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Loggrechnung 81/2 Seem. lang und erstreckt sich in der Richtung: WzN—02zS;
die Breite derselben wurde auf 1'% bis 2 Seem. geschätzt; Nach der Mittags
observirten Breite und Länge liegt diese Untiefe auf 5° 35‘ Nord - Br. und
149° 17“ Ost-Lg. Da es Abend war und der Wind heftig aus NW mit dicker
Luft und Regen wehte, so konnten keine weiteren Beobachtungen und Unter-
suchungen angestellt werden.
5. Namen und Lage der zur Phönix-Gruppe gehörenden
[nseln*), Nach den uns brieflich mitgetheilten Angaben von Führern
amerikanischer Guano-Schiffe stimmen die Positionen der zur Phönix-Inselgruppe
gehörenden Inseln bis auf einige Sekunden mit denjenigen der neuesten engli-
schen Admiralitätskarte „South Pacific Ocean“ überein. Hiernach liegt:
1. Insel Mary oder Swallow, in . . 2° 41’ Süd-Br. 171° 40‘ West-Lg.
2. Insel Enderbury, in... . 3° 8. 171° 8
3. Insel Birnies (oder Birney), in 1° 34 171° 33
4. Insel Phönix, in. . . . 9 46° 170° 40°
5. Insel Sydney, in. . . . 028 171° 18‘
6. Insel M’'Kean, in. ‚, . °35 2 174° 17
7. Insel Hull, in... 4° 30° 2 172° 20‘
Alle - übrigen sonst auf den Karten innerhalb der Phönix-Gruppe ange-
gebenen Inseln existiren nicht; demnach würde auch die nach der diesjährigen
englischen Admiralitätskarte angegebene Insel Gardner (oder Kemin) nicht vor-
handen sein.
6. Der Hafen von Corintho (Realejo oder Pemto Scaca) an der
Westküste von Nicaragua**),. In diesem Hafen ist, nach einer Mittheilung des
Deutschen Consulates zu Leon, nordöstlich - von der Insel Cardon, auf einer
kleinen Felsenerhöhung zwischen. der wirklichen und der sogen. falschen Ein-
fahrt ein Leuchtthurm mit weissem, festem Feuer errichtet worden (s. „Nachr.
f, Seef.“ 1875, No. 820).
Die wirkliche Hafeneinfahrt ist selbst für grössere tiefgehende Schiffe
passirbar, wogegen die sogen. falsche Einfahrt (Barra falsa) nur von flachen
Barken zu benutzen ist. Bei Niedrigwasser sind in demselben mehrere Klippen
sichtbar, welche aber bei Hochwasser bedeckt sind. Da sie jedoch breiter ist
als die wirkliche Einfahrt, so wird sie häufig von Schiffen, die zum ersten Male
hierher kommen, mit der: wirklichen Einfahrt verwechselt und hat daher ihren
Namen erhalten. Die wirkliche Einfahrt befindet sich nördlich vom Leuchtthurm;
ihre Mitte ist ungefähr 96 Met, von dem Leuchtthurm entfernt.
Auf älteren Karten und auch noch in Findlay’s North Pacific Directory,
pag. 49, findet man noch häufig diesen Hafen mit dem Namen Realejo oder auch
Pemta Scaco bezeichnet. Der erstere dieser beiden Namen, Realejo, ist aber
der eines kleinen Ortes, welcher einige Seem. weiter stromaufwärts liegt und
woselbst . sich früher das Zollamt befand, bis zu welchem kleine Fahrzeuge
zegelten. Pemta Scaco heisst die Halbinsel, welche nur durch einen Sumpf mit
dem Festlande zusammenhängt, und auf welcher das jetzige Corintho mit seinem
Zollamte erbaut ist.
Der Ort Corintho besteht aus nur wenigen‘ Häusern und bietet auch: nur
das unumgänglich Nöthigste für die. Verbindung mit den Handelsschiffen und
mit den Dampfern der „Pacific-Mail-Steam-Ship-Company“ dar. Diese Dampfer
besuchen Corintho regelmässig alle 14 Tage. i
Der Hafen von Corintho ist geräumig und vollständig geschützt.
7. Flaschenpost: a) Die „Deutsche Seewarte“ in Hamburg hat von dem
Secretair der „Underwriters Association“ zu Liverpool nachstehende Flaschen-
post des Capitain C. N. Rave von der Deutschen Brigg „Schwan“ erhalten:
Y S.” „Directory for the South Pacific Ocean“; (3, Edition) G. Findlay, London 1871,
pag. 664 etc.
**) S. Findlay’s North Paeifie Directory (1870), pag. 49—55,