34.7
Hieraus fand sich der tägliche Gang bei + 15° €, zu — 213,547%% und
die Aenderung desselben für + 1° C. zu + 36,522“, mit folgenden übrigblei-
benden Abweichungen der Angaben des‘ Chronometers (in Zeitsecunden aus-
gedrückt):
D.g2g5C
B.407
15.778
5.726
4.902
— 8.506
-+ 15.089
1.358
— 4,044
+ 18.872
ein
9, 79150
2.423
D.582
D.270
3.141
Dasa
Isa
D.980
2,880
8 e14
L
. Diese würden den Fehlern der Thermometerangaben entsprechen, deren
wahrscheinlicher Werth hiernach + 0.15° C. beträgt, so dass also die mittlere
Temperatur mittelst der Thermometer sehr nahe richtig gefunden wird.
Zur Bestimmung des Compensationsfehlers werden die Chronometer unter
Benutzung eines Eishauses und eines Wärmezimmers, bei den Temperaturen
von 0° bis zu + 30° €. beobachtet. Die beste Uebersicht über die Einwir-
kung des Compensationsfehlers erhält man, wenn man sich Temperatur- und
Gangecurven neben einander zeichnet. Es stellt sich dann meistentheils auf das
Deutlichste heraus, dass die Compensation noch keineswegs als richtig ange-
sehen werden kann, wenn der Gang bei sehr verschiedenen Temperaturen
(etwa 0° und 30°) derselbe ist, dass es überhaupt ein ungenauer Ausdruck ist,
wenn gesagt wird, ein Chronometer sei zwischen zwei bestimmten Temperatur-
grenzen richtig compensirt, dass vielmehr, wie oben schon nachgewiesen ist,
die Compensation nur für eine bestimmte Temperatur als richtig angesehen
werden kann. Mit andern Worten, bei einer bestimmten Temperatur haben
kleine Aenderungen derselben auf den Gang keinen Einfluss, bei niedrigeren
Temperaturen wirkt die Compensation zu stark, bei höheren zu schwach.
Ein deutliches Beispiel hiervon bieten die folgenden Gänge des Chrono-
meters Knoblich No. 1889.
Der mittlere tägliche Gang war:
Temperat,
31.1°
27,5
Ag
0
Gang,
R 5800
2
0
3.9
L3 + 52
Hier liegt der Punkt der richtigen Compensation bei etwa + 15°, und
es ist klar, dass, wollte man die Compensation so ändern, dass bei +. 14.6°
und -} 31.1° derselbe Gang stattfände, der Fehler bei — 1.s sich erheblich
vergrössern würde. Hätte man dies Chronometer zur Bestimmung des Compen-
sationsfehlers nur bei etwa -+ 5° und -+- 31° untersucht, so hätte man densel-
ben Gang gefunden, während doch der hieraus gezogene Schluss, das Chrono-
meter sei zwischen den Grenzen + 5° und + 31° richtig compensirt, unrich-
tig gewesen wäre. Man würde bei zwischenliegenden Temperaturen grössere
Unregeolmässigkeiten im Gange gefunden haben, deren Abhängigkeit von der
Temperatur bei Aufzeichnung der beiderseitigen Curven deutlich hervorge-
treten wäre. .
Es ist auf der hiesigen Sternwarte bisher nicht Gelegenheit gewesen, die
Wirkung der verschiedenen Systeme der sogenannten Hülfscompensationen zu
prüfen, da in dem Besitze der Kaiserl. Marine nur einige ältere mit dieser Ver-
besserung versehene Chronometer von nicht sehr zuverlässigem Gange sind und
die deutschen Chronometer - Fabrikanten in neuerer Zeit keine Hülfscompen-
sationen anzufertigen scheinen. Es kann keinem Zweifel unterworfen sein,
dass durch geeignete Hülfsmittel die Abhängigkeit des Ganges von der Tempe-
ratur erheblich verringert werden kann, indessen ist auch bei Chronometern
von gewöhnlicher Einrichtung die Gleichmässigkeit der Wirkung der Tempe-
ratur eine schr verschiedene, und kann, wie namentlich einige der von der