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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

Im 
Eine grosse Landstrecke hinter der Stadt ist mit Kokospalmen bepflanzt, 
welche sämmtlich dem Sultan gehören und in einigen Jahren eine beträchtliche 
Einnahme versprechen. KEiniger Handel mit dem Innern wird hier getrieben; 
die Karawanen kommen hier gewöhnlich mit Elfenbein an, um solches nach 
Zanzibar zu verschiffen. 
Wasser. Mehrere gute Brunnen befinden sich in der. Stadt; der 
beste und bequemste für die Schiffe ist auf des Sultans Besitzung hinter dem 
Palast. Ein anderer befindet sich bei der Moschee dicht an einem kleinen 
Hause mit einer Kuppel, aber es dürfte schwierig sein, die Boote oder deren 
Fässer daselbst zu füllen. Ein dritter Brunnen ist am Hause eines Banyan’s, 
etwas landeinwärts. Der Brunnen aber, welcher am besten gelegen ist und 
sich dicht am Strande, östlich der nicht fertig gebauten Häuser befindet, ist 
streng zu vermeiden. . 
Oberhalb der Stadt erstreckt sich der Meeresarm Dar - es - Salaam noch 
2 Seem. nach SSO, biegt dann 1 Seem. weit nach SW um. Bis zu diesem 
Punkt ist er für Fahrzeuge schiffbar, aber hier kommt derselbe zu einem plötz- 
lichen Ende, denn eine Sandbank fällt bei Niedrigwasser von Ufer zu Ufer 
trocken. Oberhalb dieser Bank theilt er sich in 2 Arme, von denen der eine 
nach SSW und der andere grössere nach SO, von hohen Ufern eingeschlossen, 
führt. Beide Arme sind bei Springzeit Niedrigwasser beinahe trocken und nur 
ein kleiner Frischwasserbach ist dann daselbst zu finden. Diese Bäche kommen 
aus einem Mangrove - Sumpf. An der Stelle, wo sich der Meeresarm trennt, 
steht ein grosses Dorf, welches Mtoni heisst. Flusspferde, welche früher in 
grosser Anzahl vorhanden waren, sind jetzt spärlich, da zu viel Jagd auf 
dieselben gemacht worden ist. 
Ras Mjimwema ist eine abgerundete Sandspitze und liegt 2 Seem, 
S0zO von Ras Rongoni, Dieselbe ist aber leicht erkenntlich an den hohen 
Kokospalmen, welche die Dörfer Magogone, Mjimpya und Mjimwema umgeben 
und an einem weissen Hause in Magogone, und einem eben solchen in dem 
Dorfe Mjimwema an jeder Seite der Sandspitze. 
Bei dieser Sandspitze erstreckt sich das Korallenküstenriff 1 Seem. weit 
nach See zu und auf dem äussersten Ende desselben liegt die Insel Kendwa, 
welche in der Richtung Nord—Süd !/2 Seem. lang ist; sie selbst ist allenthalben 
gleich hoch. Die Insel ist eben; die Spitzen der auf ihr wachsenden Bäume 
erreichen eine Höhe von 12 Met. über Hochwasser. 
Zwischen der Insel und den Makatumbe-Riffen ist ein !/2 Seem. breites 
Fahrwasser; da aber die Wassertiefe desselben nur 3.3 Met. beträgt, so ist es 
nur von kleinen Fahrzeugen zu benutzen. 
Boote, welche während des Nordost-Monsuns nordwärts kreuzen, müssen 
sich in Lee der Insel Makatumbe innerhalb dieses Fahrwassers halten, aber 
während des SW -Monsuns und Niedrigwasser brandet die See zuweilen quer- 
über das Fahrwasser und ist alsdann nur mit Vorsicht zu benutzen. 
Die Küste zwischen Ras Mjimwema und Ras Koronjo bildet eine Bucht, ist 
niedrig und sandig; im Hintergrunde befinden sich Mangrove-Sümpfe. und etwas 
südlich der Spitze Mjimwema liegt das grosse gleichnamige Dorf. Da die Küste 
daselbst steiler als an andern Orten ist, so finden die einheimischen Fahrzeuge 
und andere, welche nicht tiefer als 3 Met. gehen, dicht bei dem Dorfe guten 
Schutz während des SW-Monsuns. 
Ras Koronjo ist eine schroff nach Norden zu vorspringende Spitze; 
dicht bei derselben liegt ein kleiner, l.s Met. über Hochwasser befindlicher 
Felsen, das Korallenriff fällt in nordwestlicher Richtung %4 Seem, weit trocken. 
Die beiden Inseln Sinda Megen nördlich von Ras Koronjo und beste- 
hen aus Korallen; ihre gegenseitige Richtung zu einander ist NO — SW. Beide 
Inseln befinden sich auf einer Bank von 1 Seem. im Durchmesser. Die 
äussere Insel ist etwas grösser als die andere; sie ist in der Richtung NNW— 
SSO '!/2 Seem. lang und kann an den ungefähr 15 Met. über Hochwasser be- 
findlichen, kahl aussehenden Baumstämmen, welche sich an ihrer Aussengrenze 
über die Abhänge neigen, erkannt werden. Bei dem Südende dieser Insel 
zieht sich eine Reihe kleiner Inselchen südlich auf der Korallenbank hin. Die 
innere Insel Sinda hat am Nord- und am Südende weisse Sandspitzen,
	        
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