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am Abend ankerte. Nachdem sie am 11. Januar diese Bai vermessen hatte,
dampfte „Gazelle“ nach dem Winterhafen (s. S. 363), vermass diesen und bis
zum 16. Januar die nördlich und südlich von ihm gelegenen Gewässer, ferner bis
zum 22. Januar die verschiedenen Baien, Salzwasserseen und Häfen an der
Stosch-, Roon- und Bismarck-Halbinsel, welche weiter unten näher beschrieben sind
(s. S. 360—363). Bei den Execursioneu an Land wurden auch die drei Glet-
scher, der Lindenberg-, Zeye- und Naumann- Gletscher aufgefunden und
näher untersucht (s. Annal. d. Hydr. etc. pag. 111 u. 112), Am 22, Januar
1875 traf „Gazelle“ nach einer Abwesenheit von einem Monat wieder in Betsy
Cove ein. Während dieser letzten umfangreichen Vermessungen vom 11. bis
292, Januar 1875 war diesen das Wetter insofern günstig, als der gewöhnliche
nordwestliche Sturm- mit seinen Schnee- und Hagelböen an mehreren Tagen
einem mehr oder minder starken Regen mit flauer Brise gewichen war, ja es
trat sogar ab und zu auf einige Stunden klares Wetter ein. ;
Da bei der Rückkehr der „Gazelle“ nach Betsy Cove die astronomischen
Beobachtungen der Venus-Expedition noch nicht ganz vollendet waren, be-
schloss Herr von Schleinitz, abermals in See zu gehen, um noch einen Vorstoss
nach SSW zu machen; er wollte hierbei einmal die Ausdehnung der Bank, auf
welcher Kerguelen liegt, constatiren, sodann aber auch untersuchen, ob hier
ein wärmerer Strom südwärts laufe.. Ein nordnordwestlicher Sturm verhinderte
jedoch die „Gazelle“, vor dem 25, Januar unter Segel zu kommen. Bei fortwährend
stürmischem Wetter (zwischen NNW—WZzN) lief „Gazelle“, bis zu 52° Süd-Br.
und 6914° Ost-Länge und konnte nach Anstellung der erforderlichen Beobachtun-
gen in Folge des günstigen Windes schon am 29. Januar wieder in Betsy Cove
einlaufen. Die in diesem Theile des Indischen Oceans von der „Gazelle‘‘ ge-
machten Tiefseeforschungen, sowie die Ergebnisse derselben werden wir mit den
übrigen vom Oktober 1874 bis Mai 1875 durch Herrn von Schleinitz ange-
stellten Untersuchungen in dem nächsten Hefte der Annalen ausführlich mittheilen.
Am 1. Februar war der Abbruch der astronomischen Station zu Betsy
Cove beendet; am 3. Februar verliess dio „Gazelle“ zum letzten Male Betsy-
Cove, um sich nach dem Palliser-Hafen zu begeben und dort eine Gelegenheit
zur Beendigung des Schwaiens für die Deviationsbestimmungen abzuwarten,
Diese Arbeit konnte aber erst am 5, Februar beendet werden; an diesem Tage
verliess die „Gazelle“ die Kerguelen-Insel und kam am 26. Februar im Hafen
von Port Lowis auf Mauritius an, wo sie die Mitglieder der Venus-Expedition
an Land setzte. Am 15, März setzte „Gazelle“ ihre Forschungsreise durch den
Indischen Ocean bis Koepang auf Timor fort, wo sie am 14. Mai eintraf.
2. Segelanweisungen und Küstenbeschreibung der Nord-Ostseite
der Kerguelen Inseln nach den Vermessungen S. M. 5. „Gazelle“
von November 1874 bis Januar 1875.
Von Capitain zur See Freiherrn von Schleinitz, Commandant S. M. S$. „Gazelle.“
(Mit einer Karte.) *)
Ansegeln der Inselgruppe. Die Kerguelen - Inseln **) werden am
zweckmässigsten von ihrer Nord-Seite angesteuert, wo Bligh’s Cap, eine kleine
*) Das zur Benutzung für die hier beigegebene Karte der Kerguelen-Insel von Howe- Insel
bis Accessible-Bai von S. M. SS. „Gazelle“ eingesendete Material bestand:
1) in der Generalkarte der Kerguelen-Insel von Howe - Insel bis zum Royal Sound im
Maasstabe von 1: 200,000;
in der Specialkarte des Erfolgs- und Sonntagshafens im Maasstabe von 1: 20,000;
in der Skizze des Landes zwischen dem Kaiser-Bassin im Norden und der Irischen
Bai im Süden, entworfen auf einer Excursion nach dem Gletschergebiet;
4) in der Karte der Uebungs-Bai im Maasstabe von 1: 50,000;
5) in der Karte der Observations-Halbinsel im Maasstabe von 1: 100,000.
Die Generalkarte giebt von Howe-Insel bis Vulcan-Cove den eigentlich vermessenen Theil;
von da bis zum Royal Sound sind in dieser nur die Küsten - Contouren, der Kurs der „Gazelle“,
*#) S. Hydr. Mitth, 1874, No. 18, 1875, No. 7 und 8 (Annal. d. Hydr. etc, April), ferner
Sailing Direction for the Indian Ocean von Findlay (1870), pag.295—300, und vonRosser-Imray
(1874), pag. 505—512).