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Orte, an denen die Consularbehörden ihren. Sitz haben, alphabetisch geordnet,
an Zahl 625), der auf die Seeschifffahrt bezüglichen Reichsgesetze, Verordnungen
u. 8. w., endlich derjenigen Staaten, mit denen Verträge über Auslieferungen
desertirter Matrosen abgeschlossen sind, nebst Bezeichnung dieser‘ Verträge;
sodann statistische Uebersichtenl über den Bestand der Deutschen Kauffahrtei-
schiffe nach Gebieten (für 1871— 75), Heimathshäfen (für 1873—75), nach
Grösse und Gattung, nach Alter, Hauptmaterial, Verbolzung, Beschlag und
Chronometerführung am 1. Januar 1875 geordnet (alle diese aber nur für die
Schiffe von mehr als 50 Kubikmeter Brutto - Raumgehalt); ferner ein alphabe-
tisches Verzeichniss der Deutschen Kauffahrtei-Dampfschiffe nach dem Bestande
am 1. Januar 1875, eine alphabetische Liste der Deutschen Heimathshäfen mit
Bezeichnung der Schiffsregister-Behörden, in deren Bezirk sie liegen und schliess-
lich eine Anweisung in Betreff der Beurkundung von Geburten und Sterbefällen
auf Seeschiffen während der Reise.
2. Statistischer Sanitätsbericht übor die Kaiserlich Deutsche
Marine. für den Zeitraum vom 1, April 1874 bis 1. Aril 1875.
(Beilage zum Marine- Verordnungsblatt No. 17, 1875).
Dieser von dem bisherigen Generalarzt der Marine, Dr. von Steinberg-
Skirbs abgestattete Bericht umfasst zum ersten Male den Zeitraum eines
vollen Jahres und behandelt in den beigefügten Erläuterungen die Gesundheits-
und Sterblichkeitsverhältnisse der Marine-Stationen der Ost- und Nordsee, sowie
die Leistungen der Lazarethe dieser Stationen ebenfalls zum ersten Male von
einander getrennt, wenn auch nach übereinstimmenden Dispositionen und nach
gleichen Formen bearbeitet. Hierdurch gewinnt man eine klarere Einsicht in
die von einander abweichenden klimatischen und localen Einflüsse der verschie-
denen Stationen; dieser Bericht kann als erster wohl gelungener Versuch be-
zeichnet werden, den zeitlichen Verlauf der Krankheiten statistisch zu berechnen.
Diesem Berichte über die festen Stationen ist noch ein statistischer Bericht
über die Gesundheitsverhältnisse an Bord S. M. Schiffe beigefügt, sowohl der auf
den heimathlichen Stationen (Ost- und Nordsee) als den in fremden Häfen ’etc.
stationirten; diese Darstellung lässt den Einfluss des verschiedenen Klima’s und
Aufenthaltsortes deutlich hervortreten; das hier niedergelegte Material kann
freilich aber erst nach einer Reihe von Rapport-Jahren für die medieinische
Statistik und für die Kenntniss der klimatischen und Gesundheitsverhältnisse
verschiedener Küstenorte und Meerestheile verwendet werden:
Wir haben in diesem Hofte der Annalen (8. S. 472) ans den ausführlichen
Berichten der Kaiserlichen Marineärzte einiger der in den Ostasiatischen Ge-
wässern stationirten Schiffe der Kaiserlich Deutschen Marine mehrere Notizen
über die Häfen in Japan und Chinas mitgetheilt, welche neben dem rein medi-
cinischen Inhalte der betreffenden Berichte auch noch ein allgemeineres Interesse
in Anspruch nehmen dürften. Je vielseitiger verschiedene Gruppen von localen
Erscheinungen und je zusammenfassender die neueren Berichte über ferne Häfen
and Küsten werden — und sie sind es schon geworden im Gegensatz zu
früher, desto eher wird die bisher immer noch unvollständige Kenntniss der-
selben in Hinsicht auf ihre natürlichen und socialen Verhältnisse erweitert
und damit auch die Einsicht in die, das Leben und Wohlbefinden der
vielen Deutschen, welche jene Häfen und Küsten auf längere oder kürzere
Zeit besuchen, oder in ihnen ihren Wohnort aufschlagen, bedingenden klimatischen
Einflüsse befördert werden. Wichtige Winke in Bezug auf die hygienische
Erforschung fremder Orte und Länder giebt der Artikel „Heilkunde“ von dem
Oberstabsarzt Dr. Friedel in der von Prof. Neumayer herausgegebenen
Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen.
(Abgeschlossen am 21. Dezember 1875.)