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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Anker- und Ketten-Inseln (Anchor- und Chain-Islets) liegen auf 
einem Ausläufer eines Korallenriffes in der Richtung SW-NO, 1'/4 Seem. von 
einander entfernt, im NO vom Ost-Cap; dieselben sind nur klein, niedrig und 
dicht bewaldet. Das Anker-Inselchen ist die grössere der beiden und liegt 
dem Ost-Cap am nächsten; es ist von demsolbon nur durch ein schmales Boots- 
fahrwasser getrennt, durch welches die Gezeit mit bedeutender Heoftigkeit hin- 
durchsetzt. Das Inselchen ist ’/%2 Seem, lang, ungefähr 1 Kblg. breit und nahe 
der südlichen Hälfte erhebt sich ein Grashügel bis zur Höhe der Baumspitzen, 
welche denselben dicht umgeben. Das Korallenriff, welches an der Nordseite 
von ihm ausgeht, orstreckt sich cine halbe Seemeile weit und verschiedene 
Felsstücke befinden sich auf demselben über Wasser. 
Das Ketten-Inselchen ist in der Richtung Ost — West fast !/s Seem. 
Jang, eine Kblg. breit, dicht bewaldet und von einem schmalen Sandstrande 
eingefasst. In der Mitte zwischen diesen beiden Inselchen ist eine Oeffnung im 
Korallenriffe und nahe in der Mitte des Fahrwassers zwischen ihnen liegt eine 
Sandbank, die bei jeder Gezeit trocken bleibt. Im Süden dieser beiden In- 
selchen und zwischen ihnen und der Insel Lydia sind die Wassertiefen unregel- 
mässig; zahlreiche Korallenriffe, auf welchen die See häufig brandet, sperren 
den sonst allerdings kürzesten Weg nach China durch die Goschen-Strasse. Die 
Ostküste von New Guinea, von der früher irrthümlich so benannten Spitze 
Heath, jetzt Heath-Insel genannt, und der unmittelbar im Norden der Inseln 
Leocadie gelegenen Landspitze, deren Beschreibung im Australia Directory 
Vol. 2, zweite Ausgabe pag. 380, jetzt als irrig sich erwiesen hat, bis zu dem 
vor Kurzem durch Capitain Moresby entdeckten Ostcap ist nun durch diese 
neueren Vermessungen gut festgelegt. Die Inseln südlich davon, welche von 
demselben Offizier entdeckt worden, sollen in nächster Zeit, zusammen mit den 
Inseln, Felsen und Untiefen in dieser Gegend, welche bei der letzten Reise 
vermessen wurden, veröffentlicht werden. — 
Die Tiefseelothungen I. B. M. S. „Challenger“ zwischen Austra- 
lien und Neuseeland. 
An demselben Tage (am 8, Juni 1874), an welchem der V, S. D. „Tus- 
carora“ von Yokohama aus eine Reihe von Tieflothungen östlich von Japan 
begonnen hatte, in deren Verlauf Kapitain Belknap von der „Tuscarora“ zu 
überraschend grossen Tiefen (zwischen 3350 und 8500 Met., in letzterem Falle, 
ohne den Grund zu erreichen, und in nur 100 Seem. Abstand von der Ostküste 
von Nipon 6267 Met. Tiefe) ganz in der Nähe des Festlandes von Nipon ge- 
langte (s. Hydrogr. Mitth. 1874, pag. 286), verliess Kapitain Nares mit I. B. 
M. S. „Challenger“ den Hafen von Sidney, um Lothungen zwischen Australien 
und Neuseeland vorzunehmen. 
Zunächst wurden die Wassertiefen längs der 100-Faden-Bank gemessen, 
aber Sturm und Unwetter nöthigten den „Challenger“, wieder zurück in den 
Hafen zu gehen; erst am 12. Juni konnte er wioder auslaufen, doch war die 
See noch sehr unruhig; überhaupt war das Wetter während der ganzen Fahrt 
des „Challenger“ von Sidney bis Wellington auf Neuseeland vom 12. bis 25. Juni 
ungünstig, und trotz dessen wurden die Tiefsecarbeiten zwischen Australien und 
Neuseeland mit grossem Erfolge durchgeführt. Die Ergebnisse derselben sind 
für die Hydrographie im Allgemeinen und für die richtige Kenntniss der Ge- 
staltung und Beschaffenheit des Meeresbodens zwischen Australien und Neusec- 
land von hoher Bedeutung, indem sie nachweisen, dass Australien an seiner 
Südostküste sehr schnell abfällt, dass es von Neuseeland durch eine 4755 Met. 
tiefe Rinne getrennt ist, und endlich, dass Neuseeland sehr allmählich aus dem 
Meere emporsteigt. 
Kapitain Nares hat aus Wellington auf Neuseeland d. d. 2. Juli 1874 
an den Hydrographen der britischen Admiralität, Kapitain Evans, einen Be.
	        
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