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Volltext : 54, 1935/36

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F.  Zorell:  Beiträge  zur  Hydrographie  der  Deutschen  Bucht.

b)  13.  bis  14.  Mai.  Auch  hier  ist  die  parallele  Anordnung  der  Isolinien  ins  Auge  fallend.  Besonderheiten ­
  weist  die  Salzgehaltsverteilung  nicht  auf.
Wir  haben  an  anderer  Stelle  schon  darauf  hingewiesen,  daß  das  Jahr  1931  für  alle  Feuerschiffe
eine  große  negative  Anomalie  des  Salzgehalts  zeigt.  Eine  Erklärung  aus  der  Höhe  des  Süßwasserzuflusses
  im  Jahre  1931  ist  nicht  möglich;  sowohl  hei  Elbe  wie  Weser  entsprach  die  Wasserführung  „normalen“ ­
  Verhältnissen.  Eine  Herabsetjung  des  Salzgehalts  ist  also  um  so  überrasdiender,  als  ein  sehr  süßwasserarmes, ­
  für  die  ganze  Deutsche  Bucht  salzreiches  Jahr  (1930)  voranging.  Wir  müssen  demnach  annehmen, ­
  daß  die  zufließenden  Süßwassermengen  bzw.  das  in  den  Flußmündungen  entstehende  salzarme
Mischwasser  sich  in  verhältnismäßig  engen  Streifen  längs  der  Küste  verteilte.  Die  Durchmischung  weiter
seewärts  fehlte  so  und  das  Küstenwasser  blieb  dabei  relativ  salzarm.  Die  Feuerschiffe,  die  alle  dem
Küstenbereich  im  engeren  Sinne  angehören,  hatten  deshalb  einen  außergewöhnlich  niedrigen  Salzgehalt,
einen  viel  niedrigeren  als  wenn  sich  das  Süßwasser  nach  NW  zu,  wie  gewöhnlich,  allmählich  mit  dem
Nordseewasser  gemischt  hätte.  Wir  kommen  aus  diesem  Grund  zu  dem  wichtigen  Schluß:
aus  der  Höhe  des  Salzgehalts  (Jahresmittel)  bei  den  Feuerschiffen  kann  nicht
auf  den  Sa1zgeha1tscharakter  der  ganzen  Deutschen  Bucht  geschlossen
werden.
13.  Oktober  1931.  (Hierzu  Tafel  24,  Figur  71  bis  72.)
Diese  nur  achttägige  Reise  war  vom  Wetter  wenig  begünstigt.  Dabei  wurde  für  die  biologischen
Untersuchungen  noch  ein  Vorstoß  nach  W  in  die  Richtung  der  Doggerbank  gemacht,  so  daß  das  gewonnene ­
  Material  für  eine  flächenmäßige  synoptische  Bearbeitung  kaum  ausreicht.
Die  mittleren  Temperaturverhältnisse  bei  den  Feuerschiffen  im  Oktober  1931  sind
in  der  nachfolgenden  Tabelle  wiedergegeben.

Abweichung  der  mittleren  Monatstemperaturen  Oktober  1931  vom
10jährigen  Mittel  1923/3  2.

B

N

W

Ms

Br

E  1

E  4

Ae

Am

V

Hr

Abweichung
Oktober  1931.

—0.2

—0.1

—0.1

±0

+  0.1

+  0.5

+  0.3

±0

—1.0

—0.4

—0.4

Aus  der  Tabelle  geht  hervor,  daß  die  mehr  seewärts  gelegenen  Feuerschiffe  im  Oktober  1931  etwas
kühleres  Wasser  als  normal  hatten,  die  in  den  Flußmündungen  liegenden  dagegen  etwas  wärmeres.
Die  Abkühlung  während  der  Dauer  der  „Poseidon“-Reise  zeigen  die  folgenden  Zahlen.

T  e  m  p  e  r  a  t  u  r  a  b  n  a  h  m  e  13.  bis  21.  Oktober  bei  den  Feuerschiffen.

B

N

w

Ms

Br

El  ,  E  4

Ae

Am

V

Hr

Temperaturabnahme ­
  .  .  .

1.5

+  0

—1.8

-2.5

—2.4

—3.4  —2.5

—1.7

—1.6

Für  einige  Feuerschiffe  sind  dies  hohe  Beträge,  vor  allem  für  Elbe  1,  das  in  einer  Woche  eine  Ab
kühlung  zeigte,  wie  sie  „normaler“weise  ein  ganzer  Herbstmonat  aufweist  (vgl.  Tabelle  IV,  Anhang).
Der  Salzgehalt  zeigte  im  Oktober  1931  nur  bei  den  F.  Sch.  Borkumriff,  Vyl  und  Horns  Rev
eine  geringe  negative  Anomalie  (—  O.F/oo)  bei  allen  übrigen  erreichte  diese  beträchtliche  Werte,  wie  die
folgenden  Zahlen  erkennen  lassen.
            
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