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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Hafen, Vulcan-Cove und Cascade-Reach sind aber nach NO nicht hinreichend 
geschützt, Elisabeth-Hafen ist überdies beschränkt und.hat ein die Einsegelung 
erschwerendes Riff im Hafeneingänge, auch ist er im Innern ganz mit Tang 
verwachsen, 
Betsy-Cove, ein Seitenzweig der offenen Accessible-Bai, ist so beschränkt, 
dass kaum ein grösseres Schiff darin verteit liegen kann. UVeberdies ist in 
diesem kleinen Hafen niemals ruhiges. Wasser, weil die See längs der Westküste 
der steinigen Halbinsel fast immer hineinsteht. Die nächsten guten Häfen 
finden sich erst an der Südostküste im Royal Sound. 
Observations-Halbinsel. Diese Halbinsel, welche die vorgenannten 
Häfen enthält, unterscheidet sich im Aussehen wesentlich von den vorher. be- 
schriebenen nördlicheren Theilen der Nordostküste. Während an der letzteren fast 
nur terrassige Tafelberge vorkommen, sind die höheren Berge der Observations- 
Halbinsel hohe Piks, in der Regel mit schroffen Felsen und Abfällen, zuweilen 
dachförmige oder terrassenförmige Spitzen. Sie bilden gewissermassen den Ueber- 
gang von den Tafelbergen des nördlichen Theils der Insel zu den mehr kegel- 
förmigen und rundlichen Piks der Berge südwestlich des Royal Sound. 
Die Halbinsel wird durch das über 940 Met. hohe Crozier-Gebirge resp. 
durch das sich am nördlichen Fusse desselben hinziehende von See’n angefüllte 
Studer-Thal von dem übrigen Theile der Hauptinsel getrennt. Letzteres Thal 
verbindet die Hillsborough-Bai mit dem Royal-Sound. 
Wenn Kerguelen von Ost oder NO bei klarem Wetter angesegelt wird, 
geben die Berge der Observations - Halbinsel durch ihre zum Theil schon aus 
der Benennung abzuleitenden eigenthümlichen Formen (Chimneytop, Terrassen- 
spitze, Dachberg) nicht zu verkennende Marken ab. In der Regel aber sind 
sie völlig in Wolken oder Dunst gehüllt. Dann ist die einzige und ausser bei 
Nebel stets sichtbare Marke der viel niedrigere Mount Campbell. 
Mount Campbell, Steinige Halbinsel. Beim Sichten hält man den 
Mount Campbell für eine kegelförmige Felseninsel, da das niedrige Land der 
steinigen Halbinsel erst sehr spät in Sicht kommt. Von den meisten Seiten 
gesehen, bildet er einen etwas schräg abgeschnittenen und etwas nach einer 
Seite geneigten Felsenkegel. Sich dem Mount Campbell .nähernd, wird man bald 
die vierkantigen Kent - Inseln und die flacheren Rocks of Despair in Sicht be- 
kommen und die Orientirung und Navigirung ist dann nach der Karte. einfach, 
Der Mount Campbell ist fast aus allen Himmelsrichtungen, selbst von der anderen 
Seite der Halbinsel, von Osten her, sichtbar, nur aus südöstlicher Richtung 
wird er durch einen zwischen ihm und Cap Digby hinlaufenden kurzen Berg- 
rücken von 94 bis 125 Met. Höhe verdeckt, Dort hat man aber als Marken: 
die Berge südlich des Royal-Sound, den hohen Bergrücken des Prince of Wales- 
Foreland, den kraterförmigen niedrigen Mount Bungy oder den flachkegelför- 
migen höheren Mount Pieper, welche letzteren beiden Berge sich trotz ihrer 
geringen Höhe gut markiren, weil sie in dem flachen höhenlosen Terrain der 
steinigen Halbinsel liegen. 
Zusammenstellung der Reisetage S. M. Kbt. „Cyclop‘“, Capt.-Lt, 
v. Reiche, auf der Fahrt von Kiel nach Singapore. 
Die Reise S. M. Kbt. „Cyclop“ nach Ostasien bietet insofern ein beson- 
deres Interesse, als mit ihr eine solche Fahrt zum ersten Male von einem Ka- 
nonenboot der Deutschen Marine gemacht worden ist. Der Verlauf der Reiso 
war in Kurzem folgender: ; 
S. M. Kbt. „Cyclop“ verliess am 9. Mai d. J. um 8 Uhr Vormittags 
Kiel und langte, nachdem es unterwegs 36 Stunden schlechten Wetters wegen 
in Häsndsö geankert hatte, am 18. Abends 10 20win° in Plymouth an. Die 
Dauer dieser unter Dampf zurückgelegten Reise war 9 Tage 14 Stunden, 
Durch starke westliche Winde aufgehalten, konnte „Cyclop“ erst am 
24, Mai, Morgens 4'% Uhr, Plymouth verlassen, fand aber bald östlichen 
Wind, ’dem an der spanischen Küste ‘Stille und dann westlicher Wind
	        
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