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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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aördlich von diesem sogen, Fort; in ihr befinden sich auf grossen eisernen 
Säulen ruhende Markthallen, welche sehr sauber und rein gehalten .sind, Die 
dort ansässigen Europäer leben aber zum grossen Theile nicht in der Stadt, 
sondern auf ihren Landhäusern in der Umgegend. Mit Kandy, der im Innern 
von Ceylon gelegenen Hauptstadt der Insel, ist Colombo durch KEisenhahn ver- 
bunden. Kandy liegt 1220 Met. hoch und hat ein kühleres Klima, deshalb 
wird diese Stadt auch von den Europäern als Erholungsort henutzt. - 
Zur Ausrüstung eines Schiffes eignet sich Colombo vorläufig noch nicht, 
Schiffsmaterialien, mit Ausnahme von Kohlen‘ und Schmieröl, waren fast gar 
nicht am Platze, ebenso wenig Dauerproviant. Erbsen, Bohnen, Salzfleisch ete. 
sind gar nicht, Hartbrodt (aus England importirt, da in Colombo selbst nicht 
yebacken wird) nur in geringer Quantität zu haben, Frisches Rindfleisch ist 
zut, aber theuer; das Pfund englisch kostet 7 d.; cbenso theuer ist frisches 
englisches Brod, oder Hartbrod, 42 Sh. das engl. Cwt. (56 Kilogr.). Kartof- 
feln waren-gar nicht zu bekommen, Yamswurzel nur wenig. Kohlenlager werden 
von zwei Handlungshäusern gehalten. 
Der Grund für das beinahe vollständige Fehlen aller Schiffsvorräthe in 
Colombo liegt wahrscheinlich in der bisherigen geringen Nachfrage. . Der über- 
seeische Verkehr von Colombo scheint zum grössten Theile durch Dampfer 
unterhalten zu werden, welche sich an den Endpunkten ihrer Linio auszurüsten 
pflegen und in den Zwischenhäfen nur ihre Kohlen und ihr Schmier - Material 
ergänzen. Die dort viel verkehrenden Küstenfahrzeuge haben ebenfalls 
keinen Bedarf an europäischen Lebensmitteln, da die aus Eingeborenen be- 
stehende Besatzung derselben sich beinahe ausschliesslich von Reis nährt. Die 
englische Marine hat ihre Depots in Bombay und Trincomalie. Von allen 
anderen, Ceylon nur anlaufenden Kriegs- und Kauffahrtei-Schiffen wird Point de 
Galle mehr besucht, da dieser Ort, auf der grossen Strasse liegt, obwohl ande- 
rerseits seine Rhede durch die vielen Klippen bedeutend unsicherer, und bei SW- 
Monsun ebenso wenig gegen die durch denselben hervorgebrachte See geschützt 
ist, wie die Rhede von Colombo. 
Ist der projeetirte (obenerwähnte) Molenbau in Colombo erst beendet 
oder wenigstens so weit vorgeschritten, dass er einigen Schutz gewährt, dann 
können die Verhältnisse zum Vortheile von Colombo einen Umschwung er- 
fahren. Am 7. Juli verliess „Cyclop“ die Rhede von Colombo und kam am 
17. Juli in Singapore an, 
6. Segelanweisung für Bangkok*). S. M. Kbt. „Cyclop“ hatte am 
20. Juli Singapore verlassen und war über die Insel Great Redang, wo gutes 
Holz zu finden ist, nach Bangkok am 26, Juli gelangt. Herr Capt.-Lt. v. Reiche 
schreibt über die Segelanweisung für Bangkok: - ; 
„Am Morgen des 26. Juli wurde mit Hülfe eines Lootsen über die Barre 
gegangen. Die einzige Marke des Passirens derselben ist eine auf dem west- 
Kichen Ufer der Flussmündung befindliche Baumgruppe, welche sich durch ihre 
etwas höheren Bäume unter den übrigen hervorhebt, Man steuert auf dieselbe 
vom Ankerplatze aus zu, indem man sie in N'/2O behält, so lange, bis man in 
die „fishing stakes“, deren fünf vorhauden sind, kommt. 
Dieselben passirt man, indem man drei von ihnen an Backbord, zwei an 
Steuerbord lässt. Es hat jedoch dabei nichts zu sagen, wenn man zwischen 
den anderen „stakes“ hindurchgeht, nur darf man nie östlich von dem letz- 
ten an dieser Seite gelegenen gehen, da derselbe dicht an der Bank steht. 
Nach dem Passiren der „fishing stakes“ wird NO gesteuert, bis die oben 
erwähnte Baumgruppe in NW peilt, von dort aus ist der Kurs NNW, in die 
Flussmündung hinein. Von den, in derselben in früheren Zeiten versenkten, 
mit Steinen gefüllten vier Dschonken sind drei jetzt mit Prikken bezeichnet, 
da auf den betreffenden Stellen nur 2.5 Met. Wasser bei höchster Fluth sind, 
Dieselben liegen von der Baumgruppe auf dem westlichen Ufer in ungef. 
ostnordöstlicher Richtung und bleiben beim KEinlaufen in den Fluss drei an 
Backbord und eine an Steuerbord. Der äusserste Prikken an Backbord liegt 
ungefähr 3 Kblg., der an Steuerbord 2 Kblg. von‘ dem betreffenden Ufer ent- 
fernt. Etwas Genaues über die Lage derselben war weder vom Hafenmeister, 
\ S. Horsburgh India Directory, Vol. II (1864), pag, 187, 189, 194.
	        
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