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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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schen Brigg „Dolphin“ und von Lieut. Wilkes vorgenommenen Lothungen be- 
zweifelt wird. Die in der Nähe dieser Plätze mehrfach wahrgenommenen vul- 
kanischen Erschütterungen (Admiral Krusenstern’s Vulkan) lassen indessen die 
einstige Existenz von Untiefen jedenfalls sehr denkbar erscheinen. Alle diese 
Erscheinungen, in ihrer Gesammtheit betrachtet, . machen entweder. eine umfang- 
reichere zusammenhängende Bodenerhebung, oder eine Kette. von einzelnen Er- 
hebungen, die sich vielleicht bis zum St. Pauls Rock erstreckt, und von welcher 
die Insel Ascension den Endpunkt eines nach SW gekrümmten hakenförmigen 
Ausläufers sein mag, einigermassen wahrscheinlich. Kine nähere Untersuchung 
oder Feststellung dieser Bodenerhebungen wäre sowohl in Bezug auf die Strom- 
verhältnisse, als in geologischer Beziehung sehr erwünscht, besonders da von 
einigen Geologen ein früherer Abschluss des nordatlantischen Beckens nach Süden 
hin angenommen wird. ; . 
Die Temperatureurven I bis IV in dem Schnitte zwischen Ascension und 
der Congo-Mündung (s. Tabelle 11,2 und Diagramm III) haben; abgesehen von 
der ersten in 6° 15‘ Süd-Br. und 12° West - Lg., welche noch von der Boden- 
erhebung und vielleicht auch durch die Nähe der Insel Ascension beeinflusst ist, 
darin einen ähnlichen Verlauf, dass die Temperaturen bis gegen 500 Faden. rasch 
fallen und dann nur wenig sich verändern. Dagegen weichen die Temperatur- 
curven III und IV bei 300 Faden beträchtlich von einander ab, nämlich um 4.2°. 
Auch die Temperatureurven (V bis VIII), welche‘ zwischen der Congo- 
Mündung und der Capstadt gewonnen sind (s. Tabelle IL, 3), divergiren am mei- 
sten in einer, Tiefe. von 300 Faden, und zwar um 3.8s°; bei 440 Faden Tiefe 
nähern sie ‚Sich schon wieder bis auf 0.s°;. bis zu 500 Faden Tiefe wird dieser 
Unterschied abermals etwas grösser, nimmt aber alsdann wieder ab, 
Die Unregelmässigkeit der Temperaturcurve VII in 33° 28.5‘ Süd - Br. 
und 1° 8.9‘ Ost-Lg., bei welcher die Temperatur .in 50 Faden um einige Grade 
höher gefunden wurde, als an der Oberfläche, ist für jetzt noch schwer zu er- 
klären; doch findet die Richtigkeit. dieser Messung eine gewisse Bestätigung in 
dem sonstigen Verlaufe der Curve, welche bis zu einer Tiefe von 300 Faden 
höhere Temperaturen zeigt, als. die anderen Curven in gleichen Tiefen; zwischen 
300 und 500° Faden sinkt die Temperatur aber wieder unter die der anderen 
Curven und hält sich dann gleichmässig niedrig. 
Bei Betrachtung der Temperaturcurve VIII (s. Diagr, IV) findet man eine 
Senkung der oberen Isothermenschichten bis zu der Isotherme von 6° im Ver- 
gleich zu den früheren. Temperaturcurven V bis VII, obgleich die Isothermen 
von 3° und 4° anzeigen, dass hier ein. starker unterer antarktischer Zufluss 
stattfindet. . Bringt man nun: diese Senkung der oberen Isothermenschichten mit 
den oben erwähnten Unregelmässigkeiten der Temperaturcurve VIII und‘ mit der 
beobachteten Thatsache in Verbindung, dass gleichzeitig auch die specifischen 
Gewichte des Oberflächenstromes nach dem Orte dieser Curve hin abnehmen, 
So erscheint es wahrscheinlich, dass. hier ein wärmerer Unterstrom existirt, der 
trotz seiner grösseren Wärme in Folge grösseren Salzgehaltes sinkt und vom 
kälteren Oberstrome zeitweise überfluthet wird. . Diese Annahme wurde auch 
noch bestätigt durch eine bald nach der gewonnenen Reihentemperatur gefundene 
Temperaturerhöhung des Wassers bis 19.1°. und. seines specifischen Gewichtes 
bis zu, 1.0276, während die Temperatur vorher und nachher 15° bis 16° und das 
specifische Gewicht 1.072 betrug; hier trat also ein schmaler Streifen des wär- 
meren Unterwassers plötzlich zu Tage. Die Strommessungen in 73 und 146 Met. 
oder 40 und 80 Faden Tiefe (s. Tabelle 1,3) scheinen anzudeuten, dass dieser 
Streifen ein Zweig des Agulhas-Stromes gewesen sein kann. 
Vergleicht man schliesslich die während der Fahrt der „Gazelle“ im at- 
lantischen "Ocean erhaltenen Isothermenschichten, welche in den Diagrammen I 
bis IV dargestellt wird, mit einander, so gelangt man zu folgenden Ergebnissen: 
1) Für gleiche Breiten südlich und nördlich vom Aequator findet man 
erhebliche Temperaturdifferenzen, welche dem Ueberwiegen des: kalten antark- 
tischen Stromes über die arktische Strömung entsprechen: 
In 33° Süd-Br. liegt die 3° Isotherme in 1280 Met... oder 700 Faden, 
die 10°. Isotherme in 567 Met. oder 310 Faden. 
In 33° Nord-Br. liegt die 3° Isotherme in 2560 Met. oder 1400 Fa- 
den, die 10° Isotherme in 987 Met. oder 540 Faden.
	        
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