inseln zu einander, nicht ganz richtig. Das frühere Fahr- 
wasser im NW der kleinen Insel Bajo Seco, welches in den Sailing Directions 
angegeben ist, ist bereits seit 14 Monaten versandet, gerade so wie die ur- 
sprüngliche Einfahrt bei der Insel Zapara, weshalb man auch den 1842 begon- 
nenen Leuchtthurm auf der Westspitze der Insel unvollendet und in Verfall 
hat gerathen lassen. Von dem Platze, auf welchem man den betreffenden 
Lootsen, den jedes Schiff bei 200 Dollars Strafe nehmen muss, zu erwarten 
pflegt, ist der Kurs, wie schon erwähnt, Süd, und peilt man dann die Ostspitze 
der durch 3 kleine Hügel erkennbaren Insel Toas gerade voraus. Die Brandung 
auf dem Riffe, welches sich 1.5 Seemeilen von Bajo Seco nach NzO erstreckt, 
ist auch selbst bei Hochwasser und schönem Wetter weit sichtbar, während die 
Sandbank, welche sich ungefähr in der Richtung. OzS von Bajo Seco nach Za- 
para hinzieht, weniger hoch brandet. Deshalb ist anzurathen, beim Passiren 
der Barre sich westlich auf circa 1'/z Kblg. Entfernung von der Brandung zu 
halten. Die schmalste Stelle der Barre ist 3 Kblg. breit und liegt etwas nörd- 
lich von Bajo Seco. Die letzte Insel besteht aus Sand und ist nur mit einigen 
Mangle-Bäumen bewachsen. Der Thurm auf derselben war nicht zu sehen, aber 
aahe bei dem Ostende derselben steht eine Fischerhütte, welche, falls. die 
Hügel von Toas durch vorliegenden Wald z. B. für Boote verdeckt sein soll- 
ten, als Landmarke beim Durchsteuern an Steuerbord voraus zu halten ist. Hat 
man diese Hütte und die SO-Spitze von Bajo Seco passirt, so führt ein OSO 
Kurs direct nach dem einige Seemeilen entfernten Fort San Carlos. Zwischen 
der Insel San Carlos sowie den vorliegenden Bänken und der Insel Bajo Seco 
(das Fahrwasser ist hier ungefähr 1.5 Seemeilen breit) hat man durchschnittlich 
8 bis 10 Met. Tiefe. Bei der letzten Insel soll ein guter Ankerplatz sein, bei 
dem Fort San Carlos liegt ein Schiff unsicher, 
Am nächsten Morgen ruderte Capitain-Lieutenant Chüden nach dem 
0zS 3 bis 4 Seem. von dem Fort San Carlos entfernt liegenden Thurm auf der 
Insel Zapara. Bis zur Mitte des Weges wurden 7 bis 8 Met. gelothet, wäh- 
rend dann die Wassertiefe bis auf 3 Met. abnahm.' Der Thurm steht auf einer 
nach Westen heraustretenden Landzunge und bildet, wenn er auch seine Bedeu- 
tung durch Versandung des ursprünglichen Fahrwassers verloren hat, eine gute 
Landmarke zum Auffinden des Ankerplatzes. 
Während der Rückfahrt an Bord S. M. S. „Augusta“ wurden bis Bajo 
Seco 7 bis 8 Met. gelothet; auf der Barre selbst, kurz vor Niedrigwasser 5 bis 6 
Met., und desgleichen, wo das Fahrwasser am schmalsten war. Erst nachdem 
Bajo Seco passirt war, wurden östlich von dem in der Richtung des Fahrwassers 
laufenden Riffe, einigemal Tiefen‘ von nur 4.5 Met. gefunden. Man trifft hier stets 
eine unangenehme See, die, wenn etwas Brise hinzukommt, für Boote auf der weiten 
Fahrt 'nach der Rhede hinaus gefährlich wird. In den Wintermonaten ist Vor- 
mittags die günstigste Zeit; der Passat weht östlicher und nicht so stark, denn 
Nachmittags geht derselbe mehr nördlicher, frischt auf und weht bis zum 
Morgen sturmartig. Die Fluthhöhe beträgt 0,9 Met.; die Fluth läuft nur 4 bis 5 
Stunden, während die Ebbe aus der Süsswasser enthaltenden Lagune mit 3 bis 
5 Seem. Geschwindigkeit hart um San Carlos herum nach NNW auf die Barre 
zu setzt. Später soll ihre Richtung NO werden. 
Nach diesen Untersuchungen und den an Ort und Stelle eingezogenen 
Erkundigungen scheint das jetzige Fahrwasser uuter günstigen Umständen 
für 4.6 Met. tief gehende Schiffe passirbar zu sein. Die Einfahrt in die Lagune 
ist allerdings nicht möglich, denn ungefähr 10 Seem. von San Carlos liegt eine 
Stelle mit nur 3.2 Met. Wasser. Das Fahrwasser geht hier im Zickzack. und 
ist im Osten mit Prikken bis zur Lagune gekennzeichnet, von wo man bis Ma-
	        
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