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Punkten die Temperatur - Differenz minder gross sein, als sie auf 300 Faden
(549 Met.) gefunden worden ist.
10) Bei Temperatur - Curve No. 43 haben die Thermometer in der Tiefe
von 300 und 500 Faden (549 und 915 Met.) höhere Temperaturen ergeben, als
in 100 und 200 Faden (183 und 366 Met.); auch sind die Thermometer-Maxima
auffallend, welche sämmtlich höhere Temperaturen als diejenigen der Luft er-
geben, und zwar die Maxima auf 200 und 500 Faden (366 und 915 Met.) über-
einstimmend 9° C. gegen 5.3° C. der Luft. Die Reihentemperatur wurde zwar
unter Segel, aber bei gutem Wetter, genommen, so dass für das fehlerhafte An-
zeigen von mehreren Thermometern schwer eine Erklärung zu finden ist. Es
wurde unabhängig hiervon Wasser auf 100 und 300 Faden (183 und 549 Met.)
yeschöpft, und ergab ersteres 3.39% und letzteres 3.42% Salzgehalt. Der Strom
wurde an der Oberfläche SzW (rw.) 1 Knoten und in derselben Richtung nur
unbedeutend schwächer in 40 und 80 Faden (73 und 146 Met.) Tiefe gefunden. Die
Oberflächen-Temperatur war kurz vor der Beobachtung von 4!2° auf 514° und
das absolute specifische Gewicht trotz der höheren Temperatur von 1:76 auf
L.ozss gestiegen.
Der beobachtete ziemlich starke südliche Strom (welcher an der Ober-
fläche aber nur einen schmalen Streifen zu bilden scheint, da die Temperatur
in wenig Stunden bereits wieder auf 4.1° €. und das specifische Gewicht auf
1.077 fiel) wird also durch die Temperatur und den Salzgehalt bestätigt.
Es lassen diese Verhältnisse und der Umstand, dass der Salzgehalt in
300 Faden (549 Met.) grösser gefunden wurde, als in 100 Faden (183 Met.),
es wohl möglich erscheinen, dass hier ein wärmerer Unterstrom existirt, welchen
mit Sicherheit zu beobachten die Miller -Casella-Thermometer leider nicht ge-
statten.
Des eigenthümlichen Zusammentreffens mit dieser gefundenen Unregel-
mässigkeit wegen erwähne ich, dass ich an dieser selben Stelle, als das Schiff
sich noch 5 bis 6 Meilen, und zwar in Lee, davon befand, mit Bestimmtbheit,
und zwar zu verschiedenen Malen, einen Streifen Brandung von ungefähr zwei
Schiffslängen Ausdehnung gesehen hatte. Ausser von mir wurde diese Erschei-
nung nur noch von einem Matrosen im Kreuztopp genau in derselben Richtung
and in derselben Ausdehnung gesehen und mir gemeldet. Zur Erreichung der
Stelle über den anderen Bug musste ich noch ca. 1 Stunde weiter liegen, wobei
die Brandung aus Sicht kam. Ich wendete dann und erreichte den ungefähren
Platz erst nach einigen Stunden, ohne etwas weiteres von Brandung zu sehen.
Die See war in der Zwischenzeit allerdings erheblich heruntergegangen. Die
an der Stelle darauf vorgenommene Lothung bis auf 500 Faden (915 Met.) und
die Reihentemperatur-Messung liess es mir wahrscheinlich erscheinen, dass die
Brandung von einer Stromkabbelung erzeugt war, obgleich sie dieses Aussehen
nicht gehabt hatte.
11) Die folgenden, in Veranlassung stürmischen Wetters weiter von ein-
ander entfernten Temperatur - Curven No. 44, 53, 54 und 56 geben zu Be-
merkungen nicht Anlass. Die während der Zwischenräume gemessenen Ober-
flächen - Temperaturen und specifischen Gewichte sind gleichmässig und die
Wasser-Temperaturen etwas niedriger, als die Luft-Temperaturen. Sie lassen
annehmen, dass auf den Breitenparallelen zwischen 46° und 49° (von den
Orozets bis Kerguelen) eine geringe Tendenz des polaren Wassers vorhanden
ist, nördlich zu fliessen. In Uebereinstimmung damit, ergiebt der Unterschied
zwischen Gissung und Observation in der Regel einen geringen Strom, der
zwischen ONO und NNO setzt.
12) Der Verlauf der Temperatur-Curven No, 45, 46, 47 und 48 scheint
erkenntlich zu machen, dass auf dem 45. Breitenparallel östlich des 71. Län-
gengrades ein Strom vorhanden ist, dessen Gewässer, namentlich nach
der Tiefe hin, erheblich wärmer sind, als die Gewässer auf derselben Breite
nach West und etwas wärmer als diejenigen nach Ost. Die Reihentemperaturen
sind zwar nicht auf demselben Breitenparallel, sondern mit fallender Breite ge-
nommen, indess lehrt ein Vergleich mit den auf noch niederer Breite ge-
nommenen westlichen Curven No. 42 und No. 43, sowie mit den östlichen Curven
No. 48, 57 und 58, dass die obige Annahme dadurch nicht alterirt wird.
Das absolute speeifische Gewicht der Oberfläche zeigt innerhalb der in