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ungefähr 15 Met. Höhe. Der innerste Theil der Bucht wird von einem gerad-
linigen Sandstrand gebildet, welcher besonders am Südende bei Springzeit
bis zu 23/4 Scem. weit trocken fällt.
Am Nordende dieses Strandes, in Lee einer Felsenspitze, befindet sich
besonders während des NO-Monsuns ein guter Landungsplatz. Derselbe ist am
Besten bei Hochwasser zu benutzen und kann selbst gebraucht werden, wenn
die Barre den gewöhnlichen Landungsplatz innerhalb des Flusses unzugänglich
macht.
Die Hafenzeit in der Pangani Bucht ist 4* 15" und die Fluthhöhe beträgt
bei Springzeit 4.6 Met. und bei Nippzeit 1.5 Met.
Der Pangani Fluss ist einer der grössten in diesem Küstentheil und
entspringt auf dem Kilimandscharo, dem höchsten Berge der Ostküste, der sich 120
Secem. von der Küste befindet. Wegen der ungefähr 30 Seem. von der Mündung
befindlichen Wasserfälle ist dieser Fluss nicht weit schiffbar und seine Wasser-
tiefe wechselt, wie alle afrikanischen Flüsse, mit der Jahreszeit. Ungefähr 10 Seem.
weit von der Mündung konnte der nur 0.9 Met. Tiefgang habende Dampfkutter
[. Br. M. S. „Shearwater“ nicht früher weiter stromaufwärts gehen, als bis die
Fluth einsetzte, und von hier weiter aufwärts kamen sehr viele flache Stel-
len vor.
Die ersten vier Seem, stromaufwärts ging es durch einen dichten Mangoove-
Sumpf, welcher die Fläche zwischen den an beiden Seiten befindlichen Höhen-
zügen ausfüllte; hierauf folgte höheres Land und nachdem man 6 Seem. weit
den Sumpf passirt hatte, folgte schönes und fruchtbares Land. Die Ufer waren
angebaut, grösstentheils mit Zuckerrohr. Der Zucker wird in beträchtlichen
Quantitäten von den Arabischen Eigenthümern mit Anwendung von Hand-
mühlen gewonnen; letztere, in Form von Gangspillen werden durch Sklaven
gedreht.
Der Fluss ist voll von Krokodilen, wogegen die Flusspferde spärlicher
sind; die europäischen Jäger haben letztere in den unteren Theil des Flusses
verjagt, und findet man dieselben mehr in den oberen Theilen und in den Seen
an beiden Seiten des’ Flusses. Die Eingeborenen und Araber scheinen diese
Thiere nicht zu jagen, obgleich dieselben grossen Schaden in den Zuckerplan-
tagen anrichten.
in der Mündung, gegenüber dem Dorfe Pangani, ist der Fluss ungefähr
320 Met. breit und 3.7 bis 4.6 Met. tief. Im Hintergrunde an der Südseite der
Mündung ist ein senkrechter, ungefähr 61 Met. hoher Abhang, welcher Bweni
genannt wird und von See aus leicht zu erkennen ist. Das nördliche Ufer ist
ein flacher Sandstrand, der das Innerste der gleichnamigen Bucht bildet.
Eine halbe Seemeile ausserhalb des Bweni Abhanges strömt der Fluss
zwischen der felsigen Spitze Muhesa und der bei Niedrigwasser trocken fallen-
den Sandbank, welche sich vom Sand-Strande erstreckt, hin und hier beginnt die
Barre, welche sich %4 Seem. weit nach See zu erstreckt. Ihre südliche Grenze
ist das Küstenkorallenriff; die Wassertiefe der Barre wechselt mit der Jahres-
zeit und beträgt im Durchschnitt bei Niedrigwasser ungefähr 1.s Met. Bei der
Fluth und mässiger Brise ist das Wasser auf der Barre gewöhnlich ruhig, aber
bei der Ebbe und besonders bei Springzeit, ist es häufig gefährlich, dieselbe zu
passiren, und viele Unglücksfälle sind mit Booten, die zu dieser Zeit die Barre
übersegeln wollten, vorgekommen.
Das Dorf Pangani liegt am linken Flussufer nahe der Mündung und er-
zeugt durch seine sehr niedrige Lage viel Fieber etc. Der Sand, auf welchem
das Dorf steht, ist ein schmaler Streifen, welcher die See von dem sehr grossen
Mangrove-Wald trennt, und reichen die Bäume bis zu den Hütten heran. Das
Dorf besteht aus einer Gruppe schlechter Hütten und hat ungefähr 2000 Ein-
wohner. Auf dem gegenüberliegenden Ufer, unterhalb des vorhererwähnten Ab-
hanges Bweni, steht noch ein anderes kleines Dorf, welches denselben Namen
Bweni führt.
Es wird hier ein bedeutender Handel mit Zanzibar und Pemba betrieben;
die Fahrzeuge laden und löschen innerhalb des Flusses. Die Waaren werden
gewöhnlich auf Raften aus Moale-Palmen den Fluss heruntergebracht und hier
verladen. Zucker und Häute sind die Haupthandelsartikel,