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Plateaus des südlichen Theiles sind nur 95 bis 190 Met. hoch. Von der Rhodes
Bai aus sicht man den niedrigeren Theil der Prinz-Adalbert- Insel von dem
schnecbedeckten Mit. Richards überragt, welcher Zwei flache Spitzen hat.
Dio Rhodes Bat ist tief und ausgedehnt und scheint in mässiger Ent-
fernung von den Ufern ganz frei von Gefahren zu sein, bis auf den mittleren
Theil der. östlichen Küste der Bai, dem Marienhafen gegenüber, wo von die-
sem Hafen aus bei starkem Sturme Brandung gesehen wurde, Die Bai hat
3 gute Häfen: den Marienhafen, Crednerhafen und Helenenhafen. KErsterer und
letzterer sind für Schiffe jeder Grösse, der Crednerhafen für kleinere Schiffe
geeignet.
5008 Der Marienhafen ist ein auf drei Seiten von 190 bis 375 Met. hohen
terrassenförmigen Bergen eingeschlossenes Bassin, welches sich in nordwestlicher
(mw.) Richtung ca. 1'/z Seem. ausdehnt und !/2 Seem. breit ist. Der Terassen-
zug Südwest des Hafens macht eine Biegung nach Nord und schliesst den Ha-
fen im Innern (gegen West und NW) ab, während der nordöstliche Bergrücken
sich in der rechten Ecke, d. h: im Nord (mw.) mit ihm vereinigt, dort eine
Schlucht bildend, aus der ein Bach strömt.. In der Mitte dieses Bodenab-
schlusses liegt etwas vorspringend ein niedrigerer, ca. 125 Met. hoher Berg,
der von dem erwähnten Bache und auch von einem südlichen eingeschlossen
wird. Andere Bäche stürzen von den steilen Seitenwänden in den Hafen, na-
mentlich bei Regen, sämmtlich sehr schöne Wasserfälle bildend. Der Strand
im Innern der. Bai besteht aus schwarzem und gelbem Sande. Die Berge füh-
ren Quarz- und schöne Spathkrystalle. In dem schmalen Eingange des Hafens
liegen zwei Felsen-Inselchen. Diese, sowie die gegenübergelegene Küste der
Bismarck-Halbinsel schützen den Hafen auch gegen östliche Winde, so dass er,
zumal da auch der Ankergrund ein gut haltender heller Schlamm ist, als einer
der besten Häfen Kerguelens bezeichnet werden kann.
Behufs Einsegelung in den Hafen halte man sich dicht unter der nörd-
lichen Seite, die Inselchen im Eingange an. Backbord, da in dem sie nordwärts
umgebenden Tang eine 7.5 Met. Stelle vorkommt, während die Passage nahe
der Nordhuck nicht weniger als 13 bis 15 Met, hat. Sobald man die Ivseln
passirt hat, steuere man mitten in den Hafen; man kann dort zwischen 19 und 13
Met. ankern. Die Passage südlich der Inselchen hat dichten Tang und flache
Stellen.
Der Crednerhafen hat den Vorzug, dass eine freie Südwest-Passage
hineinführt, so dass ein Segelschiff bei dem vorherrschenden NW-Winde gerade
hineinliegen kann, Er ist indess wegen seiner Beschränktheit nur für kleinere
Fahrzeuge zu empfehlen, die auf 18.3 Met. ankern müssen, da sich ganz in der
Nähe der 5 Faden - Linien (9.5 Met.) im Innern der Bai eine 5.6 Met. - Stelle
findet. Der Eingang südlich der kleinen Insel ist mit 24.5 bis 18.8 Met. Wasser-
tiefe ebenfalls benutzbar, doch ist er vom Boden der Bai durch flachere und
dicht mit Tang bedeckte Stellen abgeschlossen, so dass der nördliche Theil
des Hafens als Ankerplatz gewählt werden sollte,
Der Helenenhafen ist ebenfalls ein sehr guter Hafen mit einer geraden
ganz freien Einfahrt und mit etwas grösseren Tiefon als der Marienhafen. Er wird
auf der offenen Ostsüdost-Seite vollkommen durch die nahe Küste der Bismarck-
Halbinsel‘ geschlossen. Die ihn auf drei Seiten umgebenden Terrassen - Berge
sind ca. 125 bis 190 Met. hoch; im Innern, d, h. in WNW'AW (mw.) befindet
sich eine Bergeinsenkung, durch welche Stürme aus nordwestlicher Richtung
wahrscheinlich heftig hindurchstossen. .Man ankere mitten im Hafen auf
26 Met.
Tucker-Strasse. Die. Prinz Adalbert - Insel wird von der Hauptinsel
der Gruppe durch die Tucker-Strasse getrennt, von der nur der östliche Theil
ausgelothet und mit 13 Met. passirbar gefunden wurde, Der Eingang in die
Strasse ist von der Rhodes-Bai aus schwer erkenntlich, da die Breusing-Spitze
ziemlich niedrig verläuft. Man halte auf den rechten Abhang eines hohen
tafelförmigen Berges südlich der Tucker-Strasse (der westlichste Tafelberg der
Bismarck-Halbinsel) zu, wobei man die Breusing - Spitze etwas an Steuerbord
hat. Die von ihr ausgehende dichte Tangbank an Steuerbord lassend, gelangt
man nahe der Küste der Bismarck-Halbinsel mit tiefem Wasser in die Strasse,
Vom Eingang der Strasse sicht man bald ein paar niedrige von Tang umgebene