34
den, aber nach dem Passiren derselben liess er wieder nach und hörte fast
ganz auf,
Auf der an der Ostseite von Perim liegenden Untiefe wurde das Wrack
eines grossen Dampfers gesehen, der hier schon vor über einem Jahre aufge-
laufen ist (s. Hydr. Mitth. 1875, p. 2). Am Morgen des 23. November kam Aden
in Sicht und wurde daselbst im Hafen, behufs Einnahme von Kohlen, geankert.
Nach den in Aden eingezogenen Erkundigungen hatten die in derselben
Zeit, als „Ariadne“ durch den Massaua- Kanal ging, die gewöhnliche Route
gekommenen Dampfschiffe auf derselben ungewöhnlich starken Wind und Seegang
gohabt, und dieses bestätigt den Vortheil des Passirens des Massaua- Kanals
in dieser Jahreszeit für Schiffe, welche von Swez nach Aden bestimmt sind, und
vanz besonders ist diese Route den Dampfern anzurathen, welche nicht, wie
die Postdampfer,. einen sehr grossen Kohlenvorrath an Bord haben können und
nicht darauf gebaut sind, gegen hohe See anzudampfen. Man macht zwar auf
dieser Route einen Umweg von ungefähr 30 Seem. gegen den directen Kurs und
ist auch genöthigt, ein- bis zweimal während der Nacht zu ankern, auch ist die
Navigirung schwieriger, besonders da die Luft über der Küste ausserordentlich
dunstig und dieselbe nur in mässiger Entfernung deutlich zu schen ist, aber bei
aufmerksamer Verfolgung der einzelnen Inseln und floissigem Gebrauch des
Lothes, sowie häufiger Positionsbestimmung durch Peilungen, sind dieses alles
leicht zu überwindende Schwierigkeiten, und der weitere Weg und der durch
das Ankern verursachte Aufenthalt werden durch den geringeren Strom und die
sehr viel günstigeren Verhältnisse von Wind und Secgang bald und leicht ein-
geholt. Kleineren Dampfern würde es wohl kaum gelingen, die mittlere Passage
bei dieser Jahreszeit zurückzulegen, Sollten Schiffen die Kohlen ausgehen, so
können sie darauf rechnen, in Massaua solche vorzufinden, woselbst die
Aegyptische Regierung für ihre Postdampfer cin Kohlendepot hat, doch darf
sicherem Vernehmen nach der Pascha von Massaua, gegenwärtig der frühere
englische Consul Dr. Munzinger, ohne Erlaubniss des Khedive keine Kohlen
abgeben. Sollten daher Schiffe befürchten, nicht mit ihren Kohlen auszukom-
men, so dürfte es sich ompfehlen, bei Passiren des Swuez-Canals durch die Ver-
mittelung des General-Consuls in Cairo die betreffende KErlaubniss des Khedive
zu erwirken. An der Ostküste des Rothen Meeres triflit man aber überhaupt
sicher in Tiddak und Hodeidah Kohlen an, nur zu sehr hohen Preisen; es sollen
am letzteren Orte dieselben bis 6 £ pro Tons kosten.
Für das Ansteuern und Passiren des Massaua - Kanals sowie der weite-
ren Route längs der Afrikanischen Küste dürfte folgende Segelanweisung für die
von Norden kommenden Schiffe einen Anhalt bieten:
Kann man noch bei Tage die Sawakin - Gruppe erreichen, so sollte man
die Sheikh-Insel ansteuern, während der Nacht jedoch muss man dieselbe in
wenigstens 15 Seem. Ost Entfernung passiren, da sie in hellen Nächten nur in
unmittelbarer Nähe zu sehen ist. Dagegen kann man bei der klaren Luft immer
gute Stern-Observationen bekommen.
Von der Sawakin - Gruppe aus ist der Kurs auf den in der Karte mit
North Bluff bezeichneten Berg zu setzen und sollte man sich so einrichten, dass
man die Küste mit Tagesanbruch ansteuert. Von hier aus steuert man in einem
Abstande von 2 bis 4 Seem. längs der Küste, so lange Tag ist, während man
mit Sonnenuntergang sich bis auf 36 Met. Tiefe an die Küste heranlothet und
dann ankert.
Nachdem man Difnein passirt hat, ist es besonders nothwendig, die ein-
zelnen Inseln im Auge zu behalten und Insel für Insel auf der Karte zu verfol-
gen, da man sonst leicht dieselben verwechseln und in seiner Position unsicher
werden kann. Nachdem die nördlich der grösseren Insel Harat gelegene kleine
Insel Seil-Badirah passirt, halte man mehr von der Küste ab, so dass man,
wenn sich Labuwah und die Südspitze von Harat deckt, in der Mitte des Fahr-
wassers sich befindet. Von hier führt ein SO-Kurs frei von allen Untiefen auf
die Insel Shumme. und. durch den südlichen Massaua - Kanal hindurch; doch muss
man auf diesem Kurse die einzelnen Inseln nach einander beständig in Kreuz-
peilung halten, um jede: Stromversetzung vom richtigen Wege sofort zu finden
und den Kurs danach entsprechend zu ändern. Der SO-Curs ist beizubehalten,
bis die Insel Ajuz oder Howakil querab ist, damit man mit Sicherheit die Un-