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gewöhnlich, nämlich 1 Knoten nach SOzS setzend, gefunden. Er scheint darauf
vorübergehend über Ost nach NO und Nord zu kurren und nimmt dann nach
dem Besteck bereits auf 83° Länge, also zwischen Curve XI und XII, wieder
vorübergehend eine südliche Richtung. Das Aufbiegen der 12° Isotherme bei
Curve XII wird auf den abkühlenden Einfluss des antarktischen Wassers zurück-
zuführen sein, welches in diesem östlichen Theile des Oceans näher zur Ober-
fläche zu treten scheint, als im westlichen, denn nur dadurch lassen sich die auf
gleicher Breite hier überall niederen Temperaturen, wie sie namentlich auch bei
Curve XV hervortreten, erklären. Im Ganzen scheinen in diesem "Theile des
Oceans nur wenig ausgeprägte und öfter wechselnde locale Oberflächen -Strö-
mungen zu herrschen, die von keinem besonderen physikalischen Interesse sind.
23) Die Temperaturcurven, wie sie in der Tabelle IX zusammengestellt
sind, geben noch zu einer Bemerkung Anlass. Wie aus denselben ersichtlich,
sind zwischen 500 und 900 Faden (915 und 1646 Met.) mehrfach in grösseren
Tiefen höhere Temperaturen gemessen als in geringeren, welche Unregelmässig-
keiten in den Diagrammen absichtlich nicht berücksichtigt, vielmehr als fehler-
hafte Angaben der Thermometer behandelt sind. Die häufige Wiederholung
auf denselben Tiefen bleibt aber auffallend.
Eine Erklärung für wechselnde Temperaturen nach der Tiefe könnte nun
wohl gefunden werden, wenn man die oben eingehend erörterte Erscheinung
eines gewissermassen neutralen Gürtels warmen und kalten Wassers, wie er
die horizontale Grenzscheide zwischen den tropischen salzreichen warmen
Wassern und den kalten salzärmeren bildet, auch für die verticale Richtung
anwendet, Es ist offenbar, dass ähnliche Verhältnisse in horizontaler, wie in verti-
ealer Richtung bestehen, denn das kältere, in der Regel salzärmere Wasser in
den untersten Meeresschichten entspricht dem Wasser in den kalten Meeren,
das wärmere salzreichere Wasser der Oberfläche dem tropischen Meere, wenn
schon die Unterschiede des Salzgehaltes zwischen Oberfläche und Boden weit
geringer sind und sein müssen, als zwischen Tropen und kalten Meeren.
Wo ein solcher Unterschied, wenn er auch gering ist, vorhanden, da
kann auch eine Zone der Ausgleichung bestehen, in welcher Gewässer etwas
verschiedener Temperatur und verschiedenen Salzgehaltes in geringer Entfernung
von einander nahezu im Gleichgewicht also in Ruhe verharren.
24) Zum Schluss gestatte ich mir die Erscheinungen und Gesetze, zu
welchen mich die gemachten Beobachtungen geführt haben, und von welchen
ich glaube, dass sie ein neues Licht auf die Theorie der Meeresströmungen
werfen. in Folgendem nochmals kurz zusammenzufassen:
' Die Meeresströmungen finden — abgesehen von den durch regel-
mässige Winde veranlassten Triftströmungen — ihre Veranlassung
und Erklärung in der Differenz der absoluten specifischen Gewichte
verschiedener Theile der Oceane, und schon eine ganz geringe Diffe-
vrenz hierin erzeugt schon eine starke Strömung.
Dadurch, dass die Differenz im Salzgehalte tropischer und kalter
Meere in Bezug auf das absolute speeifische Gewicht den Temperatur-
Differenzen entgegenwirkt, werden die Meeresströmungen gemässigt,
die andernfalls wahrscheinlich so heftig in nahezu meridionaler Rich-
tung sich bewegen würden, dass die Schifffahrt unmöglich würde.
Es ist nach physikalischen Gesetzen eine Zone zulässig und wahr-
scheinlich, wo die Differenzen im Salzgehalte die Differenzen in den
Temperaturen aufwiegen in der Weise, dass Wasser verschiedener
Temperaturen und verschiedenen Salzgehaltes neben einander im
Gleichgewicht sein können, d. h. ohne merkbare Strömung. *)
Diese Zone liegt im westlichen Theile des Indischen Oceans zwischen
40° und 45° Süd-Br. Sie mag an mehreren Stellen verschoben und durch-
brochen sein, wird sich aber vermuthlich in allen Oceanen finden und fest-
stellen lassen.
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*) Es wird auch hier nicht vollkommene Ruhe sein, da das wärmere Wasser und das
kältere allmälig ihre Temperaturen und das salzigere und weniger salzige allmälig ihr Salz aus-
:;auschen. Dieser Ausgleich selbst möchte aber nur geringe mechanische Bewegung der Wasser-
‘:heilchen in localem Kreislauf erzeugen, die als Strömung nicht in Betracht kommen kann.