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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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mit Erfolg von Patagonien aus einzuführen. Schafe findet man in den ver- 
schiedensten und besten Rassen auf den Inseln. 
Einen Theil der Nahrungsmittel für die Bewohner der Falkland - Inseln 
bilden die Eier der verschiedensten Land- und Seevögel, welche zu Millionen 
die einzelnen Inseln umschwärmen und auf den Klippen nisten, namentlich die 
Albatross und die Pinguine, welche letztere oft so dicht neben einander sitzen, 
dass os für den Besucher unmöglich ist, einen Fuss vor den andern zu setzen, 
ohne auf einen Vogel zu treten. Der Pinguin sitzt harmlos und still da und 
reckt mit aufgerissenem Schnabel seinen Hals dem Menschen zu, Die Pinguin- 
schläger auf den Falkland - Inseln gewinnen das beste Oel von diesen Vögeln, 
indem sie ihren Hals erfassen und den Vögeln mit einem Stock einen Schlag 
auf den Kopf geben; der Vogel giebt alsdann durch den Schnabel ein Oel von 
sich, welches aufgefangen wird und klar und schön ist, während das Oel, wel- 
ches durch Kochen des Körpers gewonnen wird, diesem an Güte sehr nachsteht, 
Von anderen Vögeln sind zu erwähnen die wilden Gänse, die Krick- und Speck- 
enten, welche im August ihre Eier legen und im October geschossen werden, 
ferner die Schwäne und Reiher, welche im Dezember legen und vor dem Februar 
nicht zu schiessen sind, 
Die Wanderschnepfe ist auch auf den Falkland-Inseln ein häufig vor- 
kommender Zugvogel. . Man sieht sie im November zu Tausenden und sie ver- 
dunkeln in ihren dichtgedrängten Zügen förmlich die Luft. Eier der Wald- 
schnepfen hat man nie gefunden. Ein den Falkland - Inseln eigenthümlicher 
Vogel ist der schwarze Falke: er ist jedoch selten, sehr scheu und schwer zu 
schiessen, Einen kleinen Singvogel, ähnlich unserer Meise, habe ich während 
meines Aufenthaltes auf den Falkland-Inseln gesehen und gehört. & 
‚Fische sind bei den Falkland-Inseln schön und in grosser Fülle vorhan- 
den; da sich jedoch selten Jemand mit dem Fischfange beschäftigt, sind Fische, 
trotz der reichen Fülle derselben, selten zu erlangen. Seelöwen und See- 
elephanten sind hier selten; Walrosse kommen nur in den südlichen Theilen 
der Inseln vor, doch läuft sich zuweilen auch ein Walfisch auf den Sandbänken 
der verschiedenen Einfahrten fest. Dagegen sind Seechunde in grosser Anzahl 
vorhanden und ihr Fang wird eifrig betrieben; die Felle sind prächtig und er- 
zielen einen guten Preis bei ihrem Verkauf auf dem Festlande. Noch prächtiger 
sind die Felle der Fischottern, welche auf den Süd - Falkland - Inseln zahlreich 
vorkommen.“ 
Noch cine Eigenthümlichkeit der Falkland-Inseln erwähnt Herr Reimer 
in seinem Berichte, nämlich die grossen „Steinstrassen“, wie sie von den 
Eingeborenen genannt werden. Man sieht nämlich in verschiedenen Theilen 
der Inseln Strassen in fast gleichmässiger Breite, auf denen Steinblöcke in rie- 
sigen Formen unregelmässig, oft aber auch regelmässig geordnet erscheinen. 
Eine mit Steinen belegte, noch ungewalzte Chaussee würde im Kleinen ein treues 
Bild dieser gewaltigen Strassen geben, welche sich hauptsächlich in einer Linie 
von Nord — Süd ausdehnen und einem bewegten Meere gleichen, welches seine 
Wellen von Nord — Süd fortwälzt. Bei der Capstadt und auf den Diamanten- 
feldern hat man ähnliche Steinbildungen gefunden und dies hat die Einwohner 
der Falkland-Inseln veranlasst, daselbst ebenfalls Nachsuchungen nach Diamanten 
anzustellen; sie sind aber bis jetzt ohne Erfolg geblieben. 
Die Tiefseelothungen I. Br. M. S. „Challenger“ von Hongkong bis 
zur Humboldt-Bai bei Neu-Guinea und von dort über die Admiralitäts- 
Inseln bis Japan in den Monaten Januar bis April 1875. 
‚Der Nachfolger von Capitain Nares in dem Commando des „Challenger“, 
Capitain Frank T. Thomson, hat über die unter seiner Leitung vom 8. Ja- 
auar bis zum 9. April 1875 ausgeführten Tiefseelothungen im Stillen Ocean und 
im Malayischen Archipel an das Hydrographische Amt in London einen Bericht
	        
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