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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Punkten die Temperatur - Differenz minder gross sein, als sie auf 300 Faden 
(549 Met.) gefunden worden ist. 
10) Bei Temperatur - Curve No. 43 haben die Thermometer in der Tiefe 
von 300 und 500 Faden (549 und 915 Met.) höhere Temperaturen ergeben, als 
in 100 und 200 Faden (183 und 366 Met.); auch sind die Thermometer-Maxima 
auffallend, welche sämmtlich höhere Temperaturen als diejenigen der Luft er- 
geben, und zwar die Maxima auf 200 und 500 Faden (366 und 915 Met.) über- 
einstimmend 9° C. gegen 5.3° C. der Luft. Die Reihentemperatur wurde zwar 
unter Segel, aber bei gutem Wetter, genommen, so dass für das fehlerhafte An- 
zeigen von mehreren Thermometern schwer eine Erklärung zu finden ist. Es 
wurde unabhängig hiervon Wasser auf 100 und 300 Faden (183 und 549 Met.) 
yeschöpft, und ergab ersteres 3.39% und letzteres 3.42% Salzgehalt. Der Strom 
wurde an der Oberfläche SzW (rw.) 1 Knoten und in derselben Richtung nur 
unbedeutend schwächer in 40 und 80 Faden (73 und 146 Met.) Tiefe gefunden. Die 
Oberflächen-Temperatur war kurz vor der Beobachtung von 4!2° auf 514° und 
das absolute specifische Gewicht trotz der höheren Temperatur von 1:76 auf 
L.ozss gestiegen. 
Der beobachtete ziemlich starke südliche Strom (welcher an der Ober- 
fläche aber nur einen schmalen Streifen zu bilden scheint, da die Temperatur 
in wenig Stunden bereits wieder auf 4.1° €. und das specifische Gewicht auf 
1.077 fiel) wird also durch die Temperatur und den Salzgehalt bestätigt. 
Es lassen diese Verhältnisse und der Umstand, dass der Salzgehalt in 
300 Faden (549 Met.) grösser gefunden wurde, als in 100 Faden (183 Met.), 
es wohl möglich erscheinen, dass hier ein wärmerer Unterstrom existirt, welchen 
mit Sicherheit zu beobachten die Miller -Casella-Thermometer leider nicht ge- 
statten. 
Des eigenthümlichen Zusammentreffens mit dieser gefundenen Unregel- 
mässigkeit wegen erwähne ich, dass ich an dieser selben Stelle, als das Schiff 
sich noch 5 bis 6 Meilen, und zwar in Lee, davon befand, mit Bestimmtbheit, 
und zwar zu verschiedenen Malen, einen Streifen Brandung von ungefähr zwei 
Schiffslängen Ausdehnung gesehen hatte. Ausser von mir wurde diese Erschei- 
nung nur noch von einem Matrosen im Kreuztopp genau in derselben Richtung 
and in derselben Ausdehnung gesehen und mir gemeldet. Zur Erreichung der 
Stelle über den anderen Bug musste ich noch ca. 1 Stunde weiter liegen, wobei 
die Brandung aus Sicht kam. Ich wendete dann und erreichte den ungefähren 
Platz erst nach einigen Stunden, ohne etwas weiteres von Brandung zu sehen. 
Die See war in der Zwischenzeit allerdings erheblich heruntergegangen. Die 
an der Stelle darauf vorgenommene Lothung bis auf 500 Faden (915 Met.) und 
die Reihentemperatur-Messung liess es mir wahrscheinlich erscheinen, dass die 
Brandung von einer Stromkabbelung erzeugt war, obgleich sie dieses Aussehen 
nicht gehabt hatte. 
11) Die folgenden, in Veranlassung stürmischen Wetters weiter von ein- 
ander entfernten Temperatur - Curven No. 44, 53, 54 und 56 geben zu Be- 
merkungen nicht Anlass. Die während der Zwischenräume gemessenen Ober- 
flächen - Temperaturen und specifischen Gewichte sind gleichmässig und die 
Wasser-Temperaturen etwas niedriger, als die Luft-Temperaturen. Sie lassen 
annehmen, dass auf den Breitenparallelen zwischen 46° und 49° (von den 
Orozets bis Kerguelen) eine geringe Tendenz des polaren Wassers vorhanden 
ist, nördlich zu fliessen. In Uebereinstimmung damit, ergiebt der Unterschied 
zwischen Gissung und Observation in der Regel einen geringen Strom, der 
zwischen ONO und NNO setzt. 
12) Der Verlauf der Temperatur-Curven No, 45, 46, 47 und 48 scheint 
erkenntlich zu machen, dass auf dem 45. Breitenparallel östlich des 71. Län- 
gengrades ein Strom vorhanden ist, dessen Gewässer, namentlich nach 
der Tiefe hin, erheblich wärmer sind, als die Gewässer auf derselben Breite 
nach West und etwas wärmer als diejenigen nach Ost. Die Reihentemperaturen 
sind zwar nicht auf demselben Breitenparallel, sondern mit fallender Breite ge- 
nommen, indess lehrt ein Vergleich mit den auf noch niederer Breite ge- 
nommenen westlichen Curven No. 42 und No. 43, sowie mit den östlichen Curven 
No. 48, 57 und 58, dass die obige Annahme dadurch nicht alterirt wird. 
Das absolute speeifische Gewicht der Oberfläche zeigt innerhalb der in
	        
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