accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

47 
nördliche Stadtthor. Hier kann man mit dem Boot auf den Sand laufen, da 
man durch die nach See zu liegende Klippenreihe etwas geschützt ist. Bei 
frischer Seebrise oder stärkerer Dünung ist jedoch auch dies gefährlich. 
Arzila wird niemals für den Handel wichtig werden; der Ort liegt nämlich zu 
nahe an der offenen geradlinigen Küste und ist zu nahe an Tanger, als dass die 
Einfuhr und Aufnahme des Hinterlandes jemals ihren Weg über Arzilg nehmen 
könnte; der Handelsverkehr für diese Gegend wird wohl immer über T’anger gehen. 
Die gesammte Einwohnerschaft Arzila’s besass zur Zeit der Anwesenheit 
des „Nautilus“ an diesem Orte vom 28. bis 29. September nur drei jämmerliche 
Fahrzeuge (Boote kann man sie kaum nennen), mit denen ein Mann bei schönem 
Wetter angeln konnte. Dieselben waren aus Planken eckig zusammengeschlagen 
Es kann also dort vom Lande einem in Noth befindlichen Schiffe keinerlei 
Hülfe gebracht werden; der Platz ist für Fremde noch nicht geöffnet. Die 
anderen Plätze besitzen alle eine grössere Zahl von Booten verschiedener 
Grösse, die zwar noch Manches zu wünschen übrig lassen, mit denen die Ein- 
gebornen aber recht geschickt umzugehen wissen. 
2. El Araisch oder Larache (s. Tafel), ist eine kleine alte Stadt 8 Seem, 
züdlich von Arzila an einem Flusse Locos, an dessen Mündung eine Barre 
ist, auf welcher stets Brandung stattfindet. Hier ist eine Stelle an der Küste, 
an welcher die gewöhnlichen Schiffsboote bei gutem Wetter, meistens, auch wenn 
die Barre nicht passirbar ist, herankommen und Menschen landen können. Bei 
schlechtem Wetter ist auch hier ein Verkehr nicht möglich. 
3. Rabat und Sali (s. Tafel) sind zwei alte Städte an beiden Seiten 
der Mündung des Flusses Rakrak, die Barre vor der Mündung desselben ist 
schlecht zu passiren; nur ganz kleine Fahrzeuge können bei schönem Wetter in 
den Fluss hinein. Der Verkehr mit dem Lande ist nur mit den Booten der Ein- 
geborenen möglich und dabei sehr unregelmässig. 
4. Casablanca oder Dar el Beida ist ein kleiner, neuerer Ort und 
ein ganz offener Ankerplatz, ohne Fluss, Das Landen ist der Brandung wegen 
und weil kein Sandstrand vorhanden, dagegen die Küste steinig ist, häufig un- 
möglich. 
5. Mazaghan. Der auf der beifolgenden Vertonung von Mazaghan 
/s. Tafel) angegebene Bootslandungsplatz ist nicht mit Schiffsbooten, sondern 
aur mit Booten vom Lande aus zu benutzen. Man muss beim Landen mit den 
Landbooten, ehe man in die Brandung kommt, den richtigen Moment abwarten, 
dann schnell vorwärts rudern und auf den Strand laufen, wo dann das Boot von 
bereitstehenden Leuten aufgeschleppt wird. 
Einer der Hafenmeister, deren es zwei giebt, steht dabei auf einer Klippe 
und giebt von dort aus dem Boot ein Zeichen, wenn der günstige Moment zum 
Landen gekommen ist. Ohne diese Vorsichtsmaassregeln läuft man Gefahr, mit 
dem Boote von der Brandung quer geworfen zu werden und zu kentern, oder 
vollzuschlagen. 
In allen Plätzen an dieser Küste ist es überhaupt durchaus nöthig, ehe 
man mit eigenen Booten den Versuch macht zu landen, darüber Nachrichten 
von Land abzuwarten. 
Da in allen dem Verkehr eröffneten Plätzen bei Ankunft eines Schiffes 
ein Sanitätsboot herauskommt (wenn überhaupt eine Communication möglich ist), 
um nach dem Gesundheitspass zu fragen, so ist es durchaus zu empfehlen, erst 
dies Boot abzuwarten, ehe man versucht, mit eigenen Booten in Verkehr mit 
dem Lande zu treten. Bei den Plätzen, welche an einer Flussmündung mit 
Barre liegen, ist ausserdem zu bemerken, dass sich der Zustand der Brandung 
auf der Barre in Zeit von einer Stunde vollständig ändern kann, man daher 
nie wissen kann, ob man mit einem Boote, mit dem man gut hereingekommen 
ist, auch wieder herauskommen wird. Hierbei ist nicht nur neu aufkommender 
Wind oder Seegang, sondern auch der Stand der Ebbe und Fluth von he- 
deutendem Einfluss, 
6. Mogador oder Su@ra*). Eine Auslothung der südlichen Einfahrt 
argab, dass Fahrzeuge bis zu dem Tiefgang des „Nautilus‘, also ungefähr 
*) Nach Capitain (später Admiral) Washington’s Vermessungen im Jahre 1830 in 31° 
30‘ 30” Nord-Br. und 9° 46‘ 0 West-Le
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.