accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

375 
anweisungen für Stanley-Harbour, das Klima und die Naturerzeugnisse der Falk- 
land-Inseln betreffende Angaben, welche wir in einzelnen Theilen noch ergänzt 
und vervollständigt haben, 
1. Segelanweisung für Stanley-Harbour*). 
Der runde eiserne, weiss- und roth horizontal gestreifte Leuchtthurm auf 
Cap Pembroke giebt eine sehr gute Landmarke für die Einsegelung nach Stanley 
Harbour; er ist 18,3 Met. hoch, hat einen Spiegelapparat 1. Ordnung, mit 
weissem festem Feuer, welcher sich 33.5 Met. über Hochwasser befindet, 14 Seem. 
weit von See aus allen Richtungen sichtbar, und nur zwischen den Peilungen 
301/2S und NO0O'40 vom Port William und von Land aus nicht sichtbar #%), 
Ausser diesem Leuchtthurm sind noch der ungefähr 250 Met. hohe Mount Low 
und der ungefähr 240 Met. hohe Mount William gute Landmarken. 
Schiffe, welche von Norden kommen, müssen den Urania Rock, welcher 
östlich der Volunteer - Spitze liegt, vermeiden. Diese Klippe liegt NzW'A4W, 
9.s Seem. vom Leuchtthurm auf Cap Pembroke entfernt. Die Gezeitenströmung 
läuft hier ungefähr 2 Knoten die Stunde. 
Von Süden kommende Schiffe haben die Untiefe „Wolf Rock“, welche 
SzW 2.9 Seem. von dem Leuchtthurm entfernt liegt, zu vermeiden. Die Ge- 
zeitenströmung läuft hier ungefähr 1'/s Kuoten die Stunde. Die Schiffe dürfen 
ferner nicht zwischen dem Cap Pembroke und den nordöstlich davon gelegenen 
Seal Rocks hindurch segeln, denn obgleich zwischen beiden genügende Wassertiefe 
vorhanden ist, so macht die Gezeitenströmung doch diese Passage sehr ge- 
fährlich. Während der Ebbe und bei südwestlichen Winden steht eine hohe, 
sich überschlagende See in dieser Passage und thut man deshalb besser, östlich 
ım die Seal Rocks zu gehen. 
Schiffe, welche nach Süden zu bestimmt sind, sollten beim Anlaufen des 
Hafens in Port William liegen bleiben, da ein ihnen günstiger nördlicher Wind 
sie verhindern würde, durch die nach Norden zu liegende schmale Einfahrt von 
Stanley Harbour zu kommen, dagegen können Schiffe, welche später nordwärts 
segeln, nach Stanley Harbour gehen, da der ihnen günstige südliche Wind 
auch günstig zum Verlassen des Hafens ist. 
Hat man von Süden kommend die Seal Rocks und von Norden kommend 
die Spitze William passirt, so müssen die Schiffe in die Mittefahrwasserlinie 
von Port William zu kommen suchen, so dass die Spitze William und Cap 
Pembroke in der Linie NNW!/zW —S8S0!/40 liegen, die Seal Rocks 0SO oder 
die grösste der beiden Williams-Inseln in SW!/4S peilen; von hier ist der Kurs 
nach Stanley Harbour WSW!/S, Will man nicht gegen westliche Winde gegenan 
kreuzen, so findet man innerhalb der oben angegebenen NNW!/2W  —SS01!40 
Linie überall guten Ankergrund auf 25.5 bis 29.3 Met. Wasser. Verfolgt man jedoch 
den WSW'/2S Kurs nach Stanley Harbour zu, so bekommt man, nachdem man 
4 Seem. gesegelt ist, die schmale Einfahrt nach Stanley Harbour offen und muss 
lann von hier SzO durch die Mitte der Einfahrt steuern. Sobald die Einfahrt 
passirt ist, führt der SW-Kurs in die Mitte des Hafens, woselbst man auf 9 Met. 
Wasser gut haltbaren Ankergrund, aus festem Lehm bestehend, findet. Sobald 
ein Schiff vom Leuchtthurm von Cap Pembroke aus mit einer Lootsenflagge 
gesehen wird, werden auf dem Thurme für die 3 zu Stanley befindlichen Lootsen 
Signale gemacht, die dann sogleich dem Schiffe entgegen gehen. 
‚Stanley Harbour ist der einzige bevölkerte Ort auf den Falkland- 
Inseln, und gleichzeitig der Sitz des englischen Gouvernements. Das Regierungs- 
*) S. „South America Pilot“, Part, I, 2. Ausg., London 1874, pag. 306 ff., ferner s. „Sai- 
ling Direetions for the South Atlantic Ocean“, 5. Ausg., von Findlay, London 1867, pag. 229 
Dr ee schliesslich s. „South Atlantic Directory“ von Rosser und Imray, London 1870, pag. 
**) Seine geographische Lage ist nach den neuesten englischen und französischen Leucht- 
feuerverzeichnissen 51° 40‘ 40“ Süd-Br. und 57° 41‘ 45“ (nicht 48”) West-Lg. Nach den Be- 
stimmungen der Fundamental - Meridiane an der Ost- und Westküste von Süd - Amerika durch 
Penaud und Fleuriais sind Punto Arenas und die auf diesen Meridian bezogenen Orte der Ma- 
gellan - Strasse und Falkland- Inseln bisber um 1‘ 54“ zu weit nach Westen angegeben worden; 
die richtige Länge von Pembroke Leuchtthurm ist daher 57° 89‘ 51“ West (s, Conn. des Temps 
1873, addit. pag. 21). ad. R.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.