Avouzlar. Bei dem kleinen Dorfe Avowzlar ist eine Ankerstelle, welche
aber nicht empfohlen werden kann, höchstens ist solche nur im Nothfall zu ge-
brauchen. Frisches Wasser kann man aus einem Brunnen, welcher in der Nähe
des Strandes von Avouzlar steht, erhalten.
Milid-Bahr, auch Dardanellen Schloss oder das alte Schloss von
Europa genannt, ist ein malerisches steinernes Festungswerk, von Herz- oder
Kleebattform, mit einem grossen Thurm in der Mitte, von ähnlicher Form;
dasselbe steht an dem Abhang an der Grenze der Strasse. Die einzigen Ka-
nonen, mit denen es gegenwärtig armirt ist, befinden sich in massiven oder in
Erdbatterien unterhalb des Thurms und bestehen aus 8 sehr grossen bronzenen
alten Geschützen, von denen 2 Steinkugel von 726 mm. Durchmesser werfen
und die übrigen varliren zwischen 635 mm. und 508 mm. Kaliberstärke. Dicht
bei dem Festungswerk liegt der Kynossema oder Grabhügel der Hecuba, Die
Stadt Kılid-Bahr liegt an dem Abhang der Berge, welche sich ziemlich plötzlich an
der Küste erheben und eine Höhe von 198 Met. erreichen.
Batterie Namazieh stösst im Süden an Kilid-Bahr und ist ein im Bau
befindliches, neueres Erdwerk, mit 11 neueren Geschützen, die frei stehen. Es
sind 68- und 56-Pfünder und ein gezogenes 12 Tons Geschütz.
Leuchtfeuer. Auf dem äussern Theil der Brustwehr der Namazich
Batterie steht ein weisser Pfosten, an welchem alle Nächte 2 grüne feste Feuer,
senkrecht untereinander, aufgeheisst werden; und zwar in einer Höhe von 6 Met.
und 15 Met. über der Meeresfläche. Die Fouer sind 4 Seem, sichtbar.
Bank. Die Spitze Namazich selbst ist frei von Untiefen, aber südlich
grenzt beinahe eine Sand- und Felsenbank an dieselbe; die Wassertiefe auf
dieser Bank beträgt 3.7 Met., sie ist 1! Seem. lang und liegt 1 Kblg. vom
Land ab. Die Grenze der Bank ist steil abfallend.
Unterseeisches Telegraphenkabel. Ein solches führt quer über die
Strasse, von der Nordecke von Kilid-Bahr nach der Nordecke von Chanak-Ka-
Zehei, und Schiffe dürfen nicht in der Nähe dieser Linie ankern.
Batterie Dermaburnu. Dieselbe ist ein kleines modernes Erdwerk,
mit 11 kleinen Kanonen, und steht an der Wassergrenze $/ı Seem. unterhalb
Kilid-Bahr.
Cham-Kalch-si ist ein altes vom Wetter weiss gewordenes steinernes Fe-
stungswerk, mit 20 Schiessscharten und 11 kleinen glatten Geschützen; dasselbe
steht 1 Seem. NNW. von der Dermaburnu-Batterie entfernt, auf niedrigem
Grunde und ist halb von einem Abhang verdeckt, welcher es aber nach Süden
nur wenig schützt.
Zwischen der Dermaburnu- Batterie und Cham-Kalch-si liegt eine 1 Kbig.
breite die Küste einfassende Bank.
(Fortsetzung folgt.)
Vergleich zweier Reisen von China nach Australien.
Durch die Vermittelung des Herrn A. Schück gingen uns die Journal-
Auszüge von zwei Hamburgischen Schiffen Hans‘ und „Matador‘“ zu, die im
Juli 1867 zu gleicher Zeit von Futschw nach Melbourne, beide mit Thee be-
laden, segelten und von denen die Führer sich besonders bestrebten am schnell-
sten die Reise zurückzulegen, um die Prämie für den ersten Thee der Saison
in Melbourne zu erhalten. .
Die Bark „Hans‘‘, Capitain C. Eisenmenger, verliess am 3. Juli die
White Dog’s Inseln und beschloss, da nach Maury’s Karten nördlich von
30° Nord-Br. mehr westliche Winde, als südlich davon zu erwarten waren und
da ferner nach seiner eigenen Erfahrung der NO-Passat von 170° bis 175°
West-Lg. sich sogar bis 0SO herumzuziehen pflegte, nördlich von 30° Nord-Br.
die Länge von 170° Ost zu gewinnen, dann den Aequator ungefähr in 180° zu
schneiden und wenn möglich südlich von New-Caledonien die Küste von Austra-
lien anzusteuern.
Das Schiff ging durch die Colnet Strasse in den stillen Ocean und segelte
parallel den Japanischen Inseln, so dass es am 15. Juli die höchste Breite