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Insel-Bai. An der Ostseite der Hafen-Insel liegt die für die Segel-
schiffe leicht erreichbare Insel-Bai, welche so tiefes Wasser hat, dass man in
einer der vier östlichen Einbuchtungen der Hafeninsel ankern muss. Von
diesen Häfen ist indess ihrer geringen Grösse wegen nur der Süd-Hafen zu
empfehlen, in welchem sich eine Robbenjäger-Station befindet.
Aus der Insel-Bai führen zwischen den Rittmeyer-Inseln hindurch Passagen
nach Ost und Süd. Die nach Osten sind aber sehr gewunden und nicht zu
empfehlen. Die nach Süd — Tang-Passage genannt — ist völlig mit Tang
zugewachsen, es führt aber ein gerader Kanal von 11 bis 13 Met. Tiefe mitten
zwischen den Inseln hindurch.
Foundery-Branch, Seelhorst- und Taube-Hafen. Die Irish-Bai
wird südlich durch die hohe Jachmann-Halbinsel abgeschlossen, welche an ihrer
Ostseite die Foundery-Branch mit zwei guten Häfen, dem Seelhorst- und dem
Taube-Hafen, hat. In diesen Häfen ist man gegen alle Winde geschützt, wenn
man weit genug hineingeht,
Für die Einsegelung in Foundery-Branch ist die Marke ein steil ab-
abfallender, ca. 470 Met. hoher Berg östlich vom Gazelle-Bassin, den man mit
SWzS'/2W (mw.)-Kurs ein wenig an Backbord nehme, Man wird dann, wenn
es klar genug ist, über dem Berge oder etwas links davon die beiden schnee-
bedeckten Spitzen des Mt. Ross sehen, und einen anderen aus einem Schnee-
plateau hervorragenden kegelförmigen hohen Berg etwas rechts davon. Weiter
hinein gekommen sieht man eine helle Sandstelle im Innern der Bai, welche
der Sand von Sandy Cove ist und auf den man zusteuern muss, um den gänz-
lich verdeckten schmalen Eingang in das Gazelle-Bassin zu finden.
Gazelle-Bassin und Schön-Wetter-Hafen. In dieses Bassin führt
ein von hohen Felswänden begrenzter thorartiger Eingang von kaum einer
Kblg. Breite, welcher in der Mitte 17 bis 22 Met. Wasser hat. In dem schräg
gegenüber gelegenen Winkel des Bassins WSW'!/:W vom Eingang ist auf 15 Met.
ein sehr guter Ankerplatz. Man kann indess auf 13 bis 17 Met. Wasser durch
die westliche Passage in den Schön-Wetter-Hafen laufen, der in seinem Innern
ebenfalls einen sehr guten Ankerplatz gewährt. Die kleinen Inseln in der
Verbindungsstrasse der beiden Häfen lasse man beim Kinlaufen an Steuer-
Bord (nördlich). .
Diese beiden Becken sind von einer ununterbrochenen Reihe hoher Berge
eingeschlossen und bilden die besten aller Häfen der Kerguelen-Gruppe. Die
Stürme werden durch die hohen Ufer gemässigt und die Sonnenstrahlen scheinen
in diesem Kessel grössere Wirkung auszuüben, als auf anderen Theilen der
Inseln, soweit man aus der hier üppigeren Vegetation schliessen darf. Die Becken
sind von Wasservögel aller Art belebt, namentlich auch von wilden Enten, und
an verschiedenen Stellen des Ufers sind unerschöpfliche Bänke von essbaren
Muscheln, Der Kerguelen-Kohl wächst überall im Ueberfluss. Wasserläufe, an
einzelnen Stellen schöne Wasserfälle bildend, giebt es mehrere.
Der Schön-Wetter-Hafen wird von einem ca. 250 Met. hohen Berge im
WNW abgeschlossen, welcher ihn von einem sehr grossen Süsswasser-See
trennt, der wahrscheinlich von einem Gletscher gespeist wird und-:in kleinen
Cascaden nach der Irischen Bai abfliesst.
Vom Gipfel des Berges übersieht man die beiden Becken und zum Theil
die Hillsborough-, die Irische, die Uebungs- und die Deutsche Bai und jenen
See; auch hat man einen Blick auf das, das Innere der Insel einnehmende
Schneefeld, einige Gletscher, den Mt. Ross und die hohen Berge der Obser-
vations-Halbinsel. Zwischen diesem Berge und dem das steile südliche Ufer
des Schön-Wetter-Hafens bildenden Bergzuge ist eine Schlucht, die von dem
Schön-Wetter-Hafen nach dem See führt. Der aus ihr in den Hafen strömende
Wasserlauf kommt nicht aus dem See, sondern von den erwähnten Bergzügen,
Kirk-Harbour, Vulcan-Cove, Elisabeth-Hafen, Cascade Reach,
Accessible-Bai, Betsy-Cove. Mit diesen oben erwähnten Becken schliessen
die guten Häfen der Nordostküste der Insel ab. Leidliche Ankerplätze, insbeson-
dere für kleinere Schiffe, bieten zwar noch einige Baien der Observations-Halb
insel, nämlich Vulean-Cove, Elisabeth-Hafen, Cascade-Reach, Betsy-Cove (von den
Robbenjägern Pot-harbour genannt) und vielleicht auch der noch nicht ausge-
lothete Kirk-Harbour (zwischen Foundery-Branch und Vulcan-Cove), Elisabeth-