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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Beobachtungen der Oosterreichischen Fregatte „Novara“ auf 37° 58‘ 30“ Süd-Br. 
und 77° 34‘ 44“ Ost-Lg., nach. Englischer Annahme auf 37° 52“ Süd-Br. und 
77° 35‘ Ost-Lg. bestimmt worden. *) 
- Durch Öbservationen von Sonne und Mond (Sonnen- und Mondmeridian- 
breiten und Chronometer-Längen) wurde unsererseits die SW-Spitze der Insel, 
ein etwas detachirter ca, 50 Met. hoher Fels, auf 37° 50.7‘ Süd - Br. und 77° 
34’ Ost-Lg. von Greenw. festgelegt. **) 
Die Höhe eines sich, von Süd gesehen, als höchsten Theil der Insel mar: 
rauen Kammes an der West - Seite der Insel wurde zu ungefähr 640 Met. 
estimmt. 
2. Lage des Ritchie-Riffes. Das Ritchie - Riff, welches wichtig ist, 
weil es-von allen Schiffen, die -von Süd kommen und nach der NW-Küste 
Australiens und der Torres - Strasse bestimmt sind, angesteuert wird, ist mit 
zanz verschiedener Länge niedergelegt, und zwar wie folgt: 
Mitte des Riffs (Domkes Tafeln). . ... ..... 114° 46 Ost-Lg. 
Nord-Spitze nach engl. Admiralit.-Karte vom Indian 
Ocean, corrigirt bis 1870 . . ..... . . 115° 86. # 
Mitte des Riffs nach Raper .....0.0.. . 115° 7 S 
Nord-Spitze nach engl. Admiralitäts-Karte, Australia 
corrigirt bis 1869. ‚ ...0.0..... . 115° 18“ % 
Nord-Spitzge nach engl. Admiralitäts-Karte, Australia 
NW and West Coast, corrigirt bis-1872 . . . . 115° 24‘ » 
Die Lage, welche dem Riff in den letzten beiden Karten gegeben ist, 
scheint eine neuerdings vorgenommene Aenderung zu sein, wie ich aus einer 
Anmerkung auf Seite 164 des Australia Directory Vol. II schliesse, wonach 
Capitain Stokes die Länge des Riffs 16 Minuten östlicher bestimmt hat, als es 
bisher in den Karten eingetragen war. 
Nach unseren Chronometern, wie sie in Mauritius regulirt waren, stimmte 
die früher dafür angegebene Länge nahezu; nach dem Vergleich derselben in 
Koepang würde aber die richtige Länge der Ostspitze des Riffs sein: 115° 24‘ 
13“ Ost, nahezu in Uebereinstimmung mit der Angabe von Capitain Stokes *#%), 
3. In den Karten und Segeldirectionen sind vielfach ungenau festgelegte, 
in der Regel unter Wasser liegende, also besonders gefährliche Bänke, Korallen- 
riffe etc, angegeben, welche die Schifffahrt in hohem Grade beeinträchtigen, 
weil wegen der zweifelhaften Existenz auf der dafür angegebenen Stelle gTr08S6 
Umwege gemacht werden müssen und die Capitaine in steter Unruhe gehalten 
werden. Kin grosser Theil solcher Untiefen gründet sich auf Angaben von 
Kauffahrtei-Capitainen, welche das Wasser entfärbt, oder Brandung (wahrschein- 
lich Stromkabbelung) gesehen und entweder nicht, oder in Folge der Fahrt des 
Schiffes falsch gelothet haben. 
Im Interesse der Schifffahrt habe ich versucht, einige dieser Untiefen zu 
finden und festzulegen, falls sie existirten, jedoch sind meine Bemühungen er- 
folglos gewesen. Ks sind die folgenden: 
a. Korallenbank Kali Maas. In den „Nachr. f, Seef.“ No. 45, 1874, 
findet sich eine Mittheilung über eine Korallenbank (Kali Maas), welche. süd- 
lich von Mauritius auf 25° 9‘ Süd-Br. und 58° 28%, Ost-Lg. liegen, und auf 
welcher 3.5 bis 4 Met. Wasser sein soll. In der betreffenden Mittheilung wird 
um eine Prüfung ersucht, 
Ich beabsichtigte, möglichst über die angegebene Position herüber zu: 
gehen, durch Strom fand aber eine unbedeutende Versetzung statt, so dass das 
Schiff ca. 2 Seem. südlich davon passirte. 
Da niemals anzunehmen ist, dass solche unsicheren Untiefen genau auf 
der angegebenen Stelle liegen, habe ich vorher und nachher eine Anzahl Lothun- 
] 8. Hydr. Mitth. 1874, pag, 140 und 142, 
**) Die neubestimmte geographische Lage von $. Paul s. Anm. S. 400. 
*#*) Diese Bestimmung beruhte auf der bisher als maassgebend angenommenen Länge von 
Koepang, Fort Flaggenstock, nämlich von 123° 353/4‘ Ost von Greenw. (nach Flinders s. Hors- 
burgh India Directory Part, I, ag. 691), Nach den neuesten Ermittelungen (s. niederländischer 
Regierungs - Almanach von 1872) ist aber die Länge jenes Punktes zu Koepang 123° 83‘ 39“ 
Ost von Greenw., wie Herr v. Schleinitz nachträglich mittheilt. Hiernach ist die im Text an- 
gegebene Länge, sowie die auf S, 404 und 405 zu corrigiren. A. d. R.
	        
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