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einschliesslich von Tiefseelothungen, Beobachtungen über Gezeiten und endlich
Aräometerbeobachtungen, denen sich noch Beobachtungen über die Eisbedeckung
im Polarmeere anschliessen. Die ersten beiden Klassen von Beobachtungen
sind von Koldewey, die letztere von Dr. Börgen bearbeitet. Auch diese
Beobachtungen, obgleich nicht immer mit den besten Instrumenten neuester Er-
findung angestellt, bieten uns manches Neue und Interessante, zeigen aber eben-
falls, wie die meteorologischen, dass nur erst ein Anfang gemacht ist und wie
dringend wünschenswerth auch nach dieser Richtung eine Fortsetzung der Ar-
beiten sein wird. ;
Die angestellten Tiefseelothungen geben uns Aufschluss über die Beschaffen.-
heit des Meeresbodens an der ostgrönländischen Küste und zeigen uns, dass
längs derselben von 75 bis 70° Breite bis zu einer Kntfernung von 60 bis
80 Seem. sich ein unterseeisches Plateau von 183 bis 366 Met. Tiefe erstreckt;
östlich davon fällt der Meeresboden bis zu einer Tiefe von über 1832 Met.
ziemlich steil ab. Nahe unter der Küste findet sich an manchen Stellen z. B.
an der Ostküste von Shannon und der Mündung‘ der grossen Fjorde südlich
von Cap Broer Ruys wieder eine tiefere Stelle von über 366 Met. Tiefe und
im Innern des Kaiser-Franz-Josephfjords kamen Tiefen von über 915 Met. vor;
der Grund ist fast überall Schlamm, ein Zeichen dass keine starke Strömung
vorhanden ist. Ueber die an der ostgrönländischen Küste beobachteten Strö-
mungen macht Koldewey a. a. O0. pag. 615 folgende Bemerkungen; „An der
Aussenkante des Eises und im 'Treibeise selbst bis zu den Feldern, die sich
weiter innerhalb der Barriere vorfinden, existirt zwischen den Breiten 70° und
75° eine beständige südwärts gerichtete Strömung von durchschnittlich 8 bis
10 Seem. Geschwindigkeit in 24 Stunden, welche indess je nach den Winden
und dem daraus hervorgehenden Treiben des Eises oftmals beträchtlich ostwärts
oder westwärts abgelenkt wird. ;
Unmittelbar an der Küste ist jedoch, obgleich im Allgemeinen, d, h. im
Jahresmittel, eine Fortbewegung des Eises und Wassers nach Süden nicht
ganz zu verkennen ist (die durchschnittliche Geschwindigkeit des Eisfeldes, auf
dem sich die Hansamänner befanden, betrug 4.6 Seemeilen in 24 Stunden), doch
dieselbe entschieden schwächer, als an der Aussenkante des Eises und wird
vorzüglich im Sommer, wenn mehr südliche Winde eintreten und die Nordwinde
schwächer sind, oft gänzlich aufgehoben, so dass zu Zeiten die Eisfelder nahezu
stationär bleiben, oder sie sich nur von der Küste ab, oder nach derselben
hin bewegen. Im Winter ist das Treiben des Eises nach Süden wegen der
dann am stärksten und andauernd wehenden Nordwinde bedeutender als im
Sommer. Regelmässige Ebbe- und Fluthströmung ist, obgleich bei Springfluthen
das Wasser bis zu 5 Fuss steigt, nicht vorhanden; selbst in dem grossen
Kaiser-Franz-Joseph-Fjord fanden wir keine regelmässige Strömung irgend
welcher Richtung vor, oder konnten sie vielmehr während der kurzen Zeit
unseres Aufenthaltes nicht wahrnehmen.“
Die vom 1. October 1869 bis Ende April 1870 an Bord der „Germania‘‘
angestellten Fluthbeobachtungen sind ebenfalls die ersten ihrer Art an der
ostgrönländischen Küste, Sie umfassen für Sabine-Insel einen Zeitraum von 7
Monaten und gestatteten eine ziemlich genaue Bestimmung der Constanten,
nämlich der Hafenzeit, der halhmonatlichen Ungleichheit und damit des Ver-
hältnisses der Sonnen- und Mondfluth, und des Zurückbleibens der Fluthwelle,
wie auch der wesentlichsten Erscheinungen der Gezeiten. Ausserdem wurden
an verschiedenen von der „Germania“ berührten Küstenpunkten ebenfalls, so-
weit es die Zeit erlaubte, Fluthbeobachtungen angestellt, die, so mangelhaft sie
auch immer bleiben mochten, doch mit Hülfe der für Sabine-Insel gefundenen
Constanten es ermöglichten, wenigstens annähernd die Hafenzeiten für einige
Orte festzustellen und damit ein ungefähres Urtheil über das Maass der Ge-
schwindigkeit der Fluthwelle an dieser Küste zu gewinnen. Die gefundenen
Constanten für Sabine-Insel werden wie folgt angegeben:
wahre Hafenzeit (d. h, Zeit des Hochwassers am Tage des Neu- und Vollmondes)
= 11 13,7
= Q.4162
zz 14 Tag,