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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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als weitere Folge ein Zusammentreffen der Fluth an den nördlichen Ausgängen 
der zwischen Panay, Negros, Zebu und Leyte liegenden Meerengen hervor- 
gerufen wird. 
, Auf der Fahrt von Zamboanga nach Zebu wurde in dem westlichen 
Theil der Surigaostrasse, zwischen der Nordwest-Ecke der Insel Mindanao und 
der Südspite der Insel Negros, ein frischer Nordost-Passat von Stärke 6 mit 
kurzem hohem Seegang angetroffen — während welcher Zeit der vor und 
nachher durchschnittlich 764» betragende Luftdruck auf 762 — 761 =» fiel, 
der erst auf 10° Nord-Br. wieder zur gewöhnlichen Schwäche abflaute, Be- 
sondere Schwierigkeiten bietet die Navigirung an der Hand der guten, nach 
spanischen Aufnahmen gezeichneten englischen Admiralitätskarten nicht, da die 
Küsten hoch sind und das Fahrwasser rein von Untiefen ist; jedoch ist Aufmerk- 
samkeit auf die Versetzung durch die Gezeitenströmung erforderlich. 
Die Einsegelung ist jedoch nicht schwierig, da die Lipata-Bank, wie das 
Riff an der Entfärbung des Wassers gut zu erkennen sind. Nach dem Passiren 
der genannten Bank ist es rathsam, sich an der Riffseite zu halten, da weiter- 
hin dessen Grenzen durch vorhandene Tonnen und Baken gekennzeichnet sind. Die 
nördliche Einfahrt ist schwieriger wie die südliche, weil sie schmaler und län- 
ger ist; dazu kommt, dass der grösste Theil der in der Karte angegebenen 
und das Fahrwasser kennzeichnenden Baken und Tonnen fehlte: von den 9 vom 
Fort nordwärts verzeichneten Seezeichen an der Zebu- und den 8 desgleichen 
an der Mactan-Seite, waren nur je 2 vorhanden. Die Grenzen des Korallenriffes 
der Insel Mactan und der von der Insel Zebu sich in das Fahrwasser er- 
streckenden Sandbänke waren daher hier nur an der Entfärbung und Kräuse- 
lung des Wassers zu erkennen. Unter den vorhanden gewesenen Seezeichen 
sind die beiden weissen Tonnen anzuführen, von welchen eine das Nordende 
des Riffes kennzeichnet und die andere als Ansegelungstonne vor dem nörd- 
lichen Eingange ausgelegt ist. Das auf der Insel Zebu ungefähr 5 Seem. 
nordwärts von der nördlichen Hafen-Einfahrt errichtete Feuer ist Nachts schwer 
zu erkennen, da die in der Nähe brennenden Fischer- und Hüttonfeuer gleich 
hell und heller brennen. 
Man ankert auf der Rhede von Zebu in der Mittefahrwasserlinie vor 
der Stadt mit Ebbe- und Fluthanker verteit, auf 9—10 Met. Wasser, Thon- 
grund. Die Rhede ist gegen Winde geschützt und fanden wir während des 
letzten Mondviertels eine regelmässige sechsstündliche Gezeitenströmung mit 
ungefähr °/4 Stunde Stillwasser - Zwischenzeit, wobei die Fluth längs dem 
Lande nach NOzO und die Ebbe in entgegengesetzter Richtung, mit 0.s—1.3 
Knoten Geschwindigkeit lief. Am Tage hatten wir meist nordöstliche leichte 
Brise, welche die hohe Mittags-Temperatur von 31°—32° C, erträglich machte; 
in der Nacht in der Regel Windstille. Proviant jeder Art ist hinreichend zu 
erhalten, jedoch kein Wasser. Kohlen sind zwar auf der Insel vorhanden, wer- 
den jedoch, da sie nicht genügend ausgebeutet werden, ausserdem und haupt- 
sächlich von Australien eingeführt; trotzdem ist nicht mit Sicherheit auf das 
Antreffen von Kohlen am Orte zu rechnen. 
Auf der Fahrt von Zebu nach Manila ist es rathsam, nachdem die an 
der Nordspitze Zebus gelegene Insel Malaspascua an ihrer Ostseite passirt ist, 
zwischen den steilen und hohen Felsen Gato und der Insel Carnasa durchzu- 
steuern, etwas näher an Gato haltend. Von da ab führt ein auf die Nordepitze 
der Nord-Gigantes-Insel gesetzten Kurs, frei von den Untiefen der nordöstlich 
von jener gelegenen Bank; die vor genannter Insel liegende Klippe Uaidajon 
ist hoch über Wasser und daher dem Ansteuern nicht gefährlich. Von den 
Gigantes Inseln führt ein Kurs südlich frei von der an der SW-Spitze der 
Insel Masbate liegenden Insel Jintotolo in das freie Wasser nördlich von der 
Insel Panay. Zur Fortsetzung der Fahrt wurde der kürzeste Weg zwischen 
den Inseln Tablas und Romblon gewählt, demnächst südlich von der Insel Si- 
mara, dann zwischen der Insel Maestro de Campo und den Dos Hermanas 
hindurch und längs der NO-Küste der Insel Mindoro auf die Malabrigo-Spitze an 
der Südküste Luzon’s gesteuert. Nach dem Passiren des westlichen Ausgangs 
der St. Bernardino - Strasse, zwischen der Insel Luzon und der kleinen Insel 
Verde, führt ein allmälig sich wendender Kurs nach der Bucht von Manila; 
deren Einfahrt nördlich und südlich von der Insel Corregidor ohne Schwierig-
	        
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