2) In derselben Tiefe von ca. 914 Met. oder 500 Faden findet man auf
derselben Breite nördlich vom Aequator eine Temperatur von über 10° und süd-
lich vom Aequator eine solche von 4°, also den auffallenden Unterschied von 6°.
»3) Ein ähnliches Resultat ergiebt sich aus einem Vergleiche zwischen
24° Süd-Br. und 23° Nord-Br., indem in ersterer Breite die Isothermen von 6°
613 Met. oder 340 Faden, in letzterer 1353 Met, oder 740 Faden, also mehr
als doppelt so tief liegt; in derselben Tiefe von 475 Meter oder 260 Faden hat
man dort im Norden 13.3° und hier im Süden 8°, an der Oberfläche im Süden
17.5° und im Norden 22°, also Differenzen von 5.3 resp. 4.s.
4) Das Mittel der Wassertemperaturen in 33° Nord-Br. beträgt ca. 7.1°,
dasjenige in 33° Süd-Br. ca. 4.7°; diese‘ Differenz von 2.4° scheint grösser zu
sein, als die Differenz der mittleren Lufttemperaturen in derselben Jahreszeit,
über welche jedoch noch nicht hinreichend genaue Daten bekannt sind, um
sichere Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Mittel aus einer grösseren Reihe sol-
cher Vergleiche würde Aufschluss darüber geben, ob der klimatische Unter-
schied der beiden Hemisphären im Atlantischen Ocean der Hauptsache nach sich
vielleicht auf die Meeresströmungen zurückführen lassen dürfte,
5) Die niedrige mittlere Temperatur unter dem Aequator, welche ca.
4.8° beträgt, also nur 0.1° mehr als in 33° Süd-Br. und 2.3° weniger als in 33°
Nord-Br., ist eine weitere Bestätigung der auch von dem „Challenger“ aufge-
fundenen Thatsache des Aufsteigens des kalten Wassers unter dem Aequator
bis nahe an die Oberfläche des Meeres, wodurch die Gesammttemperatur der
verticalen Schicht bis zum Meeresboden abgekühlt werden muss.*)
Segelanweisung für die Strasse der Dardanellen,
(Fortsetzung von Seite 64.)
Maitos steht an einem niedrigen Abhang am Ende eines Thales, welches
sich quer über die Halbinsel an dieser Stelle hinzieht und am Fusse des Berges
Maitos-tepe, welcher an der Nordseite des Thales liegt. Es ist eine kleine
Stadt mit einer grossen in die Augen fallenden Griechischen Kirche, die in der Mitte
der Stadt steht; 16 Windmühlen befinden sich im Norden und Süden der Stadt
in einer Linie. Am nördlichsten Ende der Häuser steht eine kleine Baumwollen-
Fabrik, die durch ihren grossen Schornstein auffällt.
Am Nordende von Maitos macht die Küste aus einer Nord- in eine Ost-
Richtung übergehend, beinahe eine rechtwinklige Biegung und erstreckt sich dann
dieselbe im Allgemeinen in einer NOzO-Richtung, 19 Seem. weit, bis Gallipoli,
Khelia-Liman befindet sich %/4 Scem. im Norden von Maitos und bildet eine
gutgeschützte Bucht, die nach SO zu offen ist und die '/2 Seem. breit in der
Einfahrt ist; die Tiefe derselben beträgt 4 Kblg. Die Seiten der Bucht werden
von den steilen Abhängen der Berge Maitos und Khelia gebildet, auf welchen
nur wenig Vegetation zu sehen ist. Hin kleiner Fluss mündet am Ende der
Bucht KAelia in dieselben.
Ankerplatz. In der Mitte von Khelia-Liman ist ein Ankerplatz in
25 Met. Wasser, der Grund ist hier mässig steil, aber der Ankerplatz ist Böen
ausgesetzt und liegt ausserhalb der Route der Schiffe, weshalb er auch selten
benutzt wird. Segelschiffe passiren diesen Theil der Strasse entweder mit gutem
Winde oder werden von Schleppdampfern bugsirt.
Wasser kann man von einem Brunnen, der sich an der Westseite der
Bucht in der Nähe einiger alten Ruinen befindet, erhalten.
Berg Mal-Tepe. Derselbe liegt 1 Seem. in Norden von Khelza-Liman
und ist kegelförmig und gut sichtbar; seine Form kat Aehnlichkeit mit einem
grossen Grabhügel. 2 Seem. landeinwärts liegt ein kleines türkisches Dorf
mit Namen Codjada.
Von der Nordspitze des Khelia-Liman erstreckt sich die Küste um den
Fuss des Khelia Berges herum und der Mündung des Thals Bokali vorbei, und
längs des Fusses der Küstenberge, bis zur Spitze Sestos, 3 Seem. weit, nach NO.
*) Nach Schluss der Redaction sind uns einige interessante Nachrichten über den Aufent-
halt S. M, S. „Gazelle“ auf der Kergu elen-Insel und über das Gelingen der Beobachtulig des
Venusdurchganges daselbst zugegangen, die wir weiter unten in der Rubrik kleine hydrogra-
phische Notizen mittheilen. A. d. R.