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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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am 5. Juni 1875 um 6* Abends an der Küste von Texas von einem Mr. Levi 
W. Arnold aufgefunden worden. 
Nach diesen. Angaben hat diese Flasche in 354'/2 Tagen 2682 Seem. in 
der Richtung rechtw. N 63° 51‘ W gemacht; da diese Richtung aber über West- 
indien führt, so ist die Flasche jedenfalls in Wirklichkeit mit der daselbst herr- 
schenden Strömung um den Golf von Mexico herum nach der Küste von Texas 
geführt worden und hat mithin einen noch viel grösseren Weg zu machen gehabt. 
ce) Von S. M. Brigg „Rover“ wurde auf der Reise von Halifax nach Plymouth 
am 3. August 1874 um 1® 30 Nachm. in 41° 12‘ 0“ Nord-Br. und 57° 1’ 48“ 
West-Lg. eine mit Sand beschwerte und mit einem für solche Zwecke gebräuch- 
lichen Zettel versehene Flasche über Bord geworfen. Diese Flasche wurde von 
einem gewissen C. Neelon in früher Morgenstunde am 12. Juli 1875 in 54° 
17‘ 8“ Nord-Br., 8° 57‘ 20” West-Lg. an der NW-Küste von Irland, nahe bei 
Easkey, in der Sligo-Bucht gefunden und von dem Divisional Officer der Coast- 
Guard John L. Bruckley eingesandt. Danach hat diese Flasche in 343% 4 Tagen 
einen Weg von ungefähr 2270 Seem. zurückgelegt und stimmt die eingeschlagene 
Richtung (N 6942° 0) ziemlich mit dem in der Stromkarte verzeichneten Golf- 
strom überein. 
2, Die Stromverhältnisse im Hafen von San Francisco sind nach einem 
Berichte des Commandanten S. M. S. „Arcona“, Freiherrn v. Reibnitz als 
ganz unregelmässig zu bezeichnen. Die Fluth läuft durchschnittlich 1— 1'% 
Stunden länger, als die Ebbe; bei Springfluth erreicht der Strom in der Mitte 
zwischen Yerba Buena und San Francisco eine Stärke von 4—5 Secem. . Die 
Stromscheide 1!/2—2 Kblg. vom San Francisco-Ufer markirt sich am Tage durch 
den Unterschied der Wasserfarbe überall ganz scharf, denn während im Strom- 
bett das Wasser schmutzig gelb aussieht, erscheint dasselbe ausserhalb des 
Strombettes grünlich gefärbt. Von den beiden: innerhalb eines Tages stattfin- 
denden Gezeiten. ist die eine in Bezug auf Wasserstand bei Stillwasser von der 
andern ganz verschieden; während in einer Fluth das Wasser um 0.es— 0.94 Met. 
steigt, ist der Unterschied zwischen Niedrig- und Hochwasser bei der anderen 
Fluth mitunter 1.6 bis 1.7 Met. Leider lässt sich vorher nicht mit Bestimmt- 
heit sagen, welches von beiden Hochwassern den höchsten Stand erreichen 
wird, da nach Aussage der Lootsen keine vorherigen Anzeigen existiren und sie 
selbst sich in Zweifel befinden, bis die Fluth einsetzt, die wenn sie stärker 
läuft, auch das höchste Wasser bringt. 
3. Ueber die Wütterungsverhältnisse zu San Francisco im Monat Juni 1875 
berichtet Freiherr v. Reibnitz, nach den von ihm für jeden Monat eingesendeten 
meteorologischen Register, dass der Wechsel in der Temperatur zwischen 
Tag und Nacht im Laufe des Monats Juni ein ziemlich bedeutender war — so 
z. B. war am 4. Juni des Morgens 8% eine Temperatur von 12° C, und um 
3% Nachmittags desselben Tages 25° C. Im Durchschnitt war die Temperatur 
des Nachts um 6°—7° C. niedriger als am Tage. Die höchste Temperatur 
war im Monat Juni 25° C. (am 4.) und die niedrigste 10.4° C. (am 1.). Die 
Durchschnittstemperatur war 14.7° ©. Der Stand des Barometers war ein ganz 
gleichmässiger, schwankte während des ganzen Monates nur zwischen den 
engen Grenzen von 762—767”" und fiel nur am 10. Juni einmal bis 759”, 
ein Vorzeichen der in San Franzisco am 11. Juni fühlbar gewesenen leichten 
Erderschütterung. 
Die Richtung des Windes war im ganzen Monat eine südwestliche, mit 
Ausnahme von 9 Stunden, während welcher. SE-Wind wehte. Regelmässig 
frischte der SW-Wind gegen 11 Vormittags auf bis zur Stärke 5—6, flaute 
dann gegen 7* Abends wieder bis zur Stärke 1—2 ab und während der Nacht 
herrschte vollständige Windstille, Regen gehört in dieser Jahreszeit zu San 
Francisco zu den Seltenheiten. S. M. S. „Arcona“ hatte allerdings im Juni zu- 
sammen 34 Stunden Regenfall, wovon auf 3 Tage (den 13. 15. 16. Juni) allein 
29 Stunden kamen, und welche mit Ausnahme von 1 Stunde am 23. Juni alle 
auf die Tage bei und kurz nach der oben‘ erwähnten Erderschütterung fielen. 
Nach Aussage Aller, die hier über 20 Jahre leben, soll sonst der Monat Juni 
and Juli ganz frei von Regen sein. Dafür ist aber — wie auch die Segelan-
	        
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