Behufe wurde alle Viertelstunden die Temperatur des Seewassers gemessen. Es
ergab sich hierbei, dass die warme Strömung mit einer Temperatur von etwa
26° C. von Mela Head in 34° 54‘ Nord-Br. an dicht unter Land etwa 55 Seem.
weit nach Norden läuft; alsdann biegt sie östlich aus, um der kalten Strömung
längs dem Lande Platz zu machen, welche sich mit einer Temperatur von 19°
bis 21° 30 bis 60 Seem. weit vom Lande hin erstreckt. *) .
HT.. Winde.
1) Im Mittelmeer und In der Strasse von Gibraltar fand S. M. S. „Zlisa-
beth“ bei gutem Wetter stets veränderliche Winde. Die dort von der „Klisa-
beth“ angetroffenen Stürme wehten meistens aus nahezu westlicher oder östlicher
Richtung; im Winter wehten aus dem Golfe du Lion starke Nord und NW-Stürme.
2) In Aden (April 17—20) herrschten Land- und Seewinde: ersterer fing
des Morgens 10 Uhr an und.dauerte bis 3 Uhr Nachmittag; alsdann setzte die
Seebrise mit ziemlicher Stärke (5—7) ein und wehte die ganze Nacht hindurch.
3) Im Golf von Aden wurde noch ein. leichter NO-Monsun vorgefunden,
welcher bis 11 Uhr Morgens schwach war, alsdann aber bis 6 Uhr Abends bis
zur Stärke 5—6. anschwoll; bei zunehmender Stärke des Windes ging derselbe
mehr nach Norden und bei abnehmender Stärke mehr nach Osten herum.
4) Im Arabischen Meere traf „Elisabeth“ meistens auf Windstillen; nur
machte sich eine lange südliche Dünung bemerklich.
5) Am 3. Mai stellte sich in ungefähr 9° Nord-Br. und 61° Ost-Lg. eine
nordwestliche flaue Brise ein, die bis zum 8. Mai anhielt,‘ an welchem Tage zu-
erst der SW-Monsun mit Regenböen einbrach.
6) In dem Meerbusen von Bengalen fand „Elisabeth“ stets starken SW-
Wind vor mit Regen und böigem Weiter; dies blieb so bis zu dem Canal zwi-
schen Sumatra und der Insel Great Nicobar, wo veränderliche Winde eintraten.
7) Anfangs Juni wurden auf der Reise der „Elisabeth“ von Singapore
nach Honkong in der China See wider Erwarten Süd-West-Winde nicht ange-
troffen, entgegen allen Angaben in den Segeldireetionen und Windkarten (s. Hydr.
Mitth. 1874, pag. 230). Windstillen und nördliche Winde wechselten mit ein-
ander ab; erst während der Reise von Honkong nach Yokohama, nachdem die
Tiu-Kiu - Inseln passirt waren, stellte sich Ende Juni für mehrere Tage starker
südwestlicher Wind ein.
8) Während des Aufenthaltes S. M. S. „Elisabeth“ in Yokohama von Juli
bis zur Zeit der Abfassung dieses letzten Berichtes (Ende October) herrschten
mit wenigen Ausnahmen südliche Winde vor.**)
9) Die zwei von der „Elisabeth“ beobachteten Terfune. vom 10. Juli und
20/22. August 1874 s. Hydr. Mitth. 1874, pag. 313 und 314. N
IV. Bemerkungen über die Häfen von Hakodade und Yokohama.
1) Der Hafen von Hakodade ist einer der besten natürlichen Häfen, welche
es giebt: von allen Seiten geschlossen, gross und geräumig, von angemessener
7 Aehnliche Beobachtungen in demselben Meerestheile über die nicht unbeträchtliche Ab-
nahme der Temperatur des Seewassers nach dem Lande zu hat Herr F. Knipping (s. a. a. O,
Juli 1874) in den Monaten Februar und April 1870 gemacht, und zwar südlich vom Cap Ideu
(Iro 0 saki) in geringer Entfernung von der Stelle, wo der Postdampfer „N/“ im Jahre 1874
unterging. Herr Knipping fand am
1. Februar 1870 in 34° 28’ Nord-Br. und 138° 55’ Ost-Lg. 15%0 C.
„MM Ir » „ 138° 37° „ 18%
10. April 1870 ‚ 34° 3 „ 138° 7 209.0
„ 34°2U 5 138°42' „ 16°%4
„34°2U‘ „138949 „ 15%
Eine Kenntnissnahme dieser Temperaturdifferenzen und damit auch der Stromgrenzen
dürfte eine allzugrosse Annäherung an das Land rechtzeitig anzeigen und Schiffbrüche verhüten.
A. d. R,
**) Der Kommandant S. M. S. „Arcona“, Corv.-Capt. Frhr. v. Reibnitz, welcher zu dersel-
ben Zeit wie S. M. S. „Eisabeth“ in den japanischen Gewässern sich aufhielt, berichtet ebenfalls,
dass der SW-Monsun bis zum 18. September, wo er kenterte, ziemlich gleichmässig wehte; im
Juli waren davon ausgenommen 12 Tage und im August nur 7 Tage, an welchen veränder-
liche Winde wehten. Während des Tages hatte der Monsun durchschnittlich eine Stärke von
2 bis 3, höchst selten über 4, des Nachts wurde er ganz dau, oder gar still, und stets von schö-
nem klarem Wetter begleitet.