accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

31 
Aleford-Inseln. Im Innern der Milne-Bucht ungefähr 1 Seem, von der 
Küste entfernt, liegen vier kleine Inselchen, mit Namen Aleford-Inseln; sie sind 
alle von Riffen umgeben. ‚Die Wassertiefe: ausserhalb derselben nimmt von 
18 Met. bei einer halben Seem. Abstand bis auf 37 Met. und 55 Met., bei 1'/s 
bis 2! Meilen Abstand zu. In der Nähe dieser Inseln werden viele grosse 
Fahrzeuge (Kanoes) gesehen und die Art und Weise, mit welcher sich die Ein- 
geborenen den Europäern näherten, verrieth keineswegs Furchtsamkeit, Un- 
mittelbar im Norden der Aleford-Inseln scheint die Küste der Müne-Bucht nie- 
drig zu sein; bis zu einiger Entfernung von der Küste erstreckt sich unreiner 
Grund. Weiterhin biegt die Küste, bestehend aus einer Anzahl kleiner jäher 
Buchten längs. dem Fusse des Bergrückens Stirling, ungefähr 20 Seem, weit in 
eine östliche Richtung ein, bis gegenüber den Inseln. Killerton, wo sich eine 
grössere Bucht ausbreitet, in welcher jedenfalls ein Schiff ankern kann. 
Killerton-Inseln, drei an der Zahl, liegen in der Richtung Ost-West 
und beinahe in gleicher Entfernung zu einander. Die Kntfernung von ihnen bis 
zu der Küste varlirt zwischen !4 und 1 Seem. Die Inseln sind niedrig und 
dicht bewaldet und zwischen der östlichsten Insel und der Küste ist in 22 Met. 
bis 24 Met. Wassertiefe und Sandgrund ein Ankerplatz. Der Zwischenraum 
zwischen den Inseln sowohl, wie auch zwischen den beiden westlichen und der 
Küste ist. mit Korallenriffen ausgefüllt; die trocknen Stellen erstrecken sich °/4 
Seem. südlich von der mittleren Insel. Das Fahrwasser nach dem Ankerplatz ist 
für von Osten kommende Schiffe zwischen der östlichen Insel und der Küste, 
aber es ist Vorsicht nothwendig, da in der Nähe der Inseln sich allenthalben 
Korallenriffe vorfinden. Der Ankerplatz ist ungefähr !/s Seemeile südlich des 
Dorfes. Als der „Bastilisk“ zum ersten Mal diesen Platz besuchte, brachten 
die Eingeborenen einen Hund an Bord und opferten denselben, indem sie ihm 
auf dem Hinterdecke den Kopf abschlugen, anscheinend als Bestätigung ihrer 
friedlichen Gesinnung. 
‚Berg Killerton zum Gebirge Stirling gehörig, steigt unmittelbar ober- 
halb der Killerton-Insel zu einer Höhe von 414 Met. empor und ist ein indie 
Augen fallender Berg mit breitem Gipfel in runder Einfassung, Von SO und 
NW gesehen, erscheint der Gipfel wie drei Hügel oder Erhöhungen, von denen 
die mittelste die höchste ist. Nähert man sich der Goschen-Strasse von Westen, 
so giebt dieser Berg eine gute Landmarke ab, umsomehr da die Spitzo des- 
selben selten von Wolken umgeben ist, Der lange schmäle, Vorsprung der 
Killerton - Inseln bildet die nördliche Halbinsel des östlichen Theiles von 
Neu Guinea; dieselbe erstreckt sich ungefähr 10 Seem. NOzO bis zum Ostcap, 
wo sich allmählich 4 Buchten bilden, deren Wassertiefen aber nicht untersucht 
worden sind. Die Hügel, welche den Rücken dieses Vorsprunges bilden, sind 
von regelmässiger Form und scharf begrenzt, allmählich bei Annäherung an das 
Osteap an Höhe abnehmend. Die beiden nächsten Gipfel östlich vom Berge 
Killerton sind mit Buschwerk bedeckt und in der Nähe der Gipfel steht eine 
kleine Gruppe grosser Bäume. Oestlich von diesen‘ sind die Vertiefungen 
zwischen den Hügeln beträchtlicher, so dass, aus einiger Entfernung gesehen, 
dieselben wio Inseln erscheinen. 
Ost-Cap von Neu Guinea ist die Spitze des eben beschriebenen 
Vorsprunges; die Hügel, welche in einen doppelten 118 Met. hohen Gipfel 
endigen, sind in NW dicht bewaldet und an der NO-Seite kahl und nicht 
fruchtbar. Hier beim Cap. wird die Küste von ‚einem schmalen Sandstrande 
eingefasst und ein Dorf mit einigen dazu gehörigen Fahrzeugen (Canoes) liegt 
dicht an der Wassergrenze. Von dem östlichen Gipfel des Ost-Caps peilt der 
Gipfel der Insel Lydia OzS, 9'/2 Seem. entfernt und das Cap Prevost der Insel 
Normanby (zu dor Insel-Gruppe d’Entrecasteaum gehörig) in NNO°/40, 9 Soem. 
entfernt. 
Die Eingebornen waren zuerst freundlich, bei dem zweiten Besuch aber 
schüchtern und konnten nur mit Anstrengung zur Begleitung der VermessungSs- 
Gesellschaft nach dem Pik bewogen werden, obgleich alle Versuche gemacht 
wurden, dieselben durch Geschenke von Bandeisen und rothen Taschentüchern 
zu gewinnen; offenbar sahen sie mit erleichtertem Herzen unsere Boote sie 
verlassen.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.