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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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(s. Tabelle), wo die Temperatur bis zu —0.5° sank. Die Bodentemperaturen 
zeigen in allen 4 Abtheilungen der Tabelle ihren arktischen Charakter und 
Ursprung an; an zwei Orten sank die Bodentemperatur sogar unter 0° (s. Tabelle 
an den Tagen vom 23. Juni und 5. Juli). Die Temperatur - Messungen der 
„Tuscarora“ haben überhaupt eine niedrigere Temperatur der Bodentiefen und 
Tiefenschichten des nördlichen Stillen Oceans ergeben, im Vergleich zu den 
Temperatur-Verhältnissen in denselben Tiefen und Breiten des nördlichen Atlan- 
tischen Oceans, nach den Untersuchungen des „Challenger“ und der „Gazelle“ 
(s. Hydr. Mitth. 1874 pag. 145, 258 und 1875 No. 5). Jedoch ist dieses 
Ergebniss der „Tuscarora“ noch mit Vorsicht aufzunehmen und bedarf noch 
mehrerer Untersuchungen in jenen Gegenden des Oceans, so wie einer Prüfung der 
bei den Temperatur-Bestimmungen der „Tuscarora“ angewendeten Miller-Ca- 
sella’schen Thermometer und der dabei angewendeten Beobachtungsmethode, 
ehe man sie als eine neue für die Wissenschaft errungene Thatsiche bezeich- 
nen und auf sie weitere Schlüsse bauen kann. 
Die Existenz des Kuro-siwo auch unterhalb der kalten Strömungen, von 
denen er zeit- und stellenweise überfluthet wird, ist durch die in der Tabelle 
angeführten Temperaturmessungen der „Tuscarora“ vom 15. bis 19. Juni 1874 
zwischen 42° bis 45° Nord-Br. und 145° bis 152° Ost-Lg., und vom 6. bis 12. 
Juli 1874 zwischen 49° bis 52° Nord-Br. und 157° bis 168° Ost-Lg. erwiesen, 
indem von 91.4 Met. (50 Faden) bis 366 Met. (200 Faden) eine zuweilen nicht 
unbedeutende Steigerung der Temperatur des Wassers eintrat, welche nur dem 
wärmeren, unter dem kalten arktischen Strome fliessenden Kuro-siwo zuzu- 
Schreiben sein dürfte, 
Auch das Zusammentreffen der Aenderungen der Temperaturen an der 
Oberfläche und in geringeren Tiefen mit denen der Strömungsrichtungen, welches 
von der „Tuscarora“ im einigen Fällen beobachtet werden konnte, beweist 
das Vorhandensein einer Neben- oder Uebereinanderlagerung der warmen und 
kalten Strömungen. So wurde z. B, am 17. Juni in 42° 51‘ Nord-Br. und 148° 
14‘ Ost-Lg. ein nordöstlicher Oberflächenstrom mit circa 10° Temperatur be- 
obachtet, !/s Knoten die Stunde setzend; von 9 Met. ab bis zu 27 Met. Tiefe 
sank die Temperatur bis zu 4.6° C. und innerhalb dieser Schicht wurde noch 
der Strom festgestellt; bei den nächsten 9 Met. also bis 31 Met. fiel die 
Temperatur bis zu 1l.6° und hier hörte auch der nordöstlich setzende Strom 
auf. Bei 366 Met. (200 Faden) Tiefe aber wurde ein stetig zunehmender 
nach Westen setzender Strom bemerkt. An demselben Tage trat der kalte 
Strom, wie aus der Tabelle ersichtlich ist, an die Oberfläche zu Tage. Ferner 
wurde ein Streifen kalten Wassers, welcher von der Behrings-Strasse herkom- 
mend, als ein Unterstrom sich bemerklich macht, zwischen 51° bis 52° Nord- 
Br. und 159° bis 169° Ost-Lg. 46 Met., ja selbst bis 122 Met. unter der Ober- 
fläche beobachtet. Er war auch noch bemerklich am 17. Juni in 42° 57’ Nord-Br. 
and 148° 23‘ Ost-Lg., aber südlich davon war er verschwunden; sein Centrum 
schien etwas südöstlich von Kamtschatka sich zu befinden, wie aus den Anga- 
ben für den 7. und 10. Juli in der Tabelle hervorgeht. Die Resultate sämmt- 
licher Untersuchungen vom Capitain Belknap über die von ihm während der 
Expedition der „Tuscarora“ im Jahre 1874 vorgefundenen Strömungen im nörd- 
lichen Stillen Ocean sind in den Hydr. Mitth. 1874 pag. 289 zusammengestellt, 
auf welche wir hiermit verweisen.
	        
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