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wieder auf die vorige Höhe (12°—12.9°) steigen, während die sonst weit leichter
wechselnde Lufttemperatur sich zwischen 10° und 13° hält. .
Am 11. October Morgens auf 42° Süd-Br. und 33° Ost-Lg. fällt z. B.
innerhalb von 4 Stunden die Wassertemperatur von 11.5° auf 8° C. Bei der
etwas später genommenen Curve No. 41 ist zwar die Temperatur schon wieder
(aber nur ganz vorübergehend) auf 9.7° gestiegen, es wird dabei indess der
Strom NOzN (rw.) 0.s Knoten und in 40 und 80 Faden (73 und 146 Met.)
N!/2O0 gefunden. Dass hier ein, wenn auch schwacher Wasserzufluss aus Süd
einsetzt, kennzeichnet vielleicht noch mehr die plötzliche Veränderung des Salz-
gehaltes, welcher mit dem MHerabgehen der Temperatur von 3.52% auf
48 °/o sinkt.
Am folgenden Tage, am 12. October Morgens auf derselben Breite und
35° Länge tritt schon wieder eine Erhöhung der Wassertemperatur bis auf
12.5° und des Salzgehaltes auf 3.s0°% ein, die indess nur wenige Stunden dauert,
um auf 43° Breite und 36° Ost-Lg. einer nunmehr nicht wieder steigenden
Wassertemperatur von ca. 6° und darunter und einem Salzgehalte von 3.42%
Platz zu machen.
Trotz dieser immerhin erheblichen Temperatur - Schwankungen existirt
hier kein äquatorialer oder polarer Strom von irgend welcher Bedeutung, was
auf den ersten Blick sonderbar erscheinen muss, indess in der Folge seine Er-
klärung finden wird. Es treten hier einfach kalte antarktische Wasser in Folge
ihres geringeren Salzgehaltes an die Oberfläche und mischen sich nur äusserst
langsam mit dem salzigeren wärmeren Wasser. Südlich von 43° Breite be-
halten die antarktischen Wasser dann die Oberhand.
7) Wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, durchsegelte das Schiff zwischen
dem 40. und 45. Breitenparallel, zwischen welchen es sich vom 9. bis 16, Oc-
tober bewegte und währen welcher Zeit d& von 27° Ost-Lg. bis auf 41° Ost-Lg.
kam, eine Region, innerhalb deren die Wassertemperaturen nicht unerheblichen
Schwankungen unterworfen waren. Abgesehen von den kurzen Schwankungen
fand das verhältnissmässig bedeutende Heruntergehen der Temperatur von 14°
bis 15° C. auf 4° bis 5° und eine Aenderung des Salzgehaltes von 3.s2°/o bis
3.39% innerhalb dieses Gürtels statt.
Im Hinblick auf diese bedeutenden Temperatur- Veränderungen ist es eine
— meines Wissens — bisher noch nirgends hervorgehobene, aber gewiss zu
beachtende Erscheinung, dass das absolute specifische Gewicht der Oberflächen-
yewässer, trotz der Temperatur- Verschiedenheiten innerhalb dieser ganzen Zone,
welche gewissermaassen ein neutrales Gebiet zwischen den warmen und den
kalten Theilen des Oceans bildet, fast genau dasselbe bleibt.
Das absolute specifische Gewicht hält sich nämlich zwischen 1.0276 und
L.oz78, und die stündlich gemachten Beobachtungen lassen in deutlicher Weise
erkennen, wie überall mit der Aenderung der Wassertemperatur der Salzgehalt
genau in einer solchen Weise ab- oder zunimmt, dass das absolute specifische
Gewicht nicht gestört wird.
Besonders anschaulich ist dies, wenn man die Verhältnisse des Ober-
fächenwassers am 12. und 13. October vergleicht. *
Von ersterem Tage zu letzterem hat das Schiff nämlich seinen Ort nur
in der Breite geändert, und es ergeben sich für diese Tage die folgenden
Mittelwerthe:
12, Oct.: 42° 24‘ Süd-Br.; Temp. d. Wassers 9.4; absol. spec. Gew. 1.0277;
Salzgehalt 3.46%.
Oet.: 44° 7‘ Süd-Br.; Temp. d. Wassers 5.5; absol. spec. Gew. 1.077;
Salzgehalt 3.39%.
Diese Erscheinung ist insbesondere deshalb von Interesse, weil sie erstens
den Schluss gestattet, dass in diesem Gürtel selbst, obgleich er sich aus ganz
verschiedenen Gewässern zusammensetzt, keine Veranlassung zu einer nach-
haltigen und weitreichenden äquatorialen oder polaren Oberflächen-Strömung vor-
handen ist, indem der Salzgehalt das Gleichgewicht wieder herstellt, welches die
Temperaturen zu stören suchen, und, weil sie zweitens es aber wahrscheinlich
macht, dass auf diese Weise und an dieser Stelle sich der Austausch der kalten
und warmen Wasser, resp. derjenigen von geringem und von grossem Salz-
yehalt, vollzieht, ohne bedeutende Strömungen hervorzubringen. Wo dennoch
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