103
Beobachtungen der Oosterreichischen Fregatte „Novara“ auf 37° 58‘ 30“ Süd-Br.
und 77° 34‘ 44“ Ost-Lg., nach. Englischer Annahme auf 37° 52“ Süd-Br. und
77° 35‘ Ost-Lg. bestimmt worden. *)
- Durch Öbservationen von Sonne und Mond (Sonnen- und Mondmeridian-
breiten und Chronometer-Längen) wurde unsererseits die SW-Spitze der Insel,
ein etwas detachirter ca, 50 Met. hoher Fels, auf 37° 50.7‘ Süd - Br. und 77°
34’ Ost-Lg. von Greenw. festgelegt. **)
Die Höhe eines sich, von Süd gesehen, als höchsten Theil der Insel mar:
rauen Kammes an der West - Seite der Insel wurde zu ungefähr 640 Met.
estimmt.
2. Lage des Ritchie-Riffes. Das Ritchie - Riff, welches wichtig ist,
weil es-von allen Schiffen, die -von Süd kommen und nach der NW-Küste
Australiens und der Torres - Strasse bestimmt sind, angesteuert wird, ist mit
zanz verschiedener Länge niedergelegt, und zwar wie folgt:
Mitte des Riffs (Domkes Tafeln). . ... ..... 114° 46 Ost-Lg.
Nord-Spitze nach engl. Admiralit.-Karte vom Indian
Ocean, corrigirt bis 1870 . . ..... . . 115° 86. #
Mitte des Riffs nach Raper .....0.0.. . 115° 7 S
Nord-Spitze nach engl. Admiralitäts-Karte, Australia
corrigirt bis 1869. ‚ ...0.0..... . 115° 18“ %
Nord-Spitzge nach engl. Admiralitäts-Karte, Australia
NW and West Coast, corrigirt bis-1872 . . . . 115° 24‘ »
Die Lage, welche dem Riff in den letzten beiden Karten gegeben ist,
scheint eine neuerdings vorgenommene Aenderung zu sein, wie ich aus einer
Anmerkung auf Seite 164 des Australia Directory Vol. II schliesse, wonach
Capitain Stokes die Länge des Riffs 16 Minuten östlicher bestimmt hat, als es
bisher in den Karten eingetragen war.
Nach unseren Chronometern, wie sie in Mauritius regulirt waren, stimmte
die früher dafür angegebene Länge nahezu; nach dem Vergleich derselben in
Koepang würde aber die richtige Länge der Ostspitze des Riffs sein: 115° 24‘
13“ Ost, nahezu in Uebereinstimmung mit der Angabe von Capitain Stokes *#%),
3. In den Karten und Segeldirectionen sind vielfach ungenau festgelegte,
in der Regel unter Wasser liegende, also besonders gefährliche Bänke, Korallen-
riffe etc, angegeben, welche die Schifffahrt in hohem Grade beeinträchtigen,
weil wegen der zweifelhaften Existenz auf der dafür angegebenen Stelle gTr08S6
Umwege gemacht werden müssen und die Capitaine in steter Unruhe gehalten
werden. Kin grosser Theil solcher Untiefen gründet sich auf Angaben von
Kauffahrtei-Capitainen, welche das Wasser entfärbt, oder Brandung (wahrschein-
lich Stromkabbelung) gesehen und entweder nicht, oder in Folge der Fahrt des
Schiffes falsch gelothet haben.
Im Interesse der Schifffahrt habe ich versucht, einige dieser Untiefen zu
finden und festzulegen, falls sie existirten, jedoch sind meine Bemühungen er-
folglos gewesen. Ks sind die folgenden:
a. Korallenbank Kali Maas. In den „Nachr. f, Seef.“ No. 45, 1874,
findet sich eine Mittheilung über eine Korallenbank (Kali Maas), welche. süd-
lich von Mauritius auf 25° 9‘ Süd-Br. und 58° 28%, Ost-Lg. liegen, und auf
welcher 3.5 bis 4 Met. Wasser sein soll. In der betreffenden Mittheilung wird
um eine Prüfung ersucht,
Ich beabsichtigte, möglichst über die angegebene Position herüber zu:
gehen, durch Strom fand aber eine unbedeutende Versetzung statt, so dass das
Schiff ca. 2 Seem. südlich davon passirte.
Da niemals anzunehmen ist, dass solche unsicheren Untiefen genau auf
der angegebenen Stelle liegen, habe ich vorher und nachher eine Anzahl Lothun-
] 8. Hydr. Mitth. 1874, pag, 140 und 142,
**) Die neubestimmte geographische Lage von $. Paul s. Anm. S. 400.
*#*) Diese Bestimmung beruhte auf der bisher als maassgebend angenommenen Länge von
Koepang, Fort Flaggenstock, nämlich von 123° 353/4‘ Ost von Greenw. (nach Flinders s. Hors-
burgh India Directory Part, I, ag. 691), Nach den neuesten Ermittelungen (s. niederländischer
Regierungs - Almanach von 1872) ist aber die Länge jenes Punktes zu Koepang 123° 83‘ 39“
Ost von Greenw., wie Herr v. Schleinitz nachträglich mittheilt. Hiernach ist die im Text an-
gegebene Länge, sowie die auf S, 404 und 405 zu corrigiren. A. d. R.