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nimmt, so dass bei Niedrigwasser bei Doboy selbst noch 3.7 Met. Wassertiefe
ist, Untiefen sind keine vorhanden, aber da das Fahrwasser über der Barre
Versandungen ausgesetzt ist und sich zuweilen ändert, so ist es nothwendig,
stets einen Lootsen zu nehmen. Der Meeresboden ist durchgängig grauer
Sand und die Temperatur des Wassers war in der Nähe des Landes wenige
Grade kälter als im Golfstrom selbst, desgleichen verändert sich die Farbe
des Wassers von Indigoblau im Golfstrom in dunkelgrün, sobald man sich der
Küste nähert und wird dicht an letzterer trübe und erhält ein lehmiges Aus-
sehen. Besondere Strömungen wurden nicht beobachtet.
Ankerplatz. Es sind mehr Ankerplätze vorhanden, von denen der beste
beim Sapelo-Leuchtthurm ist, mit guthaltbarem blaufarbigen Lehmgrund und ein
weniger guter bei dem Flusse Back, woselbt der Grund sumpfig ist. Augen-
blicklich ist man dabei, Pfähle zum Festmachen für die Schiffe einzurammen und
die einzige bis jetzt bestehende Vorschrift, betreffs des Verteien der Schiffe,
ist für die zu Doboy ladenden_ Schiffe die, vorne und hinten Anker auszubringen,
Auf der Rhede von Doboy sind 6 bis 11 Met. und am Kai 5 bis 5.5 Met,
Wasser. Bei günstigem Winde kann man bis zum Ladeplatz aufsegeln, für
grössere Schiffe ist aber von einem Aufkreuzen abzurathen.
Winde, Während der Zeit von Anfang October bis Ende Jumi ist die
Land- und Sechrise nur unbedeutend, dagegen sind solche aber gut wahrnehm-
bar während der Regen- und Gewitterzeit von Anfang Juli bis Anfang Oktober.
Gesundheits - Verhältnisse, Nach einem Gesundheitspass ist nicht
gefragt worden, jedoch müssen die Schiffe, welche von ungesunden Orten kom-
men, Quarantaine liegen. Während der Regenzeit herrscht hier sehr das
Sumpf- oder Gallenfieber, gegen welches Chinin und Schlangenwurzelthee verordnet
wird, Da in dieser Zeit es am Tage sehr heiss und die Abende und Nächte
kühl sind, und dabei ein starker Thau fällt, so hat man sich sehr vorsichtig
zu kleiden und jedes Schlafen unter freiem Himmel zu vermeiden. Auch ist
der Genuss des höchst ungesunden sumpfigen Wassers zu vermeiden und müssen
dahin bestimmte Schiffe sich mit einem Vorrath guten Trinkwassers versehen.
Die Zeit von October bis Juni ist im Allgemeinen weit gesunder.
Handels-Verhältnisse. Es wird von jedem Schiffe ein Manifest ver-
langt, dagegen ist eine Lukenbesichtigung nicht im Gobrauch. Hat man Pro-
test zu erheben oder cino Verklarung zu machen, so muss solches in Savannah
geschehen.
Eine Waaren-Einfuhr kommt selten vor und kommen auch selten Schiffe
nach Doboy, welche nicht bereits befrachtet sind. Die Holzladung schickt,
wenn solches in der Charte Partie vermerkt ist, der Ablader mit seinen Leuten
an Bord, welche dasselbe mit dem vom Schiffe zu liefernden Ketten und Taue
befestigen; nachdem solches geschehen, ist der Capitain für das Holz verant-
wortlich. Die Holzstauer sind unzuverlässig und überlassen oft ihren Leuten
das Stauen, weshalb man genöthigt ist, dasselbe nicht blos zu überwachen,
sondern selbst anzuordnen. Die Expedition ist ziemlich prompt, wenn dieselbe
nicht durch Witterungsverhältnisse unterbrochen wird. Die Ladungen bestehen
aus Balken, Planken und Dielen von Tannenholz und man kann, wenn man
Decklast nimmt, ungefähr pro 100 Tons Register gleich 125 Loads rechnen.
Nur bei gesägten Balken stellt sich ein günstigeres Verhältniss und zwar um
ungefähr 10 pCt. besser als bei behauenen Balken.
Die Hauptverschiffungszeit fällt zwischen Juli bis October, aber ganz
hört dieselbe gar nicht auf. Von Messbriefen wird der neue deutsche anerkannt.
In Doboy sind so wenig Consuln wie Agenten, jedoch sind in dem 150
Seem., entfernten Savannah Agenten verschiedener Klassifikations-Gesellschaften,
wie in dem 12 Seem. entfernten Darien Agenten von verschiedenen Versiche-
rungs-Gesellschaften.
Desertionen sind leider nicht selten und von den Ortsbehörden ist ein
Beistand zur Verhütung derselben in Doboy nicht zu erlangen; einen Ersatz in
solchen Fällen kann man nur in Savannah erhalten.
Hafen. Bei dem Sapelo Leuchtthurm befindet sich ein Lootsenschooner
vor Anker, welcher den ansegelnden Schiffen bis ausserhalb der Barrentonne
entgegensegelt; als Erkennungszeichen desselben ist eine amerikanische Flagge
am Vortopp.: Schleppdampfer sind von verschiedener Grösse und hinreichen-