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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Nachdem wir den Aequator, den die Segelschiffe im Durchschnitt nach 
25—26tägiger Reise von San Francisco ab schneiden, trotz des Dampfens erst 
nach 24 Tagen passirt hatten, lagen wir gut voll durchsteuernd, südlich her- 
unter. Auch südlich vom Aequator setzte der Aequatorialstrom stark nach Westen 
und war derselbe bis auf 10° Süd-Br. zu bemerken, so dass wir von 5° Nord-Br. 
bis 10° Süd-Br. in 8 Tagen im Ganzen 321 Seem, oder durchschnittlich täglich 
40 Seem. nach Westen versetzt worden sind. 
Aus der (hier im Auszuge mitgetheilten) Tabelle über die Wassertempera- 
tnren vom 21, Juli bis 4. August, die zwischen 10° Nord-Br. und 10° Süd-Br. 
gemessen sind, geht hervor, dass der Aequatorial-Gegenstrom sich durch seine 
Temperatur nicht merklich von dem nördlich davon befindlichen Wasser unter- 
scheidet, dass dagegen aber der Aequatorialstrom, zwischen 5° Nord - Br. und 
10° Süd-Br., sofort eine niedrigere Temperatur zeigte und dass daher die süd- 
liche Grenze des Aequatorial-Gegenstromes scharf ausgeprägt erscheint. Wäh- 
rend der Tage, an welchen wir uns im Aequatorial-Gegenstrome befanden und 
an welchen wir die in der Karte angegebenen Grenzen desselben überschritten, 
vom 22, bis 28. Juli, zwischen 9!/2°—3° Nord-Br., habe ich stündlich die Tem- 
peraturen messen lassen, um die erwähnten Grenzen bestimmen zu können, 
welche wir auch mit den in der Karte angegebenen übereinstimmend fanden. 
Wassertemperaturen an der Oberfläche des Stillen Oceans, 
gemessen an Bord S. M, S, „Arcona“ vom 21. Juli bis 4, August 1875, zwischen 10° Nord -Br. 
und 10° Süd - Br. 
Datum 
1875. 
Juli 21 
22 
28 
4 
25 
m 
„ 81 
August 1 
Mittags- 
besteck. 
Breite | Länge 
Nord. | West. 
10 37 117 56 
9 24.117 36 
8 21'115 55 
557114 5 
5 40.112 20 
5 131109 37 
26 108 9 
3 41 109 25 
3 43 112 11ı 
| 45 114 32] 
Süd 
0 181116 52 
2 37/118 36 
5 4'120 19 
7 33/121 3F 
0 30199 1- 
29 
20) 
za 
KäcCH- 
x 
a8. 
3028 
393 
fe 
16 | 
24 
A 
Fr 
1 
14 
{.- 
Di 
14 
1, 
Wassertemperaturen 
Max. | Min. 
C.° €©.°9 
Tages- 
Mittel 
(1° 
29.0 
28,8 
28.2 
74 
>70 
"7.0 
265 
26.8 
M.8 
Dıug 
27.6 
27.0 
26.4 
26.8 
251 
95,8 
2538 
236 
22.8 
99 6 
8.6 
78 
7.2 
6.9 
"59 
5.9 
8 
A8 
23.7 
923.4 
34.6 
26.2 
35.7 
25,8 
256 
1.6 
29,8 
298 
29 
519 
2,8 
42 
4.7 
24.7 
San 
Stromversetzung 
Wind- 
Richtung Seem, 
Richtung | Stärke 
I77° W 
‘40° 0 
v67°0 
82°0 
82° 0 
61°0 
86° O0 
„53°0 
755° W 
N 51° W 
19 
2 
29 
98 
Pr 
EzS 23 
Südlich | 2—6 
do. 4—5 
do. 4—6 
do. 4—5 
do. 4—5 
do, t—6 
do, 1—5 
SSE 3—5 
SSE 4-6 
68 
60 
N 83° W 
Ss 80° W 
West 
76° W 
34° WW 
A SE 
% |SE—SSE 
7 SE 
5 SE 
Da ESE 
4—5 
4—6 
4—5 
4—5 
5—6 
‚7 
Vom Aequator bis auf 27° Süd-Br. wehte der SE-Passat mit der Stärke 
4-—6, so dass wir, gut voll durchsteuernd, vom 1. bis 10. August im Durch- 
schnitt Etmale von 174 Seem. machten. Die Richtung des Windes war Anfangs, 
bis zu 5° Süd-Br., zwischen SSE und SE; von da ab bis zu 18° Süd-Br. zwi- 
schen ESE und SE, so dass wir auf letzterer Breite am 7, August unsere west- 
lichste Länge von 124!/2° erreichten. Von diesem Tage ab drehte der Wind 
mehr nach Osten und wehte mit gleicher Stärke bis zum 10. August aus öst- 
licher und nordöstlicher Richtung. 
Vom 11. bis 14. August, zwischen 27° und 32° Süd-Br., blieb der Wind 
zwar nordöstlich, dagegen varlirte seine Stärke nur noch zwischen 1 und 3, 
so dass wir nur langsam: vorwärts kamen. Das Barometer stand an diesen 
Tagen sehr hoch — 773 bis 776" ” — und fiel erst. am 14. August, als NW- 
Wind mit Stärke 5—6 durchkam. 
Da sowohl die Segeldirectionen, wie Maury, behaupten, dass während des 
Winters auf der südlichen Halbkugel die vorherrschenden Westwinde bereits 
auf der Aequatorial-Seite von 30° Süd-Br. gefunden werden, so erwartete ich mit
	        
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