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steuern. Wir steuerten daher von 4 Uhr an rw. 0SO, später Ost und liefen mit
Backstagswind um die Staten Insel herum, wobei uns der Strom mehrere Stun-
den lang mit 3 Seem. Fahrt östlich versetzte.
Am 23. September befanden wir uns Mittags dwars ab vom östlichen
Cap der Staten Insel und kamen Nachmittags sehr bald in den Schutz des
Landes, so dass die hohe See, welche gerade noch zuletzt durch den starken
Strom bei der Insel sehr unregelmässig und hoch auflief, bald abnahm.
In der Nacht vom 23. zum 24, September drehte der Wind nördlich mit
steigendem Barometer, nahm an Stärke zu und verursachte eine unangenehme
kurze See, gegen welche wir am 24, September, als der Wind wieder nach
Westen drehte, angehen mussten. Vom 25. bis 29. September segelten wir mit
NW und westlichen Winden, die sehr verschieden an Stärke waren und zwei
Mal ganz aufhörten. Wenn der nordwestliche Wind bei steigendem Barometer
nach Westen und SW drehte, nahm derselbe stets an Stärke erheblich ab und
cs folgte auf eine Zeit Ruhe, welche wiederum durch den einsetzenden und all-
mälig nach Westen drehenden Nordwind unterbrochen wurde. "Trotzdem die
Windkarten für diese Jahreszeit und Gegend die westlichen Winde als von
schönem Wotter begleitet, bezeichnen, haben wir vom 25. bis 30. September
fortgesetzt nur Nebel und dickes Regenwetter empfunden und kaum alle 2 bis
3 Tage eine Observation erhalten. Es scheint, dass auf dieser Seite von Süd-
Amerika die Zone des unsichtigen Nebelwetters sich von 50° bis 40° Süd-Br.
erstreckt, da wir nördlich von letzterer Breite das schönste Wetter fanden.
Am 29. September Mittags gelangten wir in einen Theil der See, der
in den Karten besonders bezeichnet ist und von dem es in denselben heisst:
„Within these limmits a decrease in the Sea temperature has been observed,
accompanied with marked changes in the weather.“
Wir haben nun zwar das Gegentheil und zwar eine Zunahme der
Temperatur statt der Abnahme bemerkt und statt des Wetterwechsels dasselbe
Regenwetter wie vorher empfunden, haben aber doch eine sehr bemerkenswerthe
Veränderung der Wassertemperatur beobachtet. Diese Temperatur, die bis zum
29. September Mittags zwischen 6° und 7° C. schwankte, stieg an diesem Tage bis
Abends 12" auf 14.5°, war am 30. Mittags noch 13.3° und fiel an diesem Tage bis
3° Nachmittags plötzlich wieder auf 7.5° und hielt sich ungefähr auf dieser
Höhe, In den Barometer- und Thermometer-Curven für den Monat September
markirt sich diese plötzliche Zu- und Abnahme sehr scharf. Die Stromver-
setzung konnte am 29. September leider nicht constatirt werden, da dichter
Nebel jede Observation verhinderte; am 30, ergab sich eine Stromverseizung
nach S39°O0 44 Seem. in 48 Stunden.
Am 30. September Abends drehte der Wind wiederum nach SW, das
Barometer stieg bedeutend und da der Wind flau wurde, liess ich zur mög-
lichsten Beschleunigung der Reise Dampfaufmachen.
Der Wind blieb flau, drehte südlich und das Wetter wurde, zum ersten
Male seit zwei Wochen, klar und schön. Unter diesen günstigen Verhältnissen
erreichten wir am 2. October Nachmittags 7!/* nach einer Reise von nur
25 Tagen die Rhede von Montevideo.“
Segelanweisung für den Hafen Tr&guier. Nordküste von Frankreich.
Der Führer der Brigg „Delphin“ aus Libau, Herr Julius Frobeen jr., hat
uns nachstehenden Bericht über den in dem Departement Cötes du Nord (Bre-
tagne) gelegenen, noch wenig bekannten Hafen 7reguier*) eingesendet, welchen
Herr Frobeen öfters besucht und wobei er über die örtlichen Verhältnisse und
die Einsegelung in diesen Hafen eingehende Erkundigungen eingezogen hat.
Wenn auch der Hafen Treguier nur von wenigen und kleinen Schiffen
besucht wird, so können diese Mittheilungen des Herrn Frobeen doch unter
Umständen einem Schiffe von Nutzen sein, da man bei stürmischem Wetter in
diesem Hafen Schutz finden kann.
t) S. „The Channel Pilot“, Part, II, pag. 434—435.