accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

445 
die Temperatur von Mogador haben soll. Vielleicht ist die Art der Auf- 
hängung des Thermometers (frei im Schatten in der inneren Galerie des Con- 
sulatgebäudes) Schuld, dass die Extreme der Temperatur sehr abgeschwächt 
sind, wenn auch die Mittel richtig sein können. 
Der jährliche Gang des Luftdrucks ist jenem von Funchal ähnlich, mo- 
difieirt durch die Nähe des sommerlichen Depressionsgebietes im Innern Afrika’s, 
Das ganze Jahr hindurch herrscht zu Mogador, wie an der ganzen Küste, der 
Nordost-Passat, nur in den Wintermonaten treten noch Südwinde auf, zugleich 
mit dem Eintritt der Regenzeit. „Nachts und Morgens bis 9*“ wie Beaumier 
schreibt, „herrscht gewöhnlich Windstille; der NE-Wind weht mit Heftigkeit 
von Mai bis September. Die wärmsten Winde sind die Süd- und SE-Winde 
(am 31. Januar 1869 stieg bei ESE-Wind die Temperatur auf 26° C.). Der 
Regenfall ist gewöhnlich sehr reichlich und häufig vom November bis April, 
Gewitter sind selten (durchschnittlich vier im Jahr).“ 
Die Extreme des Luftdruckes waren 771". im Dezember 1871 und 745" 
im Januar 1868; die der Temperatur 30° C. (bei Sirocco im September 1857) 
und 11° C. zu wiederholten Malen; die mittleren Extreme der Temperatur waren 
27.s° und 124° €. 
Aus den Reiseberichten S, M. S. ‚„Arcona“, Capitain zur See 
Freiherr v. Reibnitz. 
il. Bemerkungen über den Hafen von Valparaiso. 
Am 30. August d. J. war S. M. S. „Arcona“ auf ihrer Heimreise nach 
Europa von San Francisco aus in dem Hafen von Valparaiso eingetroffen und 
blieb dort bis zum 7. September, Während dieser Zeit genossen die Offiziere 
und die Mannschaft S. M. S. „Arcona“ die in liebenswürdiger und herzlicher 
Weise dargebotene Gastfreundschaft der in Valparaiso und St. Jago lebenden 
Deutschen in reichem Maasse, 
Der Commandant S. M. S. „Arcona“, Freiherr v. Reibnitz fand hierbei 
noch Gelegenheit, mehrere nicht uninteressante Notizen über die Republik Chile 
im Allgemeinen und die Städte Valparaiso und St. Jago im Besonderen zu 
sammeln. Wir theilen hier aus diesem Berichte des Freiherrn v. Reibnitz 
einige den Hafen und den HandelsverMehr von Valparaiso betreffende Bemerkungen 
mit, welche die in den Segeldireetionen und Handbüchern enthaltenen nicht 
unwesentlich ergänzen.*) . 
„Die Ansegelung des Hafens bietet bei klarem Wetter am Tage keinerlei 
Schwierigkeiten, wenn man, von Süden kommend, das Cap Camaurilla ansteuert, 
da sich dasselbe sehr gut markirt, Wir hatten mit S. M. S. „Arcona“ das 
Missgeschick, bei dickem Nebelwetter in die Nähe der Küste zu kommen,’ so 
dass wir nach mehrstündigem Beidrehen nur durch ein zeitweiliges Zerreissen 
des Nebels unsere Position bestimmen konnten. Merkwürdiger Weise sagen die 
Segeldirectionen nichts von diesen dicken Nebeln, welche nach Aussage der 
Bewohner Valparaiso’s in der Winter-Jahreszeit öfters vorkommen, Das Feuer 
von Angeles wurde selbst auf einen Abstand von nur 1 bis 2 Seem. durch den 
Nebel total verdeckt, so dass es nicht gerathen ist, sich bei derartigem Wetter 
der Küste zu nähern. Dieses sehr hochstehende Feuer ist in Folge dessen, 
selbst bei weniger dickem Wetter, schlecht zu schen, da os oft durch eine 
Nebelschicht verdeckt wird, wenn auch der Horizont klar erscheint; hierdurch 
wird ein Ansegeln bei Nacht erschwert. 
Die Wassertiefe auf der Rhede ist zwar eine sehr bedeutende, 53 bis 
56 Met., dagegen ist aber der Ankergrund ein sehr guter, und die Rhede — 
ausser in der Jahreszeit der „Norder“ — gut geschützt. Nachmittags weht 
Vergl. Findlay’s South Pacific Directory (1871) pag. 125—129; The South America Pilot 
Part II, (1875) pag. 249—9254: Klima von Valparaiso Hydr. Mitth. 1874 pag. 118.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.